Gegen LSBTIQ-Feindlichkeit: Stadt Unna hat Aktionsplan erarbeitet und hisst die Regenbogenfahne

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Regenbogenfahne - Symbolbild, Quelle Pixabay

Einen Aktionsplan gegen LSBTIQ-Feindlichkeit und für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt hat auf einstimmigen politischen Beschluss vom 1. Juni 2023 jetzt die Stadt Unna ausgearbeitet. In der letzten Ratssitzung dieses Jahres, am 7. Dezember, wird er beschlossen.

Zudem soll am Rathaus künftig mehrmals jährlich die Regenbogenflagge wehen.

Beides fußte auf einem Antrag der Grünen, die die Regenbogenflagge eigentlich einen ganzen Monat lang in Unna hissen wollen – und zwar im Juni, dem „month of pride“.

Vor gleich einem kompletten Monat der LSBTIQ-Beflaggung schreckte im Haupt- und Finanzausschuss am 1. Juni sichtlich der grüne Projektpartner CDU zurück, weshalb man sich auf einige Tage im Jahr einigte.

Den Aktionsplan gegen Schwulen-, Lesben- und Transfeindlichkeit erarbeitet die Stadt ohne einen konkreten Vorfall. Nach einem solchen fragte in der Sitzung Klaus Göldner, Fraktionschef der Freien Liste Unna (FLU): „Gibt es diesbezüglich irgendwelche Probleme in Unna?“

„Nein“, erwiderte Bürgermeister Wigant (CDU), doch „sich diskriminierungsfrei aufzustellen“ unterstreiche die Qualität der Stadtverwaltung als „attraktiven Arbeitsgeber“.

Grünen-Fraktionschefin Claudia Keuchel erinnerte an den nicht lange zurückliegenden Mord an einem jungen Trans-Mann in Münster.

„Soll die Fahne den ganzen Monat hängen?“, fragte vorsichtig Gaby Meier (CDU). „Je stärker und je länger ein Zeichen ist, umso besser“, fand Keuchel.

Es gebe Städte, sekundierte ihr ihr Grünen-Parteifreund und Beigeordnete Sandro Wiggerich, die den Juni als „pride month“ durchgehend mit den Regenbogenfarben beflaggen. Offenbar aber um die CDU als ihren Projektpartner nicht zu überfordern, lenkte die Grünen-Chefin ein: Es könnten auch nur einige Tage im Jahr sein.

„Wichtig ist, dass wir uns zur Vielfalt bekennen.“

Die Flagge soll nun an mehreren Tagen im Jahr am Rathaus wehen, etwa vom 17. bis zum 21. Mai – dem „Tag der Vielfalt“. Die Anordnung trifft jeweils der Bürgermeister.

Im ansonsten einstimmig angenommenen Antrag der Grünen heißt es begründend:

„Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter, nicht-binäre und queere Menschen (LSBTIQ) in Unna müssen ohne Angst, frei und selbstbestimmt leben können.

Das Hissen der Regenbogenfahne ist ein Zeichen der Weltoffenheit und trägt zur Erhöhung der Sichtbarkeit der LSBTIQ-Community bei.

Damit machen wir auf die anhaltende Diskriminierung von und auf die vielen Fälle von Gewalt gegen LSBTIQPersonen aufmerksam und zeigen, dass sich Unna aktiv gegen alle Formen von Diskriminierung einsetzt.

Als Arbeitgeberin und Behörde soll die Kreisstadt Unna ein Spiegelbild unserer vielfältigen und weltoffenen Gesellschaft sein.

Ein:e Beauftragte:r für LSBTIQ– Personen kann – analog zum Integrationsbeauftragten und zur Gleichstellungsbeauftragten – helfen, dieses Ziel zu verwirklichen.

Eine Arbeitsgrundlage bildet dabei ein Aktionsplan zur Förderung der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter und Queere Menschen gleich welcher Nation und Herkunft sind fester Bestandteil der Stadtgesellschaft. Bedauerlicherweise gehören aber Homo- und Transphobie nach wie vor auch zum gesellschaftlichen Alltag.

