#SchüttelMichNicht: Schüttelpuppe hilft jetzt im CKU bei der Aufklärung werdender Eltern

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Gruppenfoto u.a. mit Hebammen, Aerztinnen und Aertzen, die Schuettelpuppen, die als Praeventionsobjekt zeigen, was im Hirn eines Saeuglings passiert, wenn es geschuettelt wird, wurden an Vertreterinnen von ca. 50 Geburtskliniken in Deutschland übergeben. (Fotocredit: Eva Oertwig)

 Babys sind hochempfindsame Wesen. Schon kurzzeitiges heftiges Schütteln kann zu ihrem Tod führen.

Für die frühzeitige Aufklärung werdender Eltern hat das Christliche Klinikum Unna Mitte jetzt eine Schüttelpuppe von der Berliner Charité erhalten.

Am 20. August veranstaltete die Klinik für Geburtsmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin ein
Symposium zum Thema „Vom reaktiven zum präventiven Kinderschutz“. Dabei wurde nicht nur das
zehnjährige Jubiläum des Präventionsprojekts „Babylotsen“ gefeiert, sondern auch #SchüttelMichNicht, das
gemeinsame Projekt mit dem German Council of Shopping Places (GCSP), vorgestellt.

Im Fokus von #SchüttelMichNicht steht die Prävention des Schütteltraumas – der häufigsten Form der
Misshandlung im Säuglingsalter – die oft zu schweren oder tödlichen Gehirnschädigungen führt.

Anlässlich des Symposiums erhielten zunächst rund 50 Geburtskliniken, darunter das CKU, bundesweit Schüttelpuppen für die Aufklärung werdender Eltern – bis zum Jahresende folgen rund 60 weitere Kliniken.

Insgesamt werden bei dieser
erstmaligen deutschlandweiten Aktion durch rund 100 Shopping-Center bis Ende 2022 SchüttelpuppenPatenschaften im Wert von über 200.000 Euro für Geburtsklinken übernommen.

Wie können diese sogenannte Schüttelpuppen zur Prävention beitragen?


Schüttelpuppen sind Simulationspuppen, die eindrucksvoll visualisieren, wie sich bereits kurzes heftiges
Schütteln auf das Gehirn eines Neugeborenen bzw. jungen Säuglings auswirkt. Umfragen zeigen, dass
rund zwei Dritteln der deutschen Bevölkerung nicht bewusst ist, dass bereits das kurzzeitig heftige
Schütteln tödliche Folgen für Babys haben kann. Daher ist Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit, etwa
in Infoabenden für Schwangere und Elternkursen, so wichtig. Genau hier setzt das Projekt an: Mehr als
100 Geburtskliniken in Deutschland sollen mit einer Schüttelpuppe ausgestattet werden und in
Kooperation mit dem Präventionsprojekt geschult werden.


Wie funktionieren die Schüttelpuppen im Detail?
Eine Schüttelpuppe ist ein Simulator, der es ermöglicht, die Auswirkungen des Schüttelns anhand des
durchsichtigen Acrylkopfs plastisch vorzuführen. Wird die Puppe aktiviert, schreit sie wie ein echtes Kind
und ist still, wenn sie heftig geschüttelt wird und ihr somit irreparable Schäden zugefügt wurden. Etliche
rote Lampen leuchten im transparenten Kopf der Puppe auf und symbolisieren die entstandenen Hirnblutungen.


Wie kommt es zu einem Schütteltrauma und wieso kann das Schütteln von Babys so fatal sein?

Beim Schütteln eines Babys fällt der im Verhältnis zum Körper recht schwere Kopf, der beim jungen
Säugling bzw. Neugeborenen rund 25 Prozent des Körpers ausmacht (beim Erwachsenen sind es nur
zehn Prozent), vor und zurück. Die noch schwach ausgeprägte Nackenmuskulatur kann ihn nicht halten.
Dabei wird das Gehirn stark geschüttelt und es kann zum Einriss von Venen und folglich zu schweren
Hirnblutungen kommen.

Welche medizinischen Folgen kann ein Schütteltrauma im Detail haben?

Es kann den Tod, schwerste neuronale Schäden oder lebenslange Behinderungen oder andere
Verletzungen zur Folge haben. Durch die entstandenen Verletzungen und Hirnblutungen kann es
wiederum zu Lernschwächen, Krampfanfällen, Bewegungsstörungen, Sehbehinderungen,
Netzhautblutungen, Taubheit, schwerer geistiger Behinderung, Wachkoma, etc. kommen. Von den
überlebenden Kindern werden nur 10 bis 20 Prozent wieder vollständig gesund.

Wann kann es zu einem Schütteltrauma kommen?

Ein Schütteltrauma entsteht in vielen Fällen durch Überforderung der Bezugspersonen, speziell wenn ein
junger Säugling/Neugeborenes besonders viel schreit und sich kaum beruhigen lässt. Jede Familie und
jedes Elternteil kann – sollte es zu einem Kontrollverlust kommen – von einer solchen Situation betroffen
sein. Aus diesem Grund sind Aufklärung und Prävention, u.a. mithilfe von Schüttelpuppen und
Lotsendiensten zu Frühen Hilfen, essenziell.

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