Solar, Wasserspiel, Fassadenbegrünung: „Wir für Unna“ macht Vorschläge zum Thema Klima

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Unnas Rathaus war einmal begrünt: Dieses Ölgemälde der Unnaer Künstlerin Elfriede Moschko-Jaeger (1903–1991) zeigt das 1914 eingeweihte vierten Rathaus der Stadt Unna in den 1950er Jahren. 1967/68 wurde das durch einen Brand beschädigte Gebäude abgerissen. An seiner Stelle in der Bahnhofstraße befindet sich heute die Sparkasse. - Foto Stadt Unna

Wie kann der zunehmenden Wärme und Trockenheit durch die Klimaveränderung effektiv durch städtische Maßnahmen begegnet werden?

Mit dieser Frage hat sich in der politischen Sommerpause die Ratsfraktion „Wir für Unna“ (demnächst vierköpfig – Bericht HIER) auseinandergesetzt.

Herausgekommen sind die folgenden Vorschläge.

Solar auf die Dächer – Gestaltungssatzung ändern

„Die Stadt Hamm hat es vorgemacht! Es geht also, wenn man will“, erklärt Ingrid Kroll, Fraktionsvorsitzende der WfU, und meint die Änderung der Gestaltungssatzung für die Innenstadt.

„In Hamm wurde die Gestaltungssatzung für die Zechenhäuser als historisches Erbe der Bergbau-Epoche geändert. Die Verwaltung will den Bewohnern den Zugang zu Sonnenenergie ermöglichen.

In Unna ist das für die Bewohner und Eigentümer in der Innenstadt schwer bis nicht möglich. Obwohl der Rat im Jahr 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, ist man mit baulichen Maßnahmen zögerlich.

Gemeint ist das Anbringen von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Unnaer Innenstadt. Kroll:

„Wenn wir alle eine Energiewende wollen, dann muss auch Mittelweg gefunden werden, um Energie der Zukunft nutzen zu können. Eine Änderung der Gestaltungssatzung muss daher zwingend neu formuliert werden.

Wir müssen uns im Klaren sein, was wir wollen, Denkmalschutz oder Klimaschutz! Es müssen Kompromisse gefunden werden.

Es gibt genügend Hersteller von Solarpaneelen, die sich darauf spezialisiert haben, Photovoltaik auch auf historische Gebäude zu montieren. Wir müssen auch davon ausgehen, dass sich das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und dem Denkmalschutz grundlegend verändern wird“, unterstreicht die WfU-Fraktionsvorsitzende.

Mehr Wasser für und in die City

Stadttaube im Eselsbrunnen – Foto Rinke

„Die Innenstadt braucht einfach mehr Wasser. Und im Zuge des Klimawandels ist es ein Muss, das neu zu denken. Wir sollten die Ressource Wasser noch mehr in die Innenstadt zurückholen“, sagt Ingrid Kroll.

„Mit den jetzigen Spitzentemperaturen in der Innenstadt kann mit der neuen Gestaltung der Fußgängerzone ein weiterer Freiraum mit Wasser weiter Lebensqualität schaffen. Besonders unsere Kleinen würden sich über ein Planschvergnügen in der Innenstadt freuen.“

Dazu hat die WfU-Fraktion beantragt, das verwaiste Rondell an der Ecke Wasserstraße/Krummfuß mit einem Wasserspiel aufzuwerten. Nach der Baumfällung (die nötig wurde, weil der Baum akut umsturzgefährdet war) wurde keine Ersatzpflanzung vorgenommen, erinnert Kroll.

Wasser in die City – wie hier in Fröndenberg, wo eini Fontänenfeld den Marktplatz ergänzt. (Foto: S. Rinke / RB)

„Die Fläche bietet sich hervorragend an. Wir beobachten ja, dass die Bürger das Rondell sehr gerne als Sitz- und Aufenthaltszone nutzen. Mit Wasser wäre dieser Platz besonders im Sommer wertvoll.“

Fassadenbegrünung – angefangen am Rathaus

Bei diesem „spannenden Thema“ müsse Unna einfach mutig sein und auch öffentlich zeigen, dass die Kreisstadt dem zunehmenden Verdichtungs- und Versiegelungstrend etwas entgegenzutreten habe, findet die WfU.

Anm. unserer Redaktion: Das gab es einmal – siehe das Gemälde des früheren Rathauses auf unserem Titelbild.

Mit einer Vertikalbegrünung am Rathaus könne die Stadtverwaltung als Vorbild durchstarten. Mit den heutigen neuen Techniken sei es schon möglich, das Gebäude ohne herkömmlichen Bodenanschluss zu begrünen.

Kroll führt weiter aus:

„Wenn wir wirklich den Klimawandel ernst nehmen wollen, dann müssen wir auch anfangen. Mutig, innovativ und vor allem vermeiden, reduzieren und kompensieren. Mit einer Vertikalbegrünung haben wir nicht nur einen positiven Klimaeffekt, sondern schaffen auch gleichzeitig Lebensraum und Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und andere Krabbeltiere.“

Keine Fassadenbegrünung ist wie berichtet dem Investor des Einkaufszentrums Neue Mühle als Auflage bei der Baugenehmigung erteilt worden. Ebensowenig die Anlage von Photovoltaik auf dem Dach.

„Neue Mühle“ heißt das Einkaufszentrum in Erinnerung an die Industriegebäude der Mühle Bremme, die dem modernen Neubau zwischen Post und Rathaus weichen mussten. Am 7. Juli 2022 eröffneten die ersten drei Mieter sowie das Parkdeck für über 300 Pkw und 150 Fahrräder. (Foto: Silvia Rinke)

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