Gedenken an die Opfer des Holocaust

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In Unna legten Bürgermeister Dirk Wigant, der Erste Beigeordnete Jens Toschläger (h.l.), Beigeordneter Markus von der Heide (v.r.) und Stadtkämmerer Achim Thomae (v.l.) am Friedensstein im Rathaus einen Kranz nieder.

Heute vor 77 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Zwischen 1940 und 1945 ermordeten die Nazis dort mindestens 1,1 Millionen Menschen, mehr als 90 Prozent von ihnen waren Juden. Auschwitz wurde zum Synonym für den Holocaust.

Zur mahnenden Erinnerung an dem Massenmord an der jüdischen Bevölkerung finden heute (27. Januar 22) in vielen Städten Gedenkveranstaltungen statt. Trotz Corona sind die meisten auch für Besucher offen.

In Unna legten Bürgermeister Dirk Wigant, der Erste Beigeordnete Jens Toschläger, Beigeordneter Markus von der Heide und Stadtkämmerer Achim Thomae am Friedensstein im Rathaus einen Kranz nieder. 

„Heute jährt sich zum 77. Mal der Tag, an dem die sowjetische Armee die überlebenden internierten Menschen aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreite“, erinnerte Bürgermeister Dirk Wigant und betonte: „Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist ein wichtiges Anliegen, nicht nur hier in Unna, sondern in ganz Deutschland. Denn Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis und den Rassenwahn. Wir tragen eine besondere Verantwortung, die Erinnerung an dieses Unrecht wach zu halten und künftige Generationen zur Wachsamkeit zu mahnen.“ 

Der 27. Januar, Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945, wurde zugleich vor 25 Jahren (1996) von dem damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum nationalen Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus erklärt. 
Unna begeht diesen Tag in der Regel mit einer Veranstaltung im Ratssaal. Dabei ist eine wichtige Tradition geworden, dass die Gedenkfeier von Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen in Unna gestaltet wird. Coronabedingt konnte auch in diesem Jahr das Gedenken nicht in der bekannten Form stattfinden.

In Kamen wird um 17 Uhr ein Kranz am jüdischen Mahnmal an der Ecke Sesekedamm/Bahnhofstraße niedergelegt. Bürgermeisterin Elke Kappen ruft die Bürger zur Teilnahme am Gedenken auf. Um die Abstände einhalten zu können, versammeln sich die Teilnehmer auf der gegenüberliegenden Maibrücke.

In Holzwickede verlegt der Künstler Gunter Demnig weitere Stolpersteine, ab 14 Uhr an der Herderstraße.

Auch Unna bekommt neue Gedenksteine zur Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger. Der Künstler Gunter Demnig verlegt am Freitag, 28. Januar 2022, 9 Uhr, sechs Stolpersteine für die drei Unnaer Ehepaare Reifenberg, Rosenmeyer und Rosenbaum.

Das Projekt STOLPERSTEINE Demnigs erinnert an das Schicksal der Menschen, die im nationalsozialistischen Wahn verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

„Wehret den Anfängen.“ Diese Aufforderung verweist darauf, dass die Demokratie nicht nur Freunde hat. Gerade deshalb ist sei erforderlich, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Für Bergkamens Bürgermeister Bernd Schäfer bietet der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar dafür einen würdigen Anlass: „Was in jener Zeit geschah – auch in Bergkamen – darf sich nie wiederholen. Voraussetzung dafür ist es, wachsam zu bleiben und das Gedenken an die Opfer lebendig zu halten.“

Das Projekt des Arbeitskreises Stolpersteine, das unter anderem das Schicksal der jüdischen Familie Hertz und des Juden Max Hermann behandelt, sei dafür ein gutes Beispiel.

1933 lebten auf dem heutigen Bergkamener Stadtgebiet fünf Menschen jüdischen Glaubens: die Eheleute Hermann und Amalie Hertz mit ihren Töchtern Grete und Lieselotte sowie Max Hermann.

„Angesichts der Tatsache, dass sich diese Menschen dem sicheren Tod nur durch Flucht entziehen konnten, ist die Zahl letztlich bedeutungslos“, so Bürgermeister Schäfer. „Sie täuscht darüber hinweg, dass die fünf von den Nationalsozialisten Verfolgten fast alles verloren haben und ihr Leben in den USA oder an anderen Orten neu aufbauen mussten. Es sind lediglich glückliche Umstände, die eine größere Anzahl an Opfern verhinderten.

Denn eins ist sicher: Hätte es in Bergkamen eine eigenständige jüdische Gemeinde gegeben – wie beispielsweise in Kamen und Unna – wären mehr Menschen gedemütigt, entrechtet, verfolgt, deportiert und getötet worden.

Auf der Webseite www.stolpersteine-bergkamen.de gibt der gebürtige Rünther Manuel Izdebski Auskunft über den Lebens- und Leidensweg der zur Zeit des Nationalsozialismus in Bergkamen lebenden Juden. Die Texte haben die Arbeitsgemeinschaft Antirassismus des Städtischen Gymnasiums und Lehrerin Heike Oumard für die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Willy-Brandt-Gesamtschule beigesteuert. „Erfreulich viele Menschen widersetzen sich dem Vergessen und halten die Erinnerung an die damaligen Ereignisse wach“, ist Bernd Schäfer dankbar für jeden einzelnen dieser Beiträge. Die Texte beschreiben sehr sachlich und nüchtern, was für die Juden jener Zeit grausame Realität war: Anfeindungen, Hetze, Berufsverbot, willkürliche Verhaftung, Misshandlung, Leben in Illegalität, Vertreibung und Flucht.

Quellen: Pressemitteilungen Stadt Bergkamen, Kamen, Unna

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