Ratssondersitzung zur Flut – Grüne: „Politik muss jetzt ran an die Schippe!“

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Hochwasser nach dem Starkregen Mitte Juli in Massen, hier das Regenrückhaltebecken. (Foto Kracht)

„Die Politik muss jetzt ran an die Schippe!“ Das fordern vor der heutigen Ratsssondersitzung zu den Hochwasserfolgen in Unna (17 Uhr, Bürgerhaus Massen) die Unnaer Grünen.

In ihrer Pressemitteilung schreiben sie:

„Man könnte meinen, das Wasser kam plötzlich und unvorbereitet, doch schon seit vielen Jahren ist klar, dass sich die Folgen des Klimawandels nicht nur in fernen Ländern zeigen werden, sondern auch direkt vor und hinter unserer Haustür.

Ratsmitglied Gudrun Bürhaus, in der Unnaer Umweltpolitik seit über 25 Jahren tätig, weist auf die vielen Anträge und Warnungen der Grünen in Unna hin, die in der Vergangenheit zahlreich geäußert, von anderen Fraktionen aber stets ignoriert wurden. Im Jahr 2000 beantragten die Grünen die Entsiegelung von Flächen zur dezentralen Versickerung von Regenwasser. Im Jahr 2008 warnten wir außerdem vor der Vermehrung von Starkregenereignissen in den nächsten Jahren und forderten früh konkrete Maßnahmen, damit später kein hektischer Aktionismus ausbricht.

Auch das Schwammstadtkonzept, wie in einem aktuellen Antrag vorgeschlagen, ist nicht neu – es ist längst Bestandteil des Strategiekonzepts Klimawandel aus dem Jahr 2012. In diesem einstimmig beschlossenen Konzept sind viele wichtige Maßnahmen enthalten, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Umgesetzt wurde davon bislang wenig. Im Gegenteil, aktuelle Bauvorhaben führen zur Versiegelung wertvoller Grünflächen und festgesetzter Überschwemmungsgebiete.

Es ist zwingend notwendig Bauvorhaben auf ihre Auswirkungen bei zukünftigen Starkregenereignisse genauer zu prüfen. Es ist noch nicht zu spät, um mit wirklichem Klimaschutz anzufangen – es lohnt sich! Doch nun geht es darum schnell zu handeln und die uns zu Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, statt längst Bekanntes als neue Innovation zu verkaufen. Die Konzepte liegen vor und werden durch neue innovative Ideen weiterentwickelt.

Es reicht nicht aus Versicherungsmulden, Regenrückhaltebecken und bauliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz für Gebäude zu errichten. Vielmehr müssen zusätzliche Überschwemmungsgebiete ausgewiesen, Gewässer und Auen renaturiert und mehr Bäume gepflanzt werden. Flächen müssen entsiegelt statt versiegelt werden und wir müssen die Verbrennung von fossilen Rohstoffen endlich reduzieren und so schnell wie möglich stoppen.

Die uns selbst auferlegten Versprechen müssen eingehalten werden. Vom Weltklimarat wissen wir seit wenigen Tagen, dass die Zeit noch mehr drängt als gedacht.“

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