Bisher größtes UKBS-Projekt: 95 Sozialwohnungen auf früherer Kaserne Südkamen – 28,6 Mio. Invest, 19 Mio. öffentliche Förderung

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95 öffentlich geförderte Wohnungen baut die kommunale UKBS auf dem Gelände der ehemaligen Polizeikaserne in Südkamen. (Grafik: UKBS)

95 öffentlich geförderte Wohnungen auf der ehemaligen Polizeikaserne in Südkamen sind das bisher größte Bauprojekt, das die Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) bisher realisiert hat.

Sie setzt damit, so die UKBS selbst, „angesichts des anhaltend hohen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum ein starkes Zeichen für die Region.“ Die Baukosten betragen fast 29 Mio. Euro. Anfang 2029 sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.

Aus Anlass der „WohneNRW-Tage 2026“ besuchte die aus Kamen stammende Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU), Bild unten Mitte, die Baustelle, flankiert von Vertretern der lokalen Politik und Verwaltung. „Hier schaffen wir mit 19,6 Mio. aus der öffentlichen Wohnraumförderung neuen Wohnraum, der auch für Menschen mit kleinerem Geldbeutel bezahlbar bleibt.“

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Auf dem Areal „Neues Wohnquartier Polizeikaserne Kamen“ entstehen 95 Wohnungen mit 1 bis 5 Zimmern und Wohnungsgrößen von 34 bs 129 qm, die langfristig sozialgebunden bleiben sollen.

  • 60 Wohnungen werden Haushalten der Einkommensgruppe A vorbehalten sein,
  • 25 der Einkommensgruppe B.
  • 10 Wohnungen, davon ein Gemeinschaftsraum, werden mittelbar gefördert.


Die UKBS betont:

„Dank öffentlicher Förderung bleibt die Miete für die zukünftigen Bewohner dauerhaft bezahlbar.“

Die Grundidee auf dem ca. 13.400 m2 großen Areal ist ein weitgehend autofreies Wohnquartier mit Fußwegen. In die neu gestalteten Grünanlagen mit altem Baumbestand werden grüne Oasen und drei Quartiersplätze für gemeinsame Freizeitaktivitäten etabliert. Das Quartier liegt in verkehrsgünstiger Nähe zum Stadtzentrum, zum Bahnhof und Busbahnhof.

Alle 95 Wohneinheiten verfügen über moderne Grundrisse, eigene Balkone oder Terrassen und ein eigenes Wärmenetz, das ausschließlich aus regenerativen Energiequellen gespeist wird. Einen Standard, den neue Gebäude eigentlich erst ab 2045 erfüllen müssen.

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Die Wärmeerzeugung erfolgt über zwei Wärmepumpen à 150kW Leistung in Kombination mit sechs luftgekühlten Außenverdampfern. Jeder dieser Außenverdampfer verfügt über eine Leistung von 50kW bei einer Außentemperatur von -10 Grad. Der Jahreswärmebedarf aller Gebäude beläuft sich voraussichtlich auf ca. 543.000kWh.

Das Energiekonzept wird ergänzt durch eine leistungsstarke Photovoltaikanlage, kombiniert mit Batteriespeichern, die eine Nennleistung von 180kW aufweisen und eine höhere Auslastung des selbst erzeugten Stroms ermöglichen. Der aus der Photovoltaikanlage erzeugte Strom wird in die Wärmepumpenanlage eingespeist. Die gesamte Anlage wird an einem zentralen Ort des Wohnquartier errichtet werden.