Mit dem Aktionsplan zur kultursensiblen Förderung der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt setzt sich die Kommune deshalb aktiv für die Gleichbehandlung aller Geschlechter ein, unabhängig von kultureller Herkunft und geschlechtlicher und sexueller Identität, und bringt Chancengleichheit und Teilhabegerechtigkeit mit konkreten Maßnahmen in die reale Lebenswelt.“

Der Aktionsplan, den die Stadt auf Ratsauftrag erarbeitet hat, wird am 7. Dezember in der letzten Ratssitzung dieses Jahres vorgestellt und beschlossen. HIER ist er im Detail einzusehen.

8 KOMMENTARE

  1. Im der Realitätsverdrehung sind die Grünen Weltmeister:

    „Grünen-Fraktionschefin Claudia Keuchel erinnerte an den nicht lange zurückliegenden Mord an einem jungen Trans-Mann in Münster.“

    „Laut der Gutachterin ist die Tat nicht auf eine homophobe oder queerfeindliche Einstellung des Mannes zurückzuführen. Die Anklage führt diese auf eine Persönlichkeitsstörung zurück,……“

    https://www.sueddeutsche.de/panorama/malte-c-prozess-muenster-angeklagter-gesteht-transmann-csd-1.5750717

    Wegen Mordes ist der schwer drogenabhängige schwule Boxer mit russischer Stattsbürgerschaft ebenfalls nicht verurteilt worden.

    Einen „Mord“ aus „queerfeindlichen Motiven“ hat es anscheinend in Münster nicht gegeben.

    Hoffentlich agiert Frau Keuchel nicht auch in der sonstigen politischen Arbeit so unpräzise.

  2. Warum immer diese Aktionen, lassen wir doch Menschen anderer sexueller Richtungen ihr Leben leben, ich frage beim Kennenlernen einer Person gar nicht nach sexueller religöser oder politischer Lebensweise. das gehört zum Privatleben dieser Menschen.
    Nur durch einige wenige sehen diese Menschen sich vermutlich veranlasst, sich rechtfertigen zu müssen, und die ganze Sache schaukelt sich auf, weil Mediegeile Zeitgenossen sich inzenieren wollen und können.
    Die Menschen, welche ich aus der Schwulen und Lesbenszene kennengelernt habe, sind Menschen wie du und ich. Sie leben ihr Leben, und das ist gut so.
    Wir sollten das respektieren, jeder kann sich seine Freunde selber aussuchen und entscheidet dann, ob man jemanden mag oder nicht.
    Vorurteile entstehen , weil wir den Medien mehr vertrauen als unserem gesunden Menschenverstand.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, das Menschen aus der LSBTIQ Szene viel offener und vertrauensvoller sind, als alle anderen die urteilen, ohne selber Erfahrungen gemacht zu haben.
    In meiner Familie und in meinem Freundeskreis hat sich oft erst im nachhinein herausgestellt, wie diese Menschen leben.
    Oft unvoreingenommen, weltoffen, verständnisvoll und ziemlich cool.
    Und das ist gut so.

  3. Jeder hat das Recht nach seiner Façon glücklich zu werden und dazu zählt auch Akzeptanz und Respekt für die sexuellen Vorlieben von Minderheiten.

    Aber der Affenzirkus der um diese kleine Gruppe gemacht wird (und auch nur von ganz wenigen trans Personen gewünscht wird) von den Grünen und den offensichtlich abhängigen Parteien, sei es CDU in Unna oder SPD in Berlin, ist kaum noch zu ertragen.
    Nicht nur dass man Fahnen aufgehängt werden mit dem Selbstbestimmungsgesetzt der HAmpel Regierung jahrzehntelange Frauenrechte ad absurdum geführt.

    Sowohl in Unna als auch Berlin gibt es ernsthafte Themen die es zu bewältigen gibt.
    Gendern und ein Aktionsplan LSBTIQ gehören sicher nicht dazu

    • Aber was soll man in dem Zusammenhang von den Politikern heute erwarten.

      Beispiel Helena Dali, Vorsitzende der Gleichstellungskommission der EU wollte die Wörter „Weihnachten“ und „Maria und Josef“ durch „Ferienzeit“ und „Malika und Julio“ ersetzen.
      Da „Nicht Christen“ benachteiligt und diskriminiert werden.

      Soweit sind wir mittlerweile und wundern uns über die AFD Umfragen in Deutschland und Wahlergebnisse in den Niederlanden

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