Nach der dreifachen Brandstiftung Anfang Juni war nur wenige Wochen Ruhe, jetzt meldet die Kreispolizei in einer Nacht zwei weitere Brandstiftungen in Unna.
In der Nacht zu Mittwoch gingen in Königsborn praktisch zeitgleich zwei Autos in Flammen auf. Im einen Fall wäre es beinahe zum ersten Personenschaden in der langen Reihe der ungelösten gelegten Feuer gekommen.
Um 0.43 Uhr wurde an der Luisenstraße nach ersten Erkenntnissen ein Pkw in Brand gesetzt. Das hätte übel ausgehen können. Denn, so meldet die Unnar Polizei:
„Zum Zeitpunkt der Brandentwicklung befand sich der 48-jährige Halter aus Hamm schlafend auf der Rückbank des Fahrzeugs.“
Zeugen wurden zum Glück auf den Brand aufmerksam und weckten den Mann, der das Fahrzeug unverletzt verlassen konnte. Die alarmierte Feuerwehr löschte den Brand.
Der Pkw wurde durch die Polizei sichergestellt. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung wurden aufgenommen.
Praktisch zeitgleich, um 40 Minuten nach Mitternacht, wurde nur wenige 100 Meter entfernt ein brennender Pkw an der Kornstraße gemeldet.
„Das Fahrzeug war frei auf der Straße geparkt“, teilt die Unnaer Polizei mit. Die Feuerwehr löschte das Fahrzeug, welches durch den Brand erheblich beschädigt wurde.
Die Polizei hat den Wagen sichergestellt, sucht nun Zeugen und hat die Ermittlungen eingeleitet.
Drei Brandstiftungen in einer Stunde richtete in der Nacht zu Fronleichnam, 4. Juni, über 80.000 € Schaden an:
Gegen 03:30 Uhr in der Frühe meldeten Zeugen einen Brand in der Mozartstraße, bei dem neben einem Mehrparteienhaus mehrere Mülltonnen brannten. Das Feuer griff auf einen abgestellten Wohnwagen und die Rollläden des Hauses über. Durch die Hitzeeinwirkung barsten die Scheiben, und die Fassade und das Dach des Hauses wurden ebenfalls beschädigt. Es folgte nicht lange danach ein Spendenaufruf für die Bewohner.
Der Brand wurde durch die Feuerwehr gelöscht. Die Hausbewohner blieben unverletzt. Der Sachschaden wurde auf etwa 45.000 Euro geschätzt.
Keine Viertelstunde später stellten die Einsatzkräfte im Rahmen ihrer Arbeiten an der Mozartstraße fest, dass in der Nähe auf einem frei zugänglichen Firmengelände an der Hochstraße zwei Müllcontainer brannten. Auch dieser Brand zog weitere Schäden nach sich, er schlug auf die Fassade des Firmengebäudes sowie ein daran aufgestelltes Baugerüst über. Der Sachschaden wurde hier insgesamt auf etwa 11.000 Euro geschätzt.
Das dritte Feuer bemerkten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei keine Stunde später, gegen 04:35 Uhr, am Buddenberg. Dort war eine zunächst unklare Rauchentwicklung zu sehen. Zur genaueren Lokalisierung der Örtlichkeit und zur Unterstützung bei der Fahndung nach möglichen Brandstiftern wurde ein Polizeihubschrauber eingesetzt.
Es stellte sich heraus, dass eine Gartenlaube in einer Kleingartenanlage in Flammen aufgegangen war. Auch hier löschte die Wehr. Die Laube wurde samt Einrichtung vollständig zerstört, der Sachschaden wird hier auf etwa 25.000 Euro geschätzt. Weil dieser Brandort an der Bahnstrecke Unna-Holzwickede lag, wurde vorsorglich die Bundespolizei informiert. Eine Beeinträchtigung des Bahnverkehrs ergab sich aber nicht.
„Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe ist in allen drei Fällen von Brandstiftung auszugehen“, teilte die Kreispolizei Unna mit. Weitere Angaben zum Ermittlungsstand folgten nicht mehr.
Die veheerende Brandnacht reiht sich ein in eine ganze Serie von Brandstiftungen in Unna-Mitte und Königsborn in den letzten zwei Jahren. Praktisch immer gingen die Ermittler von Brandstiftung aus, bisher wurde keine Tat aufgeklärt.
































