Komplettsanierung der Ev. Stadtkirche Unna wackelt – Halbe Mio. € fehlt

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Fortschritte bei der Kirchturmsanierung, dokumentiert von Martin Trillhose.

Viel erreicht – aber reicht es?

Diese ernüchterte Feststellung trifft der Kirchenkreis Unna. Es gibt Unsicherheiten um die Fertigstellung der Evangelischen Stadtkirche. Das Geld fehlt. Und leider fehlt eine Menge Geld.

Der Rückblick, den die Ev. Kirchengemeinde Unna am Montag in der Stadtkirche mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf die Baustelle nahm, war durchaus beeindruckend: Seit Januar 2018 wurde das Gewölbe wieder aufgebaut, der Turmhelm neu eingedeckt und große Teile der Fassade restauriert.

„Doch es bleibt fraglich, ob die komplette Sanierung durchgeführt werden kann, da das Geld fehlt“, teilte der Kirchenkreis Unna am Dienstagnachmittag mit (1. 9.).

Der Bürgermeisterkandidat der Freien Liste Unna (FLU), Frank Murmann, hatte im Anschluss an den Informationsabend bereits in einem Facebookpost eine Summe von über einer halben Million Euro genannt, die für die Sanierung fehlen.

Der Kirchenkreis selbst bilanziert rückblickend:

„Im Frühjahr 2018 wurde nach und nach das Ausmaß der Schäden an der Fassade deutlich. Auf Grund der damaligen Erkenntnisse wurden öffentliche Mittel beantragt. Geplant war eine Sanierung des Turmes samt Umgang und Brüstung bis zum Boden des Turmes.

Doch das alte historische Gemäuer, immerhin wird die Ev. Stadtkirche in zwei Jahren schon 700 Jahre alt, hielt einige Überraschungen bereit. So mussten mehr Steine ausgetauscht werden, als vorher ersichtlich war. Auch waren am Holz der Dachkonstruktion, als es dann freigelegt war, mehr Schäden sichtbar als zunächst gedacht.

„Alles in allem liegen wir bei ca. 10 Prozent mehr Kosten, für ein historisches Gebäude gar kein schlechter Wert. Aber für die Gemeinde sind es ca. 500.000 Euro mehr. Die fehlen uns jetzt“,

so Christoph Schulte