„Kein Respekt vor dem Leben“: Polizei bilanziert illegale Rennen

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Totalschaden nach einem verbotenen Rennen auf der A46 bei Iserlohn - es gab mehrere Schwerverletzte. Foto: Alex Talash

Wer an einem verbotenen Rennen teilnimmt oder aus anderen Gründen das Tempo deutlich überzieht, riskiert Menschenleben.

Die Dortmunder Polizei tritt deshalb auf die Bremse und zeigt Raserinnen und Rasern die rote Karte: 2022 stellte die Polizei nach verbotenen Rennen 56 Autos, 37 Führerscheine und 45 Mobiltelefone sicher.

Gegen 126 Fahrerinnen und Fahrer leitete die Polizei Strafverfahren ein (§ 315d Strafgesetzbuch). In 30 von diesen 126 Fällen verursachten die Raser bei einem Rennen einen Unfall.

Nicht nur Blitzer erfassen Raser, sondern auch die Polizei, die die Täterinnen und Täter verfolgt und stoppt.

Ein typisches Beispiel: Ein 23-jähriger Mercedes-Fahrer fuhr am 7. Juni 2023 bei einem Rennen mit mindestens 90 km/h über den Ostwall – bei erlaubten 30 km/h.

Der Dortmunder gab verharmlosend an, „ganz entspannt“ über den Wall gefahren zu sein und „nur ein bisschen aufs Gas getreten zu haben“.

Obwohl der Fahrer keinen Unfall verursachte und niemanden verletzte, musste er am Ende des Strafverfahrens für seinen angeblich „entspannten“ Fahrstil 2500 Euro zahlen.

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange gibt zu bedenken:

„Ob bewusst oder aus Naivität: Diese Raser blenden das hohe Risiko aus, das sie bei einem Rennen eingehen. Sie ignorieren die Lebensgefahr und verkennen offenkundig, worauf sie sich einlassen:

Dass sie einen Menschen sehr schwer verletzen oder sogar töten und deshalb wegen eines Verbrechens zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden können.“

Mit den strafrechtlichen Konsequenzen seines Handelns muss sich nun auch der 24-jährige Fahrer eines VW Golf auseinandersetzen: Er verlor am 29. April 2023 bei sehr hohem Tempo die Kontrolle über seinen GTI – der Beifahrer erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen am Kopf. Die Polizei ermittelt gegen den 24-Jährigen (§ 315d Strafgesetzbuch).

Für den Leitenden Polizeidirektor und Leiter der Direktion Verkehr, Ralf Ziegler, steht fest:

Wer an einem verbotenen Rennen teilnimmt, zeigt keinen Respekt vor dem Leben von Menschen und auch keinen Respekt vor den Gefühlen von Angehörigen, die den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten müssen.

Unsere Kontrollen und die daraus resultierenden Konsequenzen sollten sich in der Szene eigentlich längst herumgesprochen haben – wir kontrollieren jedoch so lange, bis der letzte Raser verstanden hat, wie risikant, respektlos, unverantwortlich und kriminell sein Handeln ist.“

Im täglichen Dienst sowie bei Schwerpunkteinsätzen überprüfte die Polizei im vergangenen Jahr 226 Fahrzeuge und 412 Insassen. 67 Personen und 41 Fahrzeuge wurden dabei mehrfach erfasst. Tatorte sind die Dortmunder Innenstadt (u.a. Wall), Autobahnen, Bundesstraßen und einzelne Stadtteile wie zum Beispiel Eving.

Die Polizei stellt Führerscheine und für elektronische Auswertungen auch Fahrzeuge und Mobiltelefone sicher. Unabhängig von den strafrechtlichen Ermittlungen können die Straßenverkehrsbehörden prüfen, ob Teilnehmer eines verbotenen Rennens charakterlich zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet sind – und Medizinisch-Psychologische Untersuchungen anordnen sowie Fahrerlaubnisse entziehen.

Quelle Polizei Dortmund

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