Kreis Unna pendelt kräftig – und teuer: Gewerkschaft fordert 17 Cent pro km „Mobilitätsgeld“ für alle Berufspendler

0
19
Beispielbild Zapfsäule - Foto RB

Viele fahren rein, viele aber auch raus: 59.540 Beschäftigte kommen in den Kreis Unna, um hier zu arbeiten. Und umgekehrt wohnen 80.870 Menschen im Kreis Unna, haben ihren Job aber woanders.

Das geht aus der aktuellen Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Zahlen der Ein- und Auspendler, die über die Kreisgrenze fahren müssen, um zur Arbeit zu kommen, greift jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf. Für die NGG Dortmund sind längere Arbeitswege ein „Co-Faktor beim Job, der Zeit, oft Nerven und vor allem auch Geld kostet“.

Die Gewerkschaft warnt: „Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte im Kreis Unna. Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen. Vor allem dann, wenn Berufspendler dabei aufs Auto angewiesen sind. Geringverdiener trifft das besonders hart. Erst recht, wenn sie nur den Mindestlohn verdienen.

Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG Dortmund, spricht sich deshalb für ein „Mobilitätsgeld“ aus, das die Pendlerpauschale ergänzen soll:

17 Cent je Kilometer sollen, so die Gewerkschaft, jedem Pendler sofort und unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich vom Staat ausgezahlt oder beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden.

„Solange das Mobilitätsgeld noch auf sich warten lässt und die Spritpreise nicht wieder deutlich fallen, muss ein Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler Thema in den Betrieben sein.

Viele fahren eine Dreiviertelstunde, manche sogar eine Stunde oder länger“, so Torsten Gebehart.

Er kündigt an, die Betriebe im Kreis Unna bei Fahrtkosten stärker in die Pflicht nehmen zu wollen:

„Das fängt bei den 63 Euro pro Monat fürs Deutschland-Ticket an. Und das geht über ein konkretes Wegegeld bis zum günstigen oder freien ‚Stromtanken‘ an der Ladesäule für E-Autos auf dem Firmengelände.“

Die Gewerkschaft werde die Kosten für Mobilität künftig stärker bei Tarifverhandlungen zum Thema machen.

Außerdem kritisiert die NGG Dortmund „die zum Teil saftigen Preise für Bahn-Tickets“: „Wer ohne Bahncard oder rechtzeitig ergattertem Super-Sparpreis in den Zug steigen muss, der wird kräftig zur Kasse gebeten. Vor allem beim Fernverkehr haut das richtig rein“, so Torsten Gebehart. Für untere und selbst mittlere Einkommen grenze das Bahnfahren an „Mobilitätsluxus“.

Der Geschäftsführer der NGG Dortmund kritisiert: „Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient, dem kann es passieren, dass er im Fernverkehr der Deutschen Bahn für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten muss. Oder sogar mehr. Und dabei geht es um eine Bahnfahrt in der 2. Klasse, versteht sich“, so Gebehart.

Quelle NGG

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here