Langfristige Kita-Helfer und keine flächendeckenden Schließungen mehr – „versprochen!“

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Archivbild: Sehnsüchtige Botschaft am Zaun einer Kita - häufig zu sehen seit der Schließung der Einrichtungen am 16. März: Hier vermisst ein Kindergartenteam heftig seine kleinen Schützlinge. - Fotografiert von einer Leserin.

Keine flächendeckenden landesweiten Kita- und Schulschließungen mehr – „dafür gebe ich Ihnen mein Versprechen.“

NRW-Familienminister Joachim Stamp gab am Dienstagmittag, 8. 9., vor der Presse im Landtag eine öffentliche Versicherung dafür ab, dass sich eine komplette Schließung gleichzeitig aller Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in NRW nicht wiederholen wird.

Die Gefahr durch die Pandemie sei noch nicht vorbei, räumte Stamp ein. „Wir werden noch eine Zeitlang damit leben müssen. Doch wir werden auf die weitere Entwicklung besonnen, regional und lokal reagieren.“ Zugleich kündigte der Minister an, das Konzept „Kita-Helfer“ über das Jahresende 2020 hinaus weiterzuführen und mit Qualifizierungen zu flankieren, um die Aushilfskräfte längerfristig in den Kitas zu halten.

Die schrittweise Wiederöffnung der Kindertagesstätten bezeichnete Joachim Stamp rückblickend als richtigen Weg zurück in die Normalität. Der wieder angelaufenene Regelbetrieb zeige, dass sich Kitas ebenso wenig wie Schulen zu „Hotspots“ entwickelten.

NRW-Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp, hier beim Neujahrsempfang der FDP Unna. (Foto Archiv RB)

„Unter rund 730.000 Kindern waren bisher 47 Infizierte, unter 153.000 Kita-Beschäftigten 97“, bilanzierte Stamp den aktuellen Stand. Die Zahl der Testungen gab er mit 39.000 an, die krankheitsbedingten Ausfälle beim Kita-Personal mit unter einem Prozent.

„Es herrscht unter den Kita-Mitarbeitenden eine unglaubliche Moral“, lobte der Minister. „Da werden keine Ausflüchte benutzt, um nicht zu arbeiten. Im Gegenteil.“

Um die pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen weiter zu entlasten, kündigte Stamp an, das Konzept „Kita-Helfer“ über den 31. Dezember 2020 hinaus fortzuführen. Die Aushilfskräfte sollen qualifziert werden, um sie nach Möglichkeit längerfristig an die Einrichtungen zu binden.

Eine spezielle Qualifikation für die Einstellung selbst sei nicht erforderlich, ergänzte Minister Stamp in der Pressekonferenz. Doch werde man „nach den schlimmen Vorfällen von Lüdge“ (massenhafter Kindesmissbrauch) ein erweitertes polizieliches Führungszeugnis von den Bewerberinnen und Bewerbern verlangen.

Hintergrund:

Die Landesregierung startet mit der Kampagne „#ichhelfemit“ eine Initiative zur Unterstützung der pädagogischen Kräfte in den Kitas während der Corona-Pandemie. Träger von KiBiz-geförderten Kindertageseinrichtungen können kurzfristig finanzielle Unterstützung erhalten – insbesondere zur Finanzierung zusätzlicher Hilfskräfte im nichtpädagogischen Bereich.
 
Insgesamt stellt das Land zusätzlich 105 Millionen Euro bereit, davon sind 94,5 Millionen Euro für die Kita-Helfer.

Die Kita-Helferinnen und -Helfer in der Kita sollen das pädagogische Personal bei einfachen, alltäglichen, nicht-pädagogischen Arbeiten entlasten. Die pädagogische Betreuung und frühkindliche Bildung wird weiterhin ausschließlich von pädagogischen Kräften geleistet.
 
Jede KiBiz-geförderte Kindertageseinrichtung kann einen Antrag auf Unterstützung durch einen Alltagshelfer/eine Alltagshelferin in der Kindertageseinrichtung (Kita-Helfer m,w,d) in Höhe von bis zu 10.500 Euro stellen. Das Programm läuft zunächst bis zum 31. Dezember 2020, soll aber laut heutiger Ankündigung des Ministers (8. 9. 2020) weiter verlängert werden.
 
Interessentinnen und Interessenten müssen sich direkt bei den Trägern bewerben und ein aktuelles erweitertes Führungszeugnis vorlegen sowie eine Gesundheitsbelehrung durch ein Gesundheitsamt nachweisen.
 
Ein Einsatz ist insbesondere bei den folgenden Tätigkeiten möglich:
 

  • Unterstützung bei der aufgrund der durch die Sars-CoV-2-Pandemie erhöhten hygienischen Versorgung der betreuten Kinder (häufigeres Händewaschen etc.)
  • Unterstützung bei der Einhaltung von Vorgaben des Infektionsschutzes
  • Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich, insbesondere Essensversorgung (Zubereitung, Auf-, Abdecken, Einkäufe), Reinigung, Küchendienst, Wäschepflege, Desinfektion unter anderem
  • Unterstützung bei den Bring- und Abholzeiten, Begleitung bei Ausflügen
  • Materialbeschaffung
  • Unterstützung bei der Vorbereitung von Veranstaltungen
  • Unterstützung auf dem Außengelände

 
Auf der Website ich-helfe-mit.nrw können sich interessierte Personen über die Jobangebote der Träger für die Alltagshelfer in den Kindertageseinrichtungen in der Nähe informieren. Die jeweiligen Ansprechpartner und Adressen der Träger sind ebenfalls auf der Seite zu finden. Bewerbungen müssen direkt an die Träger gesendet werden.

Quellen: Mitschrift der Pressekonferenz von Minister Stamp am 8. 9. 2020 / Website Land NRW
 

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