„Elektroniker/innen aus Jordanien und Ägypten“ – Heimische Fachbetriebe für Pilotprojekt gesucht

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Symbolbild, Quelle Handwerkskammer Dortmund


„Fachkräfte für NRW: Elektronikerinnen und Elektroniker aus Jordanien und Ägypten“: Für dieses Pilotprojekt sucht die heimische Handwerkskammer interessierte Betriebe.

„Der Fachkräftemangel ist in vielen Wirtschaftszweigen in Deutschland spürbar. Gerade für kleinere und mittlere Handwerksbetriebe bieten die neuen Verfahren der Fachkräfteeinwanderung gute Chancen, qualifizierte Mitarbeiter im Ausland für sich zu gewinnen“, stellt die Handwerkskammer Dortmund fest.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) hat deshalb mit finanzieller Untestützung von Bund, Bundesagentur für Arbeit und Land NRW ein Pilotprojekt gestartet, um Elektrofachbetriebe bei der Fachkräftesuche im Ausland zu unterstützen.

„Betriebe aus den Kammerbezirk, die Fachkräfte im Bereich Energie- und Gebäudetechnik suchen und sich an dem Pilotprojekt beteiligen möchten, sollten diese Chance nicht ungenutzt lassen“,

unterstreicht Kai Thomaschewski, Ausbildungsberater der Dortmunder Kammer. „Interessierte Betriebe können sich direkt an den Westdeutschen Handwerkskammertag wenden.“

Bis Ende 2022 sollen durch „Fachkräfte für NRW: Pilotprojekt Elektronikerinnen und Elektroniker aus Jordanien und Ägypten“
20 Elektro- und Informationstechnische Handwerksbetriebe in den Kammergebieten Dortmund und Düsseldorf Unterstützung und Begleitung bekommen.

In einem ersten Schritt sollen Personen aus den beiden Herkunftsländern gefunden werden, die Qualifikation und Berufserfahrung im elektrotechnischen Handwerk besitzen, konkret im Fachbereich Gebäude- und Energietechnik. Im Anschluss werden sie mit interessierten Betrieben zusammengebracht.

„Es folgen weitere Maßnahmen, die es Handwerksbetrieben ermöglichen, den Prozess der beruflichen Anerkennung, Qualifizierung und Integration erfolgreich zu gestalten“, so die Kammer.

Welche Rolle spielt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) soll qualifizierten Fachkräfte aus Drittstaaten den Weg in deutsche Betriebe ebnen. Maßgeblich für das Gelingen dieser Art Fachkräftesicherung sei neben den erforderlichen Deutschkenntnissen vor allem die berufliche Anerkennung der im Ausland erworbenen formalen Qualifikationen. Diese wird bei der zuständigen Handwerkskammer beantragt und in einem individuellen Bescheid ausgewiesen.

Da hierbei meist Unterschiede in der Berufsqualifikation individuell festgestellt werden, sind geeignete Ausgleichsmaßnahmen – sogenannte Anpassungsqualifizierungen – notwendig. Diese finden im Handwerksbetrieb und begleitend in einer Bildungsstätte des Handwerks statt.

Eine zusätzliche Prüfung ist nicht notwendig.

Betrieb und Bildungsstätte dokumentieren und bescheinigen, dass die im Anerkennungsbescheid identifizierten wesentlichen Unterschiede ausgeglichen wurden. Auf dieser Grundlage stellt die Handwerkskammer die vollständige berufliche Gleichwertigkeit fest und die betriebliche Beschäftigung als anerkannte Fachkraft im Elektro- und Informationstechnischen Handwerk kann umgehend erfolgen.

Für fachsprachliche Kompetenzen bietet das Pilotprojekt ebenfalls Unterstützung.

Warum Jordanien und Ägypten?

Das Land NRW hat Entwicklungspolitische Schwerpunkte formuliert. Projekte in Jordanien gehören zur Förderung, unabhängig davon unterstützt die Landesregierung auch Projekte in Ägypten. Mit dem Pilotprojeterfolgt nun eine Zusammenführung der bisherigen Bemühungen. Dadurch trage das Land NRW dazu bei, „…Ursachen für die Flucht nach Europa zu bekämpfen und den steigenden Migrationsdruck zu senken.“ (Hrsg. Staatskanzlei des Landes NRW, 2020)

Was sagt der Arbeitgeberverband?

„Wir sind sehr daran interessiert, das Pilotprojekt zum Erfolg zu führen, um so unseren Teil dazu beizutragen, so gut wie möglich den aktuellen Fachkräftemangel zu reduzieren. Wir erwarten auch in den kommenden Jahren keine Veränderung bei dem Fachkräftebedarf, da die Geschäftsfelder im E-Handwerk durch eine zunehmende Digitalisierung ebenso wie durch die Energie- und Mobilitätswende kontinuierlich anwachsen. Der Bedarf ist entsprechend groß, und trotz intensiver Ausbildung – der Zuwachs an Auszubildenden liegt durchschnittlich in den vergangenen Jahren bei rund 4 % in NRW – reichen die auf dem Markt zur Verfügung stehenden Fachkräfte nicht aus, den Bedarf der Fachunternehmen zu befriedigen.“
Christian Heil, Hauptgeschäftsführer Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH NRW) über das gemeinsame Vorhaben.

Weitere Informationen: www.whkt.de/fachkraefte

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