Neues Lotsenprojekt in Unnaer Kinder- und Jugendarztpraxen

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Die Stadt Unna baut ihre Präventionsarbeit weiter aus und bietet in drei Kinder- und
Jugendarztpraxen in Unna einen Lotsendienst an. Anna Gerber sowie Kristin Wulf sind als
Familienkinderkrankenschwestern und Lotsinnen in den Praxen von Sandra Schwarck,
Maral Yaprak-Erim und Dr. Guido Hein tätig. Den Lotsinnen stehen für diese
Beratungstätigkeit pro Woche 3 Stunden zur Verfügung.


Damit Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen können, sind eine frühzeitige
Erkennung von familiären Belastungen und eine Überleitung in geeignete
Unterstützungsangebote besonders wichtig. Die heutige Zeit stellt viele Familien vor
besondere Herausforderungen. Nicht immer wissen Eltern, an wen sie sich mit ihren
Fragen wenden können. Für viele Eltern ist es eine große Hürde, sich aktiv um
Unterstützung zu bemühen. In diesen Fällen lässt sich ein unkomplizierter Zugangsweg
über den Lotsendienst gestalten.

„In der Präventionsarbeit geht es darum, vom Kind aus zu denken und die Kinder und ihre
Familien in den Mittelpunkt zu stellen. Durch die Zusammenarbeit zwischen der
Gesundheitshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe erhalten Familien frühzeitig eine
passgenaue Unterstützung in Form von Informationen, Beratungen und Überleitung in
verschiedene Hilfesysteme“, sagt Claudia Kowaczek, Leiterin des Familienbüros der
Kreisstadt Unna.


Kinderärztinnen und Kinderärzte treffen in ihrem Praxisalltag häufig auf Familien, die im
Umgang mit ihren Kindern verunsichert sind. Themen können Schlaf- oder
Schreiproblematiken sein oder Fragen zu Fördermöglichkeiten von Kindern. Aber auch
Fragen zu Erziehungsthemen, finanzielle Sorgen oder Trennungs- und
Scheidungsprobleme können dazu führen, dass sich Eltern in ihrem Alltag gestresst
fühlen. Hier kann bereits die Information über das Angebot von Elterncafés und
Spielgruppen hilfreich sein.

Und hier greift die Unterstützung durch den Lotsendienst. Die Lotsinnen Anna Gerber und
Kristin Wulf können im Praxisalltag ungezwungen Kontakt zu den Eltern aufnehmen. In
einem vertrauensvollen Rahmen können die beiden gemeinsam mit den Eltern überlegen,
welche Unterstützung helfen könnte. Die Lotsinnen kennen sich aufgrund ihrer Tätigkeit
als Familienkinderkrankenschwestern sowohl mit gesundheitlichen als auch mit
pädagogischen Fragestellungen aus und sind des Weiteren gut im Stadtgebiet vernetzt.
Die Überleitung zu Netzwerkpartnern wie z.B. Beratungsstellen, Elternschule,
therapeutischen Angeboten oder auch Krabbelgruppen gelingt leicht und stellt für die
Eltern häufig eine große Erleichterung dar.


In den spontanen Gesprächen mit den Eltern ergeben sich häufig Fragestellungen zu
Schlafproblematiken bei den Kindern, die sie aufgrund ihres Fachwissens und
Zusatzausbildungen gut beantworten und die Eltern beruhigen können. Auch
traumatische Geburten finden sich häufig als Gesprächsthema mit den Lotsinnen wieder.
Bauchschmerzen und Unruhe der Kinder werden ebenso oft angesprochen. Und auch
vielfältige Problemlagen von Eltern können mit in die Beratung einfließen. Gerade junge
Mütter oder Mütter mit ihrem ersten Kind haben viele Fragen.
Die Ärzteschaft profitiert ebenfalls von diesem Angebot, wissen sie doch die Familien in
guten Händen. Für die Ärztinnen und Ärzte ist es beruhigend zu wissen, dass Familien
Unterstützung erhalten, wenn sie selber aufgrund fehlender zeitlicher Ressourcen im
Rahmen des Praxisalltags wenig Möglichkeiten haben, Familien intensiv zu begleiten.
Entstanden ist dieses Projekt im Rahmen eines Interprofessionellen Qualitätszirkels (IQZ)
zwischen Jugendhilfe und Gesundheitshilfe. Die Kreisstadt Unna, der Kreis Unna sowie die
Stadt Kamen arbeiten im Rahmen der Frühen Hilfen seit Ende 2019 gemeinsam mit


Vertretern der Gesundheitshilfe an präventiven Strategien für Kinder und Familien.
Die Kosten für dieses Projekt trägt die Kreisstadt Unna aus Mitteln des Förderaufrufs
„kinderstark – NRW schafft Chancen“ des Landes NRW. Für Eltern ist das Angebot
kostenfrei.

Für weitere Informationen zum Lotsendienst in Kinder- und Jugendärztlichen Praxen ist
Claudia Kowaczek vom Familienbüro unter der Telefonnummer 0 23 03 / 103 – 553 zu
erreichen.

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