286 Kinder leer ausgegangen – SPD schlägt Alarm: „Unna braucht dringend einen Kita-Gipfel“

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Symbolbild Pixabay

Eine junge Familie aus Unna ist im zweiten Jahr in Folge ohne Kitaplatz ausgegangen – sie wandte sich an unsere Redaktion, da sie vermutet, kein Einzelfall zu sein.

Das ist sie tatsächlich eindeutig nicht.

Die SPD-Fraktion, bis vor einem halben Jahr selbst noch stärkste Kraft im Rat, schlägt Alarm. „Unna hat viel zu wenig Kitaplätze!“

Nach dem eindringlichen Hilferuf einer Mutter zu Beginn der vergangenen Ratssitzung, zahlreichen Gesprächen mit betroffenen Eltern und einer aktuellen Vorlage aus dem Rathaus stellt die SPD fest, dass 286 Kinder bei der  jüngsten Anmelderunde leer ausgegangen sind.

Die Sozialdemokraten fordern deshalb den Bürgermeister auf, so schnell wie möglich zu einem Kita-Gipfel einzuladen.

„Wir müssen hier endlich gegensteuern und dürfen kein Kind zurücklassen“,

so Sonja Slabon, SPD-Ratsfrau und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.

Auf den eklatanten Mangel an Betreuungsplätzen hat die SPD-Fraktion wiederholt hingewiesen und im Rahmen der aktuellen Haushaltsplanberatungen zusätzliche Kita-Plätze für Unna-Mitte/Süd, Hemmerde, Lünern und Massen erfolgreich beantragt.

Nun zeichnet sich ab:

Selbst Kinder, die im Sommer drei Jahre alt werden, erhalten zum Teil keinen Kitaplatz. Mütter und Väter, die nach Ablauf der Elternzeit wieder arbeiten wollen und müssen, wissen nicht, was sie ihrem Arbeitgeber sagen sollen.

Dabei betont die SPD:

Die Verwaltung sei nicht vollkommen untätig geblieben. Sie habe versucht, sich auf die Nachfrage einzustellen. Aber es hapere an der Umsetzung. Das schlussendlich nicht realisierte Konzept am Katzenbuckel im Bornekamp sei nur ein Beispiel dafür. Die langen Diskussionen um eine neue Kita für Massen ein anderes.

„Die Leidtragenden sind am Ende die Familien. Sie wissen nicht, wie sie die Betreuung für ihre Kinder organisieren sollen. Das ist ein unhaltbarer Zustand, mit dem Unna in der Nachbarschaft relativ alleine steht. Zu allem Überfluss gibt der Bürgermeister in der letzten Ratssitzung anwesenden Eltern lediglich wachsweiche Antworten“,

ärgert sich Sonja Slabon.

Umso wichtiger sei nun ein Kita-Gipfel:

„Es müssen alle Akteure an einen Tisch. Und es müssen alle Lösungsansätze auf den Tisch!“, so die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Es sei jetzt dringend geboten, Notfallpläne zu schmieden – auch vor dem Hintergrund, dass die geflüchteten Kinder aus der Ukraine ebenfalls einen Anspruch auf Kita-Plätze haben.

Zentrale Fragen:

  • Gibt es schnell verfügbare Räumlichkeiten?
  • Gibt es ausreichend qualifiziertes Personal?
  • Können Tagesmütter und -väter in derartige Konzepte einbezogen werden?

„Vor allem ist es wichtig, dass wir jetzt schnell zusammenkommen. Wir alle sind in der Verantwortung. Die Zukunft unserer Stadt geht jeden Tag durch die Türen unserer Kitas und Tagespflegen“, so Sonja Slabon.

Ein weiteres Problem: Das viel zu komplizierte und nicht transparente Anmeldeverfahren für die Betreuungsplätze.

„Nach unserer Kenntnis haben die Familien bis heute noch nicht einmal ordentliche Absagen erhalten!“

Das Jugendamt teilt den Eltern, die keinen Platz für ihr Kind erhalten haben, zwar eine „Absage“ mit. „Gleichzeitig werden sie aber erneut aufgefordert, eine Bedarfsanmeldung zu stellen. Warum? Wozu ist das notwendig? Die Anmeldedaten liegen doch vor!“

Die Sozialdemokratin betont: Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz NRW) beschreibe sehr eindeutig, welche Pflichten die Kommunen in NRW haben. Es stelle sogar den Ablauf des Verfahrens dar.

Quelle: Pressemitteilung SPD-Fraktion Unna

1 KOMMENTAR

  1. Auch die Sozialdemokraten haben die letzten zwei Jahre alle Maßnahmen unterstützt, um die Arbeit in den Kindergärten so kompliziert wie möglich zu machen.

    Unzählige Erzieherinnen sind deshalb aus dem Beruf ausgestiegen.
    Wegen der Maskenpflicht, Testpflicht, Impfpflicht, Quarantänegefahr, Betretungsverbote oder auch schon deshalb, weil sie an den Kindern diese Maßnahmen nicht ausführen wollten. Oft genug kamen Montags Morgens zum Dienstbeginn seitenlange Gesetzesänderungen, die sofort vor Ort umgesetzt werden sollten. Das Personal wurde zwischen den toleranteren und den besonders panischen Maßnahmebefürwortern zerrieben. Die Auswirkungen der dauerhaft isolierten Kinder erforderten ein erhebliches Maß an pädagogischer Mehrarbeit in den Kitas, die schon vor den Maßnahmen erheblichen Fachkräftemangel hatten.

    Die Verantwortlichen dafür klagen nun über den selbst herbei geführten Zustand am lautesten.

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