Bürgermeisterbüro bald so personalstark wie der Ordnungsdienst

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Unna-Esel mit Blick aufs Rathaus - Foto S. Rinke

Weiterer PR-Mann/Frau/Divers fürs Unnaer Rathaus und seinen Chef gesucht.

Das Büro von Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) wird, von der Öffentlichkeit unbemerkt, sukzessive personell aufgestockt.

Zusätzlich zum „persönlichen Referenten des Bürgermeisters“, zu dem, wie von der Stadt mitgeteilt wurde, JU-Chef Niko Dahlhoff berufen wurde, gibt es jetzt eine „Leitung des Büros des Bürgermeisters“ (in Personalunion Stadtsprecher) sowie zeitnah noch einen weiteren Mann oder eine Frau für die Außendarstellung der Stadt und ihres Chefs:

Eine Stelle eines Pressesprechers/einer Pressesprecherin für die Kreisstadt wurde frisch ausgeschrieben.

Mit künftig drei Verantwortlichen für die Angelegenheiten und die PR des Bürgermeisters ist dieser Bereich im Rathaus dann personell genauso stark besetzt wie der Ordnungsdienst.

Dieser wird wie berichtet auf drei Kräfte zusammengeschrumpft, da die Verträge mit dem Jobcenter auslaufen und nach bisherigem Stand auch keine Verlängerung erfolgen wird.

Eine Kreisstadt mit 58.000 Einwohnern hat dann, die Stadtteile eingeschlossen, noch drei Kräfte für den gesamten Bereich der öffentlichen Ordnung.

Volker Viebahn als Sachkundiger Bürger der FLU (Freien Liste Unna) kritisierte diesen Umstand scharf im letzten Ausschuss für Feuerschutz, öffentliche Sicherheit und Ordnung (FSO), wir berichteten.

Zur gleichzeitigen personellen Aufstockung im Bürgermeisterbüro gab es auf Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstag, 28 Juli, keine weiteren Auskünfte. Unsere Anfrage, die wir an Bürgermeisterreferent Niko Dahlhoff geschickt hatten, wurde von Stadtsprecher und Bürgermeisterbüroleiter Christoph Ueberfeld wie folgt beantwortet:

„Herr Dahlhoff ist nicht für die Pressearbeit zuständig und auch nicht auskunftsberechtigt.

Bei ihrer Anfrage handelt es sich um Personalangelegenheiten, die wir nicht kommentieren.

Eingruppierungen in der Kommunalverwaltung richten sich nach dem TVÖD.“

Hintergrund: Der neu gesuchte Pressesprecher, der ein abgeschlossenes Studium sowie ein Volontariat o.ä. vorweisen muss, wird laut Ausschreibung nach E10 vergütet. Das liegt deutlich unter einem tariflichen Redakteursgehalt und auch deutlich unter dem, was Pressesprechern in anderen Städten gezahlt wird.

Während der Amtszeit von Altbürgermeister Werner Kolter (SPD) betreute Bürgermeisterreferent Oliver Böer zugleich die Pressearbeit mit, zeitweilig auch ohne einen weiteren Pressesprecher an seiner Seite.

Zum Ausschreibungstext HIER

3 KOMMENTARE

  1. Die Personalplanung und Ausstattung des Rathauses ist zwischenzeitlich nur noch ein Witz Diesbezüglich muss ich V. Viebahn Recht geben.
    Eingespart wird an bürgernahen, notwendigen und eher im Niedriglohn angesetzten Stellen um dann zeitgleich Stellen zu besetzten die mit rund 3500Euro monatlich dotiert werden. Ein Blick in die freie Wirtschaft genügt um zu sehen was der Manager eines Unternehmens mit weitaus mehr Verantwortung, breiteren Aufgaben, mit Kundenkontakt und bei oftmals auch noch anstehender Öffentlichkeitsarbeit für das Unternehmen zusammen mit einem / ner Assistenten / tin (sofern überhaupt vorhanden) leistet.
    Vielleicht sollten sich die Herren Büroleiter und persönlicher Referent mal ein wenig bewegen denn auch die Aufgabe der ausgeschrieben Stellenbeschreibung zählt eigentlich mit zu ihren Aufgaben.

  2. Dazu könnte ich jetzt schreiben…..aber echt, irgendwann wird’s lächerlich und ich könnte langsam platzen. Er soll mal anfangen Wahlversprechen einzulösen. Das wäre immerhin ein Anfang

  3. Viele Menschen in diesem Land müssen schon verzichten und leiden. Und der Herr Bürgermeister gönnt sich mal richtig. Das passt nicht zusammen. Wein saufen und Wasser predigen. Wie lange geht das noch gut?

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