Lockerungen für Geimpfte und Covid-Genesene: Selbstverständlich oder ungerecht gegen Jüngere?

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Symbolbild Corona-Impfung - Quelle Pixabay

Zügige Lockerungen der Coronabeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene sollen kommen.

Nach den heutigen (26. 4.) Beratungen von Bund und Ländern beim „Impfgipfel“ wird die Regierung dazu eine Rechtsverordnung vorbereiten. Die Betroffenen sollten z. B. bei Click and Meet oder beim Frisör vom Testzwang befreit werden.

Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Anschluss an den Impfgipfel bei der Pressekonferenz.

Die Impfpriorisierung soll demnach spätestens im Juni aufgehoben werden. Je mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, desto schneller werde geimpft, versicherte Bundeskanzlerin Merkel in der anschließenden Pressekonferenz am frühen Abend. Im Laufe des Monats Mai könne die Prioritätengruppe 3 mit einem Impfangebot rechnen – bei planmäßiger Lieferung der Impfstoffe.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich zuvor in einem Interview bereits für zügige Lockerungen der Coronabeschränkungen ausgesprochen – für geimpfte und negativ getestete Menschen sowie bereits genesene Covid-Patienten.

Als Beispiel nannte er die Möglichkeit, per „Click and Meet“ einzukaufen. Geimpfte und Genesene sollten dazu nicht mehr extra einen Test machen müssen.

Dabei argumentierte der Kanzlerkandidat der Union mit Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts, wonach Geimpfte wie Genesene weniger infektiös seien als negativ getestete Personen.

„Deshalb ist es rechtlich geboten, dass Geimpfte dieselben Rechte haben wie Getestete.“

Es zeige sich gerade: „Der Impfturbo wirkt.“ Erstmals nahm der CDU-Parteichef in dem Interview das Versprechen von Kanzlerin Merkel auf: Jeder, der sich impfen lassen möchte, bekomme noch vor der Bundestagswahl im September ein Impfangebot.

Ungerecht gegenüber Jüngeren

Eine Wissenschaftsredakteurin des WDR wies indes auf eine ganz andere Problematik hin:

Eine Ungleichbehandlung von Getesteten und Geimpften könnte ein großes gesellschaftliches Problem werden. Denn:

„Die jungen Leute haben sich so lange zurückgenommen, wenn jetzt die Biergärten oder die Urlaube nur für die älteren Geimpften, nicht aber für die jüngeren negativ Getesteten kämen, wäre das natürlich schwierig.“

Am Sonntagabend im ARD-Talk „Anne Will“ warnte zudem Virologin Viola Priesemann vor Leichtfertigkeit: Weil die Impfung nicht zu 100 Prozent schütze, könnten sich sog. Escape-Varianten bei Geimpften besonders gut ausbreiten. Das nehme man in Kauf, wenn man Geimpfte jetzt nicht mehr teste.

4 KOMMENTARE

  1. Dieser Bullshit der Regierung ist nicht mehr tragbar.
    Habe noch die Worte von Spahn im Ohr “keiner wird zur Impfung gezwungen“
    Und nun spielen sie den Corona Leugnern und Ignoranten in die Karten.
    Vielleicht sollte sie sich einfach mal den Spiegel vorhalten. Versagen der letzten Monate in allen Bereichen. Egal ob bei der Impfstoffbeschaffung, der Umsetzung der Prio Liste, den Anmeldungen dazu, der Einbeziehung der Hausärzte oder bei sinnvollen Maßnahmen die nicht mal ansatzweise erkennbar sind.
    Wie muss ich eigentlich gepudert worden sein um einen Großteil derer die sich an alle Vorschriften gehalten haben nun aber auf Grund des Totalversagens dieser Regierung wissentlich benachteiligt und bestraft werden sollen. Geht es noch???
    Diese gehampelt ist unwürdig für Politiker die sich anmaßen die Geschicke eines Landes zu führen.

    • Hinsichtlich des heutigen Gipfels gab es ja auch eine Aussage von unserem Möchtegern aus Düsseldorf. Dazu kann ich nur sagen: Ja, es wäre wirklich schön wenn Laschet ein Licht aufgehen würde. Bessere wäre es gewesen er hätte es schon vor Jahren gesehen, es bei uns gelassen um dann in der Dunkelheit zu verschwinden.

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