SPD zur autoarmen Innenstadt: Erst lenken, dann beschränken – „Ohne Parkleitsystem geht es nicht“

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Digitale Hinweise auf verfügbare Stellplätze gibt es in Unna bisher nur am Ostring / Höhe Einfahrt Ringtunnel und hinter dem Ringtunnel am Parkhaus Neue Mühle. (Foto M. Trillhose)

„Ohne Parkleitsystem geht es nicht. Für eine autoarme Innenstadt müssen die Weichen richtig gestellt werden.“

Das stellt die Unnaer SPD-Ratsfraktion zum überarbeiteten Parkkonzept vor, das die Stadtverwaltung der Politik in dieser Woche in Form eines Eckpunktepapiers präsentiert. Nach den Fachausschüssen für Verkehr (FSO) und Stadtentwicklung steht das Thema auch am heutigen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss auf der Tagesordnung.

Die SPD schickte uns vorab auf Anfrage bereits ihre Position zu.

Demnach zeigt sich SPD-Fraktionschef Sebastian Laaser froh, dass mittlerweile alle relevanten Akteure, insbesondere auch Kaufleute und Anlieger, in die Planungen für ein künftiges Parkraumkonzept einbezogen sind „und der schwarz-grüne Alleingang ein Ende hat“.

Er betont aber auch:

„Ohne ein funktionierendes Parkleitsystem geht das alles nicht. Das ist zwingend erforderlich.“

„Denken, lenken, beschränken“, auf diesen Dreiklang kommt es der SPD beim Thema Innenstadtparken an. Denn:

Nur wenn die Autofahrer schon auf den Hauptzufahrtstraßen zum Verkehrsring problemlos erkennen können, wo freien Stellplätze in Unnas Parkhäusern und Tiefgaragen zur Verfügung stehen, wird der unschöne Park-Suchverkehr in der City aufhören.

Die Sozialdemokraten fordern außerdem eine verbindliche Zeitschiene und klare Aussagen zu Kosten und Realisierbarkeit.

„Ein allgemein gehaltener Prüfauftrag an die Verwaltung, so wie er zurzeit vorgesehen ist, reicht uns nicht bei dieser Frage nach einem intelligenten Parkleitsystem, wenn man gleichzeitig zeitnah beginnen will, Parkplätze unter freiem Himmel wegzunehmen.“

Ein weiteres Anliegen der SPD-Fraktion: Die innenstadtnahen Wohngebiete außerhalb des Verkehrsrings, zum Beispiel Gerichts- Königsberger- oder Herderstraße, müssen von Beginn an mitgedacht werden, damit die Aufgabe von Parkplätzen dort kein Parkchaos herbeiführt.

Und: Die neuen Regelungen dürfen die Bürgerinnen und Bürger finanziell nicht überfordern.

Im Eckpunktepapier der Stadtverwaltung (Bericht HIER), dem die Zustimmung der schwarz-grünen Projektgemeinschaft sicher ist und das damit per se schon die Mehrheit hätte, ist innerhalb des Rings eine Anhebung der Parkgebühr für Außenstellflächen von 2,50 Euro je angefangene Stunde vorgesehen bei maximal 3 Stunden Parkdauer.

Außerhalb des Rings soll es die Hälfte kosten, ebenso in den Parkhäusern und Tiefgaragen (also 1,50 Euro) bei dort unbegrenzter Dauer. Vor Arztpraxen/Pflegeeinrichtungen etc. sind Haltezonen bzw. eingeschränktes Halteverbot vorgesehen.

Auf Kritik unserer Leser stieß in einer ersten Diskussion vor allem die starre Stundentaktung (bei einer Stunde und 2 Minuten kostet das Parken innerhalb des Rings direkt 5 Euro bzw. 3 Euro in den Parkhäusern), das weitere Festhalten am Entfernen von Parkplätzen sowie die massive Verteuerung der Bewohnerparkausweise: Diese sollen viermal so viel kosten wie bisher (statt 30 künftig 120 Euro im Jahr).

1 KOMMENTAR

  1. Neben dem Parkleitsystem könnte der Wunsch die Tiefgaragen und Parkhäuser zu füllen durch eine einfache, verständliche Regelung der Gebühren und Taktungen auch werbewirksam umgesetzt werden. „Stressfrei einkaufen und Citynah parken für 50 Cent / 20 min“.

    Ist eher ein Anreiz als eine Stundentaktung mit aufgerufenen 1,50€ für jede angebrochene Stunde.
    Die Umstellung der Automaten sollte kein Problem sein, eher die festgefahrene Denke der Verwaltung und der Politiker.

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