„Hunderte ohne Maske am Kurpark-Spielplatz – wieso bleibt das folgenlos?“

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Archivbild - Kurpark im Frühling. (Foto RB)

Das herrliche Frühlingswetter am vergangenen Wochenende zog natürlich auch in Unna die Menschen scharenweise ins Freie.

Während indes die Polizei in Dortmund am frühen Nachmittag ein Verkehrschaos in der gesamten Innenstadt und völlig überfüllte Ausflugsziele meldete (allein am Phönixsee tummelten sich über 10.000 Menschen, Bericht HIER), wurde aus Unna nichts dergleichen bekannt.

Was einen Unnaer Bürger, der sich heute bei unserer Redaktion meldete, mehr als verwunderte, wie er uns vernehmlich verärgert schrieb:

„Ich habe am Wochenende gesehen, dass in Königsborn hunderte Menschen ohne Maske auf dem Spielplatz im Kurpark nahe des S-Bahnhofs das Wetter genossen. Natürlich alle ohne Masken und in vielen Gruppen von teils 15 Personen ohne Abstand.“

Warum sei darüber nirgends etwas zu lesen gewesen, fragt der Bürger ärgerlich, „das kann doch unmöglich niemand mitbekommen haben?“ Zumal auch die Polizei Bescheid wusste, denn die habe er selbst zwischen 15 und 16 Uhr informiert.

„Diese kam wenige Minuten später auch mit einem einzigen Streifenwagen in die Richtung gefahren, ist allerdings mit Blaulicht abgedreht, kurz bevor sie den Spielplatz erreichte – und ist wieder auf den Ring zurück gefahren.“

Das stimmt, bestätigte uns Polizeisprecherin Vera Howanietz auf Anfrage. „Auf die Meldung des Anrufers hin fuhr ein Streifenwagen zum Spielplatz im Kurpark an der Magdeburger Straße los. Auf dem Weg dorthin kam jedoch ein anderer Einsatz wegen eines schwer gestürzten Radfahrers. Dies hatte in dem Moment Vorrang. Daher sind die Kollegen wieder umgedreht.“

Als später noch ein Einsatzfahrzeug zum Kurpark fuhr, sei dort nichts Auffälliges mehr festzustellen gewesen, gibt die Polizeisprecherin das Einsatzprotokoll vom Sonntag wieder. Die Beamten hätten mit verschiedenen Personen Gespräche geführt, es seien auch Gruppen am Spielplatz gewesen, „allerdings aus jeweils einem Haushalt“.

„Insgesamt wissen wir, dass dort im Kurpark ein Brennpunkt ist“, sagt Vera Howanietz (so ist der Kurpark auch immer wieder Vandalismus und Vermüllung zu beklagen). Meist seien die entsprechenden Personen aber beim Eintreffen der Polizei bereits veschwunden oder nähmen im selben Moment Reißaus, so dass es schwierig sei, Fehlverhalten zu ahnden.

12 Einsätze „mit möglichem Pandemiebezug“ hatte die Polizei insgesamt am vergangenen Wochenende in Unna zu leisten.

  • Fünfmal konnten die Polizeibeamten keine Feststellung machen,
  • einmal traf sie zwar auf Personen, aber keine Verstöße.
  • Eine gemeldete Veranstaltung war genehmigt.
  • Und eine Person landete nach überreichem Alkoholgenuss in der Zelle.

Dem Unnaer Ordnungsamt wurden am Wochenende keine Verstöße gemeldet, demensprechend musste auch nichts geahndet werden, teilte uns Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf Anfrage mit.

„Im Rahmen unserer personellen Ressourcen sind die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes weiterhin unterwegs und kontrollieren die Einhaltung der Coronaschutzverordnung.“

Das geschehe im Bornekamp aber nur bedingt, kritisiert Anwohner Volker Viebahn, der dem Ordnungsamt zu Wochenbeginn seine frischen Beobachtungen der vorangegangenen Tage meldete:

„Das Müllaufkommen nimmt  leider wieder zu, nicht nur in den Müllbehälter, sondern auch in der freien Natur. Dies ab Gelände Freibad bis weiter südlich hin zu den bekannten Stellen am Regenrückhaltebecken. In dem bekannten Querweghinter dem Wäldchen Martinskirche finden Sie an der Bank u.a. Rückstände verbrannter Holzkohle.

Diese Treffen finden nicht um 17.00 Uhr unter Einhaltung der Coronaeregeln statt, nein, das Treiben beginnt ab 20 – 21 Uhr. Anreise mit dem Fahrrad, mit dem Auto bis zu 1. Teich oder zu Fuß. Ihr Ordnungsdienst, mit dem schönen neuen Auto, ist mir dabei in der letzten Zeit nicht besonders aufgefallen.“

Viebahn schließt: „Im Bornekamp ist in der Richtung wieder Bewegung, und das nicht nur zu Bürozeiten. Hier herrscht Nachtleben! Nur eine verstärkte Kontrolle und Präsenz kann das verhindern.“

5 KOMMENTARE

  1. “Zumal auch die Polizei Bescheid wusste, denn die habe er selbst zwischen 15 und 16 Uhr informiert.“

    Der größte Lump im Land, das ist und bleibt der Denunziant.

    -Hoffmann von Fallersleben

  2. Alle blödsinnige Massnahmen beenden! Nichts natürlicher auf der Welt als draußen zu kommunizieren, lachen, laufen, frische Frühlings- Luft atmen. Und das ist richtig! Das Leben zu stoppen um Leben zu retten ist kein Leben! Die Kinder brauchen Normalität.

  3. Hallo liebe Gemeinde
    Da gab es doch mal was?ach ja!
    „Der der ohne Schuld ,der werfe den ersten Stein“(Johannes)
    Und ja ich bin da ganz bei euch und gebe euch soweit recht das das so nicht richtig ist!!
    ABER was erwartet IHR vom Ordnungsdienst?? 7/24 an allen Stellen dieser Stadt?? (Bornekamp, Kurpark, Innenstadt,Markt Königsborn….)
    Fällt euch was auf!!??
    Diese Manpower ist nicht vorhanden und bei dem Haushalt nicht zu realisieren!?
    Und wo kein Richter da auch kein Henker!? Gut die KPB ist 7/24 erreichbar und personell auch nicht in der Lage überall zu sein evtl noch zu Fuß nachts durch Bornekamp und Kurpark zu wandern!!
    Während irgendwo ein Wildgewordener Unna s Straßen unsicher macht
    Oder sonst was passiert!!?
    ABER das warum es so ist,(wer nicht fragt warum…) Sesamstraße!!
    DA will keiner ran!! Hier sehe ich nicht nur Ordnungsdienst sondern auch Politik und uns alle in der Pflicht für ein schönes und sicheres Unna zu sorgen!!
    Vielleicht starte man mal eine Umfrage (anonym) was sich die Bürger wünschen ? Früher Mal Kummerkasten genannt!?
    P.s.hoffe ich bin keinem auf die Füsse getreten (dann bitte hier* habe kein Gesichtsbuch)
    Und wünsche uns einen sonnigen Tag

  4. Wer ist denn dieser Volker Viehban? Ein Gutmensch, oder ein ehemaliger Stasi Mitarbeiter? Sieht ja ganz so aus. PFUI TEUFEL, *** (Edit, justiziabel)

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