Krieg in Nahost setzt heimische Betriebe unter Druck: Jeder zweite plant Preiserhöhungen

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Foto: ©A. Reichert

Umfrage von IHK NRW: Höhere Energiepreise, Transportkosten und Lieferkettenprobleme setzen Unternehmen unter Druck.

Die Eskalation im Nahen Osten führt in vielen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen zu steigenden Kosten, belasteten Lieferketten und wachsender Unsicherheit. Das zeigt eine landesweite Umfrage von IHK NRW unter 768 Betrieben, die in der Region aktiv sind oder die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mittelbar spüren.

Fast 500 Unternehmen und damit über 60 Prozent geben an, negativ vom Konflikt in der Region betroffen zu sein. Ein knappes Drittel kann die Folgen noch nicht absehen. Die drei größten Herausforderungen sind steigende Transport- und Logistikkosten, steigende Energiekosten sowie Verzögerungen in der Lieferkette.

„Die Umfrage zeigt, wie hoch der wirtschaftliche Druck für viele Betriebe inzwischen ist. Unsicherheit, Kostensteigerungen und instabile Lieferketten treffen die Wirtschaft in NRW und auch in unserer IHK-Region in einer ohnehin angespannten Lage“, sagt Roland Klein, Präsident der IHK zu Dortmund.

Steigende Transport- und Logistikkosten

Bei neun von zehn Unternehmen mit Geschäft vor Ort sind die Transport- und Logistikkosten gestiegen. Über alle Unternehmen hinweg sind es 82 Prozent. Dabei sind alle Wege zu See, Luft und Straße betroffen. Die größte Herausforderung ist jedoch die Seefracht, da Schiffe überbucht sind oder ihren Bestimmungsort nicht anfahren können.

Steigende Energiepreise sind bei 71 Prozent der Unternehmen mittlerweile ein Problem. Hinzu kommen bei 40 Prozent aller Befragten Verzögerungen und Unterbrechungen in den Lieferketten. Gründe hierfür sind unter anderem längere Routen und eingeschränkte Hafenzugänge im Seetransport sowie Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten.

„Die Belastungen schlagen inzwischen sehr konkret im betrieblichen Alltag auf.

Mehr als jedes zweite Unternehmen plant, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiter geben zu wollen oder die Preise zu erhöhen.

Das zeigt, dass höhere Logistik- und Energiepreise längst nicht mehr nur ein Risiko sind, sondern in vielen Betrieben unmittelbar wirksam werden“, sagt Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund.

Neben Preisanpassungen überprüft jedes fünfte Unternehmen seine Lieferketten, sucht alternative Lieferanten oder baut die Lagerhaltung aus. Zugleich zeigt die Umfrage, dass über ein Drittel der Betriebe derzeit keine besonderen Maßnahmen plant.

Dennoch bleibt die wirtschaftliche Unsicherheit hoch. IHK NRW befürchtet eine Verschärfung der Belastungen für viele Unternehmen, sollten die Einschränkungen auf wichtigen Handelsrouten wie der Straße von Hormus noch länger anhalten. Der Standort Deutschland ist bereits durch strukturelle Schwächen und hohe Energiekosten belastet, sodass die zusätzlichen Preiserhöhungen und Versorgungsrisiken die Unternehmen noch härter treffen würden.

Hintergrund:
An der NRW-weiten Umfrage von IHK NRW beteiligten sich 768 Unternehmen, die entweder im Nahen Osten geschäftlich aktiv sind oder die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mittelbar spüren. 70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten. Umfragezeitraum: vom 23. März bis 29. März 2026.

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