„Haare wichtiger als Gesundheit“ – Fitnessbranche verurteilt Coronabeschlüsse als kontraproduktiv

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Fitnesstudio in Unna - Archivbild RB

„Entscheidungen nicht nachzuvollziehen, mangelnde Kommunikation und Erklärungen lassen verzweifelte Betreiber zurück“:

Ein vernichtendes Zeugnis stellt die Fitnessbranche den vorige Woche gefällten weiteren Coronabeschlüssen von Bund und Ländern aus.

Wie berichtet, wird der Shutdown – zunächst – bis zum 7. März weiter verlängert. Die Fitnessstudios, die bereits vom „Teil-Shutdown“ ab dem 2. November betroffen waren, werden damit für mindestens 4 Monate geschlossen bleiben.

„Nur wenigen Branchen wurde eine Öffnungsmöglichkeit in Aussicht gestellt – trotz umfangreicher und funktionierender Hygienekonzepte“, kritisiert in einer Pressemitteilung vom Dienstag, 16. 2., der DSSV (Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen).

„Nach jeder Konferenz werden Pläne erwartet, die eine sinnvolle Wiedereröffnung möglich machen, und doch stehen wir wieder mit leeren Händen da.“

Die Politik übersehe die Langzeitfolgen inaktiver Menschen und unzureichender Bewegung:

„Die Würde des Menschen hört da auf, wo Schmerz und Krankheit beginnen. Es ist niederschmetternd, dass gut liegende Haare wichtiger sind als die Gesundheit der mehr als 11 Mio. Trainierenden.“

(Birgit Schwarze, Präsidentin DSSV) .

Die Fitness- und Gesundheitsbranche leiste einen wertvollen Beitrag für die Volksgesundheit, so der DSSV, und sollte als Teil der Lösung berücksichtigt werden. Der Verband zitiert den CDU-Politiker Dr. Roy Kühne, Mitglied des Gesundheitsausschusses im Bundestag, der in seinem Schreiben an die Ministerpräsidenten der 16 Länder eine möglichst zügige Wiederöffnung der Fitness- und Gesundheitsstudios fordert – gerade im Hinblick auf die Pandemiebekämpfung. Denn:

„Das beste Mittel zur Stärkung des Gesundheits- und Immunsystems ist das gezielte Training der Muskulatur.“

„Hilfsprogramme – zu langsam, zu bürokratisch, zu wenig!

  • 90 % Fixkostenerstattung sind kein Ersatz für 100 % Umsatzverluste.
  • Die Überbrückungshilfe III ist keine ausreichende Unterstützung, Reserven der Unternehmer sind nach fast einem halben Jahr der Schließungen aufgebraucht.
  • Immer noch warten viele Unternehmen auf die November- und Dezemberhilfe – schnell und unkompliziert ist ein Hohn für jeden Betreiber.
  • Immer wieder wurden falsche Versprechen der Verantwortlichen aus der Politik gemacht und die Unternehmen sollen weiterhin einen planlosen Lockdown hinnehmen – ein unzumutbarer Zustand, der seinen Zenit bereits überschritten hat.

Die Politik müsse dringend Perspektiven für die Unternehmen schaffen und auch mit Covid-19 einen Betrieb ermöglichen – „die ausführlichen Hygienekonzepte liegen dafür vor“, macht die Branche klar.

„Dieser Lockdown kann keine Dauerlösung sein. Existenzen stehen nicht mehr nur auf dem Spiel, sondern mussten bereits aufgegeben werden.“

Download der Pressemitteilung als PDF-Datei.

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