Illegales Schächten im Selm: ARD-Doku greift Skandal erneut auf – Was wussten die Behörden?

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Auf der Hompage des MDR ist der Beitrag vom Dienstagabend über den Selmer Schlachthof als Video eingestellt. - https://www.mdr.de/investigativ/schlachthof-fleisch-schaechten-100.html?fbclid=IwAR0MKNGz-uPJV8eKmPOM8fWO6moYM1_oKWfy2r8198_WxjOasa_SqLuQt_g

„Illegales Schächten: Wer bekommt das Fleisch?“

Unter diesem Titel berichtete am Dienstagabend, 13. April, das ARD-Magazin „FAKT“ zum zweiten Mal über den Tierquälerskandal im Selmer Schlachthof Prott.

In ihrem Beitrag gehen die Reporter der Frage nach, was die Behörden wussten.

Konkret steht das Kreisveterinäramt im Brennpunkt der Kritik, dessen Chef, Landrat Mario Löhr (SPD), erst gestern – nach dreiwöchigem beharrlichem Schweigen – erstmals eine Pressemitteilung herausgab. In dieser fordert er faires Vorgehen ein und verweist auf die laufenden Ermittlungen, erklärt auch (zum ersten Mal seit der Aufdeckung des Skandals durch entsetzliche Videos der Tierschützer) seine Betroffenheit über das extreme Tierleid.

Landrat Mario Löhr / Fotoquelle SPD Kreis Unna

Mario Löhr war bis Oktober vorigen Jahres noch Selmer Bürgermeister, was Mutmaßungen über persönliche Kenntnisse der Praktiken im dortigen Schlachthof noch anheizt. Zu solchen und weiteren Fragen unserer Redaktion gab es jedoch bislang keine Anworten.

Der (zu diesem späten Zeitpunkt überraschenden) Pressemitteilung des Landrats war am Vormittag die Ankündigung der SOKO Tierschutz vorangegangen, Strafanzeige gegen Löhrs Behörde zu stellen.

Aus besagter Pressemitteilung, die am späten Nachmittag auch unsere Redaktion bekam, zitieren auch die FAKT-Reporter. In einem kurzen Filmdreh vor dem Kreishaus wird der Leiter der Pressestelle, Volker Meier, gezeigt, als er behauptet, das Schächten habe außerhalb der Betriebsstunden des Schlachthofes in den Nachtstunden stattgefunden.

Nach Recherchen des SOKO Tierschutz und der FAKT-Reporter sei das gelogen gewesen. Dass die Kreisveterinärbehörde nichts von den fortgesetzten grausamen Schlachtpraktiken gewusst haben soll, wirke auch deshalb kaum glaubwürdig, so heißt es in dem Fensehbeitrag, weil etwa in den Köpfen der toten Rinder (insgesamt soll es sich um rund 180 brutal geschächtete Rinder und Schafe gehandelt haben) keine Einschusslöcher von Bolzenschussgeräten zu sehen gewesen sei. Es sei also klar, dass die Tiere geschächtet worden seien. Dennoch habe der Stempel der Kreisbehörde auf Köpfen der toten Tiere geprangt.

HIER geht es zu dem Fernsehbeitrag auf MDR

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