200 Arbeitsplätze im Walzwerk Schwerte gerettet

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Hier an der Eisenindustriestraße in Schwerte geht es weiter. Foto: Stadt Schwerte / Archiv

Die Unterschrift des Bürgermeisters unter den Kaufvertrag für das 240.000 qm große Hoeschgelände markierte in dieser Woche den entscheidenden Schritt: rund 200 Arbeitsplätze im Walzwerk des insolventen Hoesch Schwerter Profile bleiben voraussichtlich erhalten.

„Der Vertrag ist einer von drei miteinander kombinierten Verträgen, die von der Stadt Schwerte, der Jungheinrich/KION Group und dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter, dem Dortmunder Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele, geschlossen wurden“, teilt die Ruhrstadt mit.

„Unter dem Vorbehalt der Zustimmung zuständiger Kartellbehörden steht damit fest, dass die Arbeit im Walzwerk am Standort Schwerte fortgesetzt werden kann.“

Achim Thomas Thiele habe den Mitarbeiter/innen, die dauerhaft im Walzwerk und den zugehörigen Abteilungen beschäftigt werden können, das Angebot gemacht, die an sich zum 31. Mai 2021 gekündigten Arbeitsverhältnisse unbefristet weiterzuführen.

„Ich freue mich sehr, dass es unter den gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und nach mehr als einem Jahr der Fortführung des Betriebes im Rahmen des Insolvenzverfahrens gelungen ist, Investoren zu finden, die dem Geschäftsbetrieb und etwa 200 Arbeitnehmern und ihren Familien eine dauerhafte Perspektive bieten“, erklärte der Insolvenzverwalter.

Neben den rund 200 Arbeitsplätzen des Walzwerkes sind, so betont die Stadt, weitere Hunderte Beschäftigte, z.B. von Zulieferern, von der hiesigen Industrie abhängig.

Die Stadt Schwerte kauft das Hoeschgelände und gewährt dem Joint Venture an der von dem Walzwerk benötigten Fläche ein Erbbaurecht. Da die Transaktion noch der Freigabe durch verschiedene internationale Kartellbehörden bedarf, gehen die Parteien davon aus, dass der Vollzug der Verträge im Sommer erfolgen kann.

Die Hoesch Schwerter Profile GmbH hatte bereits am 19. Dezember 2019 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hagen gestellt. Das Verfahren war am 1. März 2020 eröffnet worden. Da zunächst kein Investor gefunden werden konnte und das Unternehmen trotz eingeleiteter Sanierungsmaßnahmen Verluste erwirtschaftete, hatte der Insolvenzverwalter Ende Juni 2020 angekündigt, eine Ausproduktion einzuleiten und den Geschäftsbetrieb nach und nach bis Ende Mai 2021 einzustellen. Zugleich hatte er die Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten gekündigt. Im Rahmen der Ausproduktion gelang es, den Geschäftsbetrieb der HSP durch Vereinbarungen mit wesentlichen Kunden zu stabilisieren und nahezu vollständig weiterzuführen.

HIER finden Sie die vollständige Pressemitteilung der Stadt Schwerte.


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