Image-Studie 2022: „Missstände ignorieren statt kritisch zu hinterfragen – immer weiter so, Unna“

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Symbolbild Meinungsbeitrag - Eselsbrunnen auf dem Unnaer Markt / Archiv: S. Rinke RB

Zu den Ergebnissen der neuen Unna-Image-Studie und den angebotenen Erklärungen des Stadtmarketings und seines beauftragten Instituts (wir berichteten) erhielt unsere Redaktion per Mail folgende Lesermeinung.

„Erfreulich, dass die negativen Veränderungen der Image Studie 2022 für das Stadtmarketing beruhigend sind, da gleich die Entschuldigungen mitgeliefert wurden. Da braucht man die Ergebnisse auch nicht wirklich kritisch hinterfragen und sehen, was sich tatsächlich in der Stadt verändert hat zu 2017.

Vom Angebotssortiment und den einzelnen Anbietern sicher eine Menge. Deshalb kaufe auch ich teilweise im Internet und nicht allein, weil mich Pandemie oder der Ukraine Krieg dazu getrieben haben.

Aber gut zu wissen, dass ich anschließend unter einem Dissonanz-Abbau und schlechtem Gewissen leiden muss.

Ansonsten kaufen wir gerne in Unna ein vor allem da,wo viele, besonders kleine inhabergeführte Geschäfte eine optimale Beratung bieten mit einer sehr guten Produktqualität. Des Weiteren ein gut bestückter Wochenmarkt. Bestätigt als Ausnahme bei der Befragung.

Das war es dann aber auch mit der „Attraktivität des Angebots“.

Auch wenn die Stadt nur bedingt Einfluss auf die Vermietung / Mieter der Geschäftsimmobilien hat, sollte sie zumindest die alteingesessenen und kleinen Geschäfte nach Möglichkeit unterstützen und ihnen nicht durch unsinnige Verbote, wie letzten durch das Ordnungsamt in der Wasserstraße, die dringend benötigten Umsätze verwehren.

Statt dessen gibt es ein „leuchtendes“ Beispiel städtebaulicher Fehlplanung. Einen aus der Zeit gefallenen Betonklotz mit überdimensionierten Einkaufsflächen und Deckenhöhen auf allen Ebenen. Klimaneutralität bei dem Bau anzusprechen erübrigt sich.

Darin einen weiteren zusätzlichen Edekamarkt für Unna, ansonsten eher Verlagerung und Ausdünnung des Innenstadtangebotes. Des Weiteren chaotische, unübersichtliche neue Verkehrsführung mit Staugarantie auf dem Ring und mit Steuergeldern finanziert.

Eine Stadt, die den Radverkehr fördern will, hätte eine Planung wie die Treppenanlage zum Königsborner Tor nicht zugelassen. Diesbezüglich gibt es reichlich Kritik am Bauamt, das bei Privatinvestoren aufs genaueste Detail achtet und bei kleinsten Fehlern gern den Antrag ablehnt. Einen Kniefall dagegen beim Investor Ten Brinke.

Forderung des Bauamtes zu energetischen Maßnahmen: Fehlanzeige. Weiterführung eines von Anwohnern frequentierten Fußweges südlich der Bahn: Fehlanzeige, Vermeidung der Lichtverschmutzung durch moderne, nur nach unten abstrahlende Leuchtkörper mit bedarfsgerechter Steuerung: Fehlanzeige. Um nur drei Beispiele anzuführen. Ob der Bürger das bei der nächsten Befragung anders sieht??

Die Unzufriedenheit und fehlender Stolz mit der Innenstadt hat ebenso wenig mit einer verschlechterten Stimmung wegen Pandemie und Ukrainekrieg zu tun.

Die Unzufriedenheit mit der Innenstadt steigt immer dann, wenn ich aus meinem Vorort Richtung Innenstadt fahre.

Egal ob mit dem Auto oder – wie meistens – mit dem Rad begrüßen mich an den Straßenrändern, den Baumscheiben und den Straßenkreuzungen keine gepflegten Blumenbeete, sondern kniehohe Wildkräuter, auch Unkraut genannt, bestückt mit diversen Abfällen. Es gibt in anderen Städten ausreichende Beispiele, wie auch mit geringen finanziellen Mitteln ein anderes Bild entstehen kann. Warum nicht in Unna? Ein weiterer Grund mit, warum man sicher nicht stolz sein kann auf „seine Stadt“.

Also weiter so. Missstände und Problemen nicht hinterfragen und versuchen, Lösungen zu finden, sondern lieber Suche nach einer passenden Entschuldigung. Selbst wenn sie aus den Fingern gesogen wird wie die Erklärung zum Dauerrot der Mühle Bremme-Ampel auf dem Ring, welches letztlich nicht dem Verkehrsfluss diente, sondern nur auf einen Defekt zurückzuführen war. Für eine Verwaltung, die die Interessen der Bürger vertreten soll, nicht würdig.“

  • alias „St. Gremling“, Unna (Name und Kontaktdaten des Lesers sind der Redaktion bekannt)

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