„Wir sind jetzt hier“ in Unna – Geflüchtete aus Irak, Afghanistan, Somalia erzählen

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Junger Asylbewerber - Fotoquelle Pixabay

„Ein Taliban ist zwischen meinem Haus und der Schule“, sagt Azim. – „Manchmal blicke ich mich selbst im Spiegel an. Und ich frage mich: Bin ich kriminell? Sehe ich wie ein Krimineller aus?“, fragt sich Hasib.

Sie sind jetzt jedenfalls hier.

„Wir sind jetzt hier“ lautet der Titel eines Dokumentarfilms über geflüchtete junge Männer. Ihn anzusehen und danach mit Betroffenen zu diskutieren, dazu lädt für Montag, 27. September, der Integrationsrat der Stadt Unna ein. In der Ankündigung heißt es:

„Im Mittelpunkt des Diskurses standen vor allem junge Männer, die allein aus Syrien oder Afghanistan, aus Somalia, Eritrea oder dem Irak nach Deutschland kamen.

Sie wurden zur Projektionsfläche, einerseits für ernsthafte Sorgen, anderseits für plumpen Rassismus. Es wurde viel über sie gesprochen, wenig mit ihnen und selten bekamen sie ein Forum, selbst zu sprechen.

Im Film „Wir sind jetzt hier“ der Filmemacher Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck kommen sieben junge Männer selbst zu Wort. Männer, die vor wenigen Jahren als Geflüchtete nach Deutschland kamen, sprechen direkt in die Kamera.

Wie finden sie sich in Deutschland zurecht? Mit welchen Problemen und Ängsten haben sie zu kämpfen? Und wie bereiten sie sich auf ihre Zukunft vor?

Sich gemeinsam hinsetzen, Zeit nehmen, sprechen. Wie geht es dir wirklich? Wie ist es für dich hier zu leben, während deine Familie in der Heimat bleiben muss?

„Ein Taliban ist zwischen meinem Haus und der Schule. Kann ich meine Familie wiedersehen? Ein Teil deines Lebens, deines Körpers bleibt irgendwo und dann ist deine Familie in Gefahr. Und du sitzt in der Klasse und du lernst Dativ und Akkusativ.“

(Azim Fakhri aus Afghanistan)

„Manchmal blicke ich mich selbst im Spiegel an. Und ich frage mich: Bin ich kriminell? Sehe ich wie ein Krimineller aus?“

(Hasib Azizi aus Afghanistan).

„Wir sind Menschen. Körper voll mit Gefühl“,

sagt Azim Fakhri.

„Wenn wir anfangen, Menschen wirklich zuzuhören und nicht nur bei den Dingen, die uns interessieren und nur Fragen stellen, die aus unseren Vorurteilen entspringen, sondern wirklich Menschen zuhören, dann sind, glaube ich, alle Menschen, davon bin ich total überzeugt, inspirierend“, sagt die Autorin und Filmemacherin Ronja von Wurmb-Seibel.

Im Anschluss: Podiumsdiskussion mit Geflüchteten aus Unna. Moderation Volker Jeck
Termin: Montag, 27. September 2021, 19 Uhr Aula des Berufskollegs der Werkstatt im Kreis Unna

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