Dortmund nun dunkelrot: Bürger sollen Kontakte notieren – Erhöhter Kontrolldruck – Hansemarkt abgesagt

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Screenshot_2020-10-24 RKI COVID-19 Germany

Die Großstadt im Westen Unnas ist seit Samstag (24. 10.) Corona-Hochrisikogebiet. Auf der Landkarte des Robert-Koch-Institus hat sich Dortmund über Nacht von Rot zu Dunkelrot verändert, was dem städtischen Krisenstab große Sorge bereitet.

Hansemarkt und verkaufsoffener Sonntag am 8. November wurden coronabedingt bereits abgesagt, es herrscht zunehmend Alarmstimmung.

Erstmals wurde in der Westfalenmetropole die Marke von 200 Neuinfektionen überschritten, der 7-Tage-Inzidenz-Wert vom Robert-Koch-Institut am Samstag mit 101,5 angegeben und am Sonntag mit 128.

Der Kreis Unna hat die 100er-Marke auf der Datengrundlage seiner Gesundheitsbehörde ebenfalls schon seit zwei Tagen überschritten, das RKI weist ihn jedoch weiterhin knapp darunter auf (mit einer Samstags-Inzidenz von 97). Die großen Revierstädte, so auch Bochum und Duisburg, sind hingegen schon deutlich im dreistelligen Bereich angekommen.

Der Dortmunder Krisenstab plädiert für eine landesweite dritte Risikostufe. Momentan gibt es zwei mit den Inzidenzwerten von 35 und 50.

„Eine dritte Risikostufe für die Kommunen von 100 wäre aus unserer Sicht sinnvoll und notwendig. Es muss einen gemeinsamen Handlungsrahmen geben, der angepasst ist an die derzeitige Situation der Städte.“

Es habe keinen Sinn, wenn Maßnahmen allein kommunal verschärft werden. Schließlich macht die Ausbreitung keinen Halt vor kommunalen Grenzen.

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„Die Lage ist ernst“

Ebenso wie die Kreisgesundheitsbehörde Unna wird auch das Dortmunder Gesundheitsamt seit Donnerstag von Bundeswehrsoldat/innen unterstützt. Der Kreis bekommt 15-fache Unterstützung, Dortmund begrüßte 40 Soldatinnen und Soldaten und hat weitere 20 angefordert. Denn bei diesen nun sprunghaften Anstiegen droht die Kontaktverfolgung zu scheitern.

Die Stadt wendet sich mit einem Appell direkt an ihre Bürger: „Die Lage ist ernst.“

Über Abstandregeln, Desinfizieren und Mund-Nase-Schutz hinaus könnten Bürger/innen ihre Kontakte der vergangenen 2 bis 5 Tage persönlich dokumentieren. „Das verschafft Ihnen selbst einen Überblick über ihre Kontakte und erleichtere im Fall des Falles dem Gesundheitsamt die Arbeit.

Fotoquelle RB Dortmund

Erhöhter Kontrolldruck

Das Ordnungsamt will nun noch einmal die Kontrollen erhöhen, gleich mit Beginn an diesem Wochenende. „Wir machen als Ordnungshüter einen guten Job, wenn sich viele an die Regeln halten, nicht, wenn wir viele Bußgelder verhängen.“ Um möglichst viele Personen zu erreichen, soll gleichwohl der Kontrolldruck erhöht werden, im öffentlichen Raum wie auch bei der Gaststättenkontrolle.

Doch ist der Arbeitsaufwand so hoch, dass nicht mehr die klassischen Ordnungshüter allein ihn bewältigen können: Daher wurden zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus anderen Behörden aktiviert, aus der Ausländerbehörde, der Gewerbeabteilung und mehr.

Die verstärkten Kontrollen sollen an diesem Wochenende beginnen und in der nächsten Woche ausgeweitet werden, teilweise auch in Kooperation mit der Polizei. „Damit jedem klar wird, wie wichtig es ist, sich an die Regeln zu halten.“

Quellen: Dortmund.de / Robert-Koch-Institut

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