„German Zero“ vor Ort: Mitstreiter für Klimaentscheid in Unna gesucht

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Symbolbild Klimaschutz-Demo / Archiv RB

Vor Ort in Unna konkret etwas für das Klima und die Umwelt tun. Das möchte Nadja Feldmann aus Unna. Die 31-Jährige sucht Gleichgesinnte für einen Klimaentscheid. Schon 49 dieser Entscheide sind in deutschen Städten auf dem Weg.

Konkrete Anlässe dafür, selbst aktiv zu werden, waren zuletzt Berichterstattungen wie über den Bau von Massentierhaltungsställen (Putenmastanlage in Unna-Ost, Hähnchenmaststall in Fröndenberg) oder den Kreisverkehr mit Ampel.

„Es gibt eine Organisation namens German Zero, in der ich seit einigen Wochen aktiv mitmache“, erzählt Nadja Feldmann.

„Die Lokalgruppe Ruhrgebiet für Politikergespräche kämpft für aktiven Klimaschutz. Über den Weg der direkten Demokratie kann man eine Kommune dazu verpflichten, gewisse Dinge umzusetzen. Für die Eishalle Unna gab es ja einen Bürgerentscheid. German Zero kämpft für lokale Klimaentscheide.“

Als Grundlage veröffentlichte German Zero ein Gesetzespaket zum 1,5 Grad Ziel, das mit zahlreichen Wissenschaftlern und Experten entwickelt wurde und Wirtschaft, und soziale Gerechtigkeit mit einschließt.

Wer sich Nadja Feldmann anschließen möchte, kann gerne per E-Mail Kontakt aufnehmen: klimaentscheid-unna@web.de

Über German Zero

German Zero ist ein unabhängiger Verein mit einem ambitionierten Ziel: Deutschland soll bis 2035 klimaneutral werden und damit dazu beitragen, die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Die Bundesregierung dagegen hat für Deutschland lediglich die Zielmarke 2050 ausgegeben. Zu spät für German Zero.

Dabei geht German Zero einen anderen Weg als die bekannteren Initiativen wie Fridays for Future. Denn:

Es ist alles auf dem Tisch, es fehlt aber eine Umsetzungsantwort“, fasst Julian Zuber, 33, die aktuelle Situation zusammen.

Der Geschäftsführer von German Zero meint damit: Die Fakten und die Ideen für einen progressiven Klimaschutz sind da, jetzt braucht es eine politische Umsetzung. German Zero stellt deshalb keine Forderungen, sondern geht einen Schritt weiter: Der Verein entwickelt selbst einen Gesetzentwurf.

Das 1,5-Grad-Gesetz, wie die Initiative es nennt, versucht dabei den großen Wurf: Es wird laut German Zero mit über 100 Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erarbeitet und sieht CO2-Reduktionen in allen großen Sektoren vor – von Energie über Verkehr bis hin zur Landwirtschaft.

Diese sehen teilweise drastisch aus, ein 1,5-Grad-Ziel ist ohne radikale Schritte gar nicht zu erreichen.

Ein Beispiel: Im Energiesektor will German Zero Deutschland komplett auf erneuerbare Energien umstellen und dafür Windkraft, Photovoltaik, Energiespeicher und Stromnetze ausbauen.

In derzeit rund 20 deutschen Städten gibt es Bewegungen, die auf einen Klimaentscheid hinarbeiten. Die lokalen Initiativen wollen deutsche Städte grüner machen, haben aus Sicht von German Zero aber noch eine weitere, wichtige Funktion:

Wenn in den Kommunen sowohl Bürger als auch Lokalpolitiker Druck auf die Bundespolitik ausübten, könnten sich mehr und mehr Abgeordnete mit dem 1,5-Grad-Gesetz von German Zero anfreunden.

Screenshot der German Zero Website https://germanzero.de/

Um diese Mehrheiten zu erreichen, setzt German Zero auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Klimaschutzinitiativen. Mit der Klimaallianz Deutschland – ein Bündnis von über 140 Klimaschutzorganisationen – hat German Zero einen „Klima-Wahl-O-Mat“ entwickelt.

Die Idee ist, dass sich Abgeordnete mit ihren persönlichen Standpunkten in Bezug auf Klimaschutz äußern können.

Interessant dabei: „Es ist erstaunlich, wie viele Personen in allen Parteien es gibt, die Klimaschutz wollen“, sagt Zuber. „Der Wille, etwas gegen die globale Erwärmung zu tun, findet sich offenbar nicht nur im linksliberalen Spektrum des Bundestags.“

Ganz kritiklos ist die Initiative nicht aufgenommen worden. Im Onlinemagazin „Klimareporter“ äußerte Martin Pehnt, Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Zweifel über die Machbarkeit der Pläne.

Die Zahlen, die allen Überlegungen und geplanten Maßnahmen German Zeros zugrunde liegen, würden sich nur ergeben, wenn man Klimaneutralität für 2035 ansetze und von dem Datum aus zurückrechne.

Eine andere Meinung hat das Wuppertal-Institut: der Thinktank hat im Oktober 2020 eine von „Fridays for Future“ in Auftrag gegebene Studie veröffentlicht, die besagt: Klimaneutralität in Deutschland bis 2035 ist sehr ambitioniert, aber technisch und ökonomisch möglich.

Quelle: German Zero / Klimareporter

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