„Huch, da kriegt man ja Angst“: Diskussionen über „Grusel-Wahlplakat“ der FDP und was die FDP damit sagen will

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Das düster-drohende Wahlplakat der FDP, hier an der Stellwand in Fröndenberg-Mitte, sorgte zum Auftakt des Europawahlkampfs für Diskussionen bei unseren Lesern. (Foto: RB)

Am 9. Juni ist Europawahl, vor einer Woche wurden die ersten Wahlplakate aufgehängt – inzwischen bedecken sie nicht nur die großen Plakatstellwände, sondern säumen zunehmend an Laternenpfahlen befestigt die Hauptverkehrs- und Wohnstraßen.

Zu der ersten komplett beklebten Plakatwand gehörte die auf der zentralen Fröndenberger Kreuzung an der Wilhelm-Feuerhake-Straße/Mendener Straße. Flächendeckend haben sich hier die Ampelparteien SPD, FDP und Grüne sowie gleich zweimal die CDU verewigt.

Für den meisten Gesprächsstoff sorgte bei unseren Lesern auf Facebook das Europawahl-Startplakat der FDP: Es zeigt in düsteren Grautönen und in Nahaufnahme die obere Gesichtspartie von Europakandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Augenbrauen drohend/besorgt zusammengezogen, die Stirn in tiefe Falten gelegt, mit den Worten: „Es ist nicht egal. Es ist Europa.“

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Die Reaktionen unserer Facebook-Community schwankten zwischen Schrecken („Gruselig!“, „Huch, damit kann man ja kleine Kinder erschreckend!“) und triefendem Spott („Was ist das – Nosferatu Teil 4?“). Und vielfach kam die Frage: „Was hat sich die FDP bei diesem düsteren Plakat denn eigentlich gedacht? Was soll es aussagen?“

Wir baten die lokalen Freidemokraten um eine Antwort darauf.

Für die FDP im Kreistag antwortete uns die Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Susanne Schneider aus Schwerte wie folgt:

„Die FDP entscheidet mit der Kandidatin über die Plakatmotive. Ich finde dieses Plakat durchaus gelungen.

Sicher wirkt es ein wenig düster – mich erinnert es an die aktuell sehr düstere Situation in der Ukraine, die uns Liberalen eben „nicht egal“ ist.“

Die Motive wechseln 14-tägig, ergänzte Schneider, heißt, in der kommenden Woche kommt bereits das nächste.

Und Felix Wiesemann, Fraktionsgeschäftsführer der FDP Unna, erklärte auf unsere Anfrage:

„Wir sprechen gerne über politische und nicht ästhetische Inhalte.

Demnach finden wir das Plakat sehr gelungen, dies bestätigt auch der positive Zuspruch aus der Unnaer Bürgerschaft.

Das Plakat zeigt die Entschlossenheit von Marie-Agnes Strack-Zimmermann und genau so zuversichtlich gehen wir auch in die Wahl.“

Zuversicht benötigen die Freidemokraten allerdings auch.

Ihre Partei steht laut der jüngsten Meinungsumfrage zur Europawahl – veröffentlicht am 27. April vom Forschungsinstitut Insa – bei 4 Prozent. Eine 5-Prozent-Hürde gibt es bei der Europawahl indessen nicht.

4 KOMMENTARE

  1. vielleicht schämt sie sich ein wenig, weil sie vor Gericht unterlag und nun „Kriegstreiberin“ genannt werden darf…

  2. Unser 7jähriger hat mich neulich gefragt wann das Plakat mit den gruseligen Augen endlich wieder von seinem Schulweg verschwindet.

  3. „Wir sprechen gerne über politische und nicht ästhetische Inhalte.“ – Das ist schön, nur fragt sich der interessierte Leser: wo sind die politischen Inhalte auf diesem Plakat zu finden?

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