112 Tiere weniger: Stadt Unna schickt Hundesteuerbescheide – Listenhunde viermal so teuer – Halbe Mio. für Stadtkasse

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Symbolbild Pixabay

Ab Freitag, 16. Januar, gingen sie in die Post: Die Stadt Unna verschickt die Hundesteuerbescheide für das Jahr 2026.

Im Vergleich zum Vorjahr sind 112 Hunde weniger in der Kreisstadt angemeldet, was nicht zwingend bedeuten muss, dass die Zahl der Hunde um 112 Tiere abgenommen hat. Indes ist die letzte „Hundesteuerprüfung“ in Unna schon einige Jahre her: Damals ließ die Stadt Mitarbeiter einer Fremdfirma die Zahl der Hunde erfassen, indem diese von Tür zu Tür gingen und fragten, ob ein Hund im Haushalt lebe und evtl. nicht angemeldet sei. In Folge kam es zu einer Reihe freiwilliger Nachmeldungen.

Hineinlassen musste bei diesen Haustürbesuchen indes kein Bürger die überraschenden Gäste.

Die Steuersätze im Stadtgebiet bleiben für das Jahr 2026 unverändert und sind wie folgt gestaffelt:

  • 1 Hund im Haushalt – 108,00 € im Jahr
  • 2 Hunde – 120 € pro Tier
  • 3 und mehr Hunde – 132,00 € pro Tier.

Bei sogenannten „gefährlichen Hunden“ gemäß § 3 Landeshundegesetz NRW – unsere Redaktion wählt seit jeher die Bezeichnung „Listenhunde“ oder „gelistete Hunde“ – fällt laut umstrittenem Ratsbeschluss seit Juli 2023 eine mehr als viermal so hohe Steuer an.

  • Sie beträgt für einen Hund 408,00 €,
  • für zwei Tiere pro Hund 450,00 €
  • und bei drei oder mehr solcher Hunde 483,00 € je Hund.

Hundehalter, die beispielsweise drei Staffords halten, werden damit in Unna pro Jahr mit 1449 Euro zur Kasse gebeten.

Die Kreisstadt rechnet in diesem Jahr mit Einnahmen von 506.007 €. Das sind im Vergleich mit dem Jahr 2022, als wegen Corona zahlreiche Hunde neu angeschafft wurden, fast 15.000 Euro weniger, gleichwohl spült die Hundeliebe ihrer Bürger der Kreisstadt weiterhin rund eine halbe Mio. Euro jährlich in die Kasse.

Derzeit sind in Unna 4579 Hunde angemeldet, das sind 112 weniger als im Vorjahr. Ein gleich dreistelliger Schwund binnen eines Jahres ist auffällig.

Offen ist, ob die Zahl der kläffenden Vierbeiner tatsächlich im vergangenen Jahr so abgenommen hat oder ob mehr Halter als sonst ihre Tiere nicht angemeldet haben.

Um eine dreistellige Zahl wuchs die Zahl der in Unna gemeldeten Hunde im „Corona-Jahr“ 2021: 153 Tiere mehr als im Vorjahr ließen die Stadtkasse im Folgejahr kräftig klingeln.

Hundesteuermarken werden in Unna inzwischen nicht mehr vergeben. Die Überprüfung der Einhaltung der Steuerpflicht erfolgt anhand der Chipnummern.

„Hunde, die bisher nicht versteuert wurden, sind unverzüglich anzumelden. Unterbleibt die steuerrechtliche Anmeldung, so liegt damit eine Ordnungswidrigkeit vor“,

warnt die Stadt.

Werde dies bei einer Überprüfung festgestellt, könne die Hundesteuer auch rückwirkend festgesetzt und ein Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit nach der Hundesteuersatzung auferlegt werden.

Quellen: PM Stadt Unna, Archiv RBU

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