Höffners 60 Mio.-Ansiedlung in Massen mit hauchdünner Mehrheit vom Rat angenommen

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Die Visualisierung der Höffner-Pläne. (Quelle Stadt Unna, Ratsinformationssystem)

Breite Teile der Unnaer Politik sind gegen die geplante Ansiedlung der Firma Höffner in Massen (Provinzialstraße). Wir berichteten darüber. 300 Arbeitsplätze will das Unternehmen schaffen.

In der letzten Ratssitzung dieses Jahres am Abend des 7. Dezembers stimmten die Fraktionen nach finaler strittiger Diskussion in geheimer Abstimmung über die 60 Mio.-Investition zwischen B1 und A44 (südlich der Provinzialstraße) ab.

Denn sowohl die CDU- als auch die SPD-Fraktion waren sich uneins.

Es gebe gute Argumente dafür wie dagegen, erläuterte SPD-Fraktionschef Laaser dies kurz. Geschlossen dafür sprachen sich FLU, WfU und FDP aus, geschlossen dagegen die Grünen.

Die Argumente werden wir in einem Folgeartikel wiedergeben.

Das Ergebnis der geheimen Abstimmung wurde um kurz nach 18 Uhr vom Bürgermeister verkündet:

Der Antrag auf die Errichtung eines Service-Standorts für Möbelkunden südlich der Provinzialstraße wurde haarscharf mit 21 zu 20 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.

Für eine Ansiedlung hatte sich bereits WfU (Wir für Unna) ausgesprochen, aus den drei großen Fraktionen kommen hingegen (auch) Vorbehalte.

+++ UPDATE – Lesen Sie HIER die Argumente der Befürworter und der Gegner +++

Die FDP-Fraktion hatte Ende November noch eine Stellungnahme abgegeben, in der sie ihr Unverständnis gegenüber den Ansiedlungsgegnern äußerte.

„Mit Verwunderung und Unverständnis nehmen wir die ablehnende Haltung großer Teile der Politik zur Höffner-Ansiedlung wahr.

Wir möchten an dieser Stelle nochmal zusammenfassen, was aus unserer Sicht für die Ansiedlung spricht:

– Es werden ca. 300 Arbeitsplätze und ca. 50 Ausbildungsplätze geschaffen. Breit gestreute Mitarbeiterqualifikationen von kaufmännischen Beschäftigten über Tischler, Schlosser, Techniker bis zu Monteuren. 

Die Ausbildungsplätze werden überwiegend in den Handwerken Tischlerei und Schlosserei entstehen.

– Es werden Gewerbe- bzw. Grundsteuereinnahmen in Höhe von ca. 500.000,- Euro jährlich für die Stadt Unna prognostiziert. Diese Einnahmen werden glaubhaft belegt durch eine schriftliche Einschätzung eines Wirtschaftsprüfers.

– Das Investitionsvolumen für diesen Standort wird mit ca. 60 Millionen Euro angegeben. Das bedeutet Bauaufträge für die heimische Bauwirtschaft und breit gestreute Aufträge und Einnahmen für Handwerk und verarbeitendes Gewerbe. Hierdurch werden zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt generiert.

– Durch die Ansiedlung wird zusätzlicher Hochwasserschutz für den Stadtteil Massen geschaffen, da entsprechende Wasserrückhaltebecken größer dimensioniert werden als eigentlich für dieses Projekt vorgeschrieben sind.

– Das energetische Konzept sieht großflächige PV-Anlagen in dem Umfang vor, wie es die Gebäudemaße und das Grundstück zulassen. Begrünung und die Fassadengestaltung werden nach den Wünschen der Stadt Unna eingeplant.

– Entgegen den genannten Befürchtungen wird es kein reiner Logistikstandort. Neben Logistikeinrichtungen wie Hochregallager entstehen Bürotrakte, Werkstätten wie Schlosserei, Tischlerei, LKW-Werkstatt sowie diverse Abteilungen für Ausbildung, Mitarbeiterschulung incl. dazugehöriger Sozialräume. Die Verkehrssituation wird sehr gemischt, neben Anlieferungsverkehr auch viele Leicht-LKW für Kundenkontakte. Bedingt durch den Standort ist keine wesentliche innerstädtische Verkehrsbelastung zu erwarten.

– Das Grundstück ist im Besitz der Fa. Krieger (Höffner) und somit nicht für eine andere Entwicklung verfügbar. 

Im Übrigen ist dieses Grundstück durch große Höhenunterschiede und schwierige Bodenverhältnisse nur sehr aufwändig und teuer zu erschließen.

Zusammenfassend spricht sich die FDP-Fraktion für diese Ansiedlung aus und appelliert an die anderen Ratsfraktionen, dieser Ansiedlung ebenfalls zuzustimmen.

Die Grünen und Teile der SPD hatten vor allem mit dem großräumigen Flächenverbrauch argumentiert.

5 KOMMENTARE

  1. In der Tat kann man da nur mit dem Kopf schütteln.
    Es werden qualifizierte Arbeitsplätze, keine Billiglöhner, geschaffen, die heimische Wirtschaft wird gestärkt und von Mitarbeitern und Unternehmen sind zusätzlich Steuereinnahmen zu erwarten.

    Da wird, auf Grund der grundsätzlichen Ablehnung durch die Grünen vom Rathaus ein dubioses Gutachten in Auftrag gegeben das vor Ungereimtheiten nur so protzt und von vorneherein sinnlos Steuergeld verschleudert wurde denn Höffner hat eine andersartige Nutzung bzw. Verkauf ausgeschlossen.
    Nun reiten Verwaltung und Teile des Rates auf diesem Gutachten, Ablage P, herum und suchen vergeblich und verzweifelt nach Gründen diese Ansiedlung zu vermeiden.

    Wenn dort ein Betonklotz analog Mühle Bremme oder den vorhandenen Lagerhallen entstehen würde könnt man ja die Zweifel verstehen.
    Hier liegen aber vom Investor entsprechende energetische Konzepte vor, der Hochwasserschutz wird verbessert, nahe Wohnbebauung ist nicht vorhanden und städtische Verkehrsbelastung ist auch nicht zu erwarten.

    Offensicht gibt es aber wieder einmal grüne Ideologie wider Vernunft.

  2. So eine Ansiedlung ist in der heutigen Zeit Gold wert.
    Das da Ratsmitglieder aus idiologischen Gründen dagegen stimmen, ist unfaßbar.

    Das der Rat wie auf Bundesebene keinen ordnungsgemäßen Finanzhaushalt mehr zusammen bekommt, ebenfalls. Planungssicherheit sieht anders aus. Wir leben in historischen Zeiten.

  3. Sehr schön dass endlich ein privater Investor, nach 3 Jahren unverständlicher Hinhaltetaktik der Verwaltung, den Zuschlag für die Ansiedlung erhalten hat.

    Nach den letzten WFG Unna Ansiedelungen mit großem Flächenverbrauch bei wenigen Niedriglohn Arbeitsplätzen ein positives Signal, zumal auch entsprechende energetischen Maßnahmen (im Vergleich zu Mühle Bremme) geplant und ein verbesserter Hochwasserschutz erreicht wird.

    Ein wenig unverständlich dass die Abstimmung so knapp ausgefallen ist aber offensichtlich gibt es doch noch Ratsmitglieder die rational denken und im Interesse der Stadt und der Bürger Entscheidungen treffen können.

  4. wenn noch im Bereich Möbellager und Abverkauf von Lager Ware sowie Kundendienst einen platz bekommen sollte man die die dagegen sprechen verklagen

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