SPD: Verein plant Mehrgenerationenwohnen in Falkschule – Stadt informierte Politik nicht und plant mit Museum

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Historisches Kleinod: die 1909 gebaute Falkschule. (Foto RB)

„Wohnprojekt Falkschule: Warum wurde die Politik nicht informiert?“

Diese Frage stellt in einer Pressemitteilung vom heutigen Montag, 27. Mai, kritisch die SPD-Fraktion Unna. Sie stellt Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) schriftlich einige Fragen und bittet um entsprechend schriftliche Beantwortung. Zeitnah.

Bekanntlich braucht Unna dringend mehr und bezahlbaren Wohnraum, erinnern die Sozialdemokraten.

Da müsste eigentlich ein Projekt, wie es der Verein „Neue Wohnformen Unna“ zurzeit in dem Gebäude der demnächst leerstehenden Falkschule plant, im Rathaus auf großes Interesse stoßen.“

In dem Schulgebäude sollen nach dem Umzug in die neue Gemeinschaftsgrundschule am Hertinger Tor 950 qm Wohnfläche unter dem Dach einer genossenschaftlichen Rechtsform entstehen – für mehrere Generationen, auch für Menschen mit Behinderungen, erfuhr die SPD von dem Verein.

„Doch konkrete Antworten der Stadtspitze bleiben aus und auch die Politik wurde bis heute nicht über das Vorhaben informiert, das erstmals im März 2023 im Rathaus vorgestellt wurde.“

Eine Information der Politik aber, so kritisiert die SPD, hätte spätestens im Rahmen der Haushaltsplanberatungen erfolgen müssen, als der von den Grünen geforderte Umzug des Hellweg-Museums in die Falkschule konkrete Formen annahm.

Das Vorhaben soll Sanierung und Ausbau der alten Burg ermöglichen, um dort mehr Ausstellungsfläche für eine Präsentation der Unnaer Heimatgeschichte zu schaffen. 

Die SPD richtet deshalb nun einige Fragen an Bürgermeister Dirk Wigant – auch vor dem Hintergrund, dass der Verein „Neue Wohnformen Unna“ wahrlich kein unbekannter Akteur im Stadtgeschehen ist.

„Vielmehr kann der Verein beachtliche Erfahrung vorweisen. Er setzt sich seit mehr als 15 Jahren für gemeinschaftliches Wohnen ein und versammelt unter seinem Dach vier erfolgreiche Wohnprojekte in Unna-Mitte, Massen und Königsborn mit 85 Haushalten – darunter „Lange Wiese“ (Massen) und die „Salier“ (Königsborn)“, unterstreichen die Sozialdemokraten.

„Bislang war die Kreisstadt Unna stets eine wichtige Förderin und Partnerin.“

 Konkret will die SPD unter anderem Antworten auf diese Fragen:

  • Warum ist die Politik über dieses aktuelle Projekt nicht informiert worden – auch nicht im Rahmen der Haushaltsplanberatungen, wo allein die Nachfolgenutzung der Falkschule als vorübergehender Standort für das Hellweg-Museum thematisiert wurde?
  • Warum gab es an den Verein „Neue Wohnformen Unna“ nicht die Rückmeldung, dass die Verwaltung komplett andere Pläne mit dem Gebäude der Falkschule verfolgt, obwohl das Vorhaben in einem ersten Gespräch zwischen Verwaltung und Verein im Frühjahr 2023 durchaus goutiert wurde?
  • Warum gab es keine konkrete Reaktion seitens der Verwaltung auf die erweiterten Planungen des Vereins im November 2023? Dieser hat nach Bekanntwerden der Überlegungen zum Museumsumzug durch die öffentliche Berichterstattung einen Architekten-Entwurf erstellen lassen, der beide Vorhaben miteinander in Einklang bringt: die Turnhalle als Interims-Museum zu nutzen und das Wohnprojekt parallel weiter zu verfolgen.
  • Gibt es wie behauptet Nachbarschaftseinwände gegen das Wohnen im Gebäude der Falkschule, oder richteten sich die Einwände nicht vielmehr gegen die ursprünglich angedachte Hinterlandbebauung an der Gartenstraße?

 Die SPD bittet den Bürgermeister in ihrem Schreiben um eine zeitnahe schriftliche Beantwortung aller gestellten Fragen. 

Lesen Sie HIER die ausführliche Antwort der Stadt.

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