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  • Gesamtzahl: 95 öffentlich geförderte Wohnungen
  • Wohnungsgrößen: 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen für Singles, Paare und Familien
  • Nachhaltigkeit: Effizienzhausstandard Denkmal sowie KfW-Effizienzhaus-Standard 40
    im Neubaubereich mit extensiver Dachbegrünung
  • Infrastruktur: Barrierefreie Zugänge, Fahrradstellplätze und E-Ladestationen
  • Rückbau- und Abrissarbeiten: seit 05/2026
  • Baubeginn erster Bauabschnitt: 06/2027
  • Voraussichtliche Fertigstellung erster Bauabschnitt: 12/2028,
  • Voraussichtliche Fertigstellung dritter Bauabschnitt: 03/2030
  • Voraussichtliche Baukosten: 28,6 Mio. Euro
  • davon öffentlich gefördert: 19,6 Mio. Euro

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Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) bezeichnete das Quartier als „Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie soziale Verantwortung und nachhaltige Stadtentwicklung erfolgreich verschmelzen. Besonders wertvoll ist, dass die denkmalgeschützte Bausubstanz behutsam in die neue Nutzung integriert wird. So entsteht moderner Wohnraum, während die Geschichte dieses besonderen Ortes weiterhin sichtbar bleibt.“

Martin Kolander, technischer Geschäftsführer der UKBS, ergänzte: „Unser Ziel ist es, bezahlbaren und qualitativ nachhaltigen Wohnraum mit hoher Lebensqualität für die Menschen in unserer Region zu schaffen.“

Die Kamener Polizeikaserne

Die historische Polizeikaserne in Kamen stellt ein m Wesentlichen unverändertes Zeugnis der Bau- und Polizeigeschichte der frühen 1930er-Jahre im Ruhrgebiet dar und dokumentiert die damalige staatliche Aufrüstung und Motorisierung der Polizei. Mit dem Bau des Kamener Kreuzes und der Zunahme des Autoverkehrs im Ruhrgebiet wurden 42 motorisierte Gendarmeriebereitschaften gegründet, von denen eine mit 72 Beamten in die 1937/1938 erbaute Kamener Polizeikaserne einzog.

Ab 1945 diente die Kaserne dann mit 90 Betten als Notkrankenhaus, nachdem das Hellmig- Krankenhaus bei alliierten Bombenangriffen schwer getroffen wurde. Im Jahre 1954 hielt die Verkehrsüberwachungsbereitschaft Arnsberg (VÜB-Leitung und VÜB- Zug 1 Kamen) Einzug auf dem Kasernengelände. 1964 folgte die Neuorganisation in die Polizeiautobahnstastion (PASt) Altenbögge, die Polizeiautobahnstastion (PASt) Beckum sowie die Verkehrsüberwachungsstation (VÜST) Nord. In den Jahren 1968, 1974 und 1975 wurden weitere Neuorganisationen eingeführt, bevor 1997 die Autobahninspektionen API Nord mit Zuständigkeiten für A1, A2, A44 sowie die B236 im Regierungsbezirk Arnsberg eingerichtet wurden.

Im selben Jahr wurde die Kaserne unter Denkmalschutz gestellt, da die Kasernengebäude, die Tankstelle und zugehörigen Bestandsstrukturen die typische Architektur und Funktionsplanung behördlicher Liegenschaften aus der Erbauungszeit nahezu im Originalzustand zeigen und daher von bauhistorischer sowie orts- und landesgeschichtlicher Bedeutung sind. Jedoch erlangte der Ort auch als historischer Ausgangspunkt polizeilicher Verstrickungen und nationalsozialistischer Verbrechen traurige Bekanntheit, weshalb die bauliche Substanz auch als mahnendes Dokument historischer Geschichte gilt.

Heutige Entwicklung: Das Areal wird unter Vorgaben des Denkmalschutzes seitens der UKBS revitalisiert. Die drei historischen Bestandsgebäude der ehemaligen Kaserne werden saniert, zu Wohngebäuden umgebaut und um drei neue Gebäudekörper ergänzt. Diese orientieren sich städtebaulich an den denkmalgeschützten Vorbildern und verfügen über vier Vollgeschosse, die sich der Umgebungsbebauung anpassen. Das Bauprojekt zeigt eindrucksvoll, wie Denkmalschutz und Moderne im Einklang stehen können.

PM und Fotos: UKBS

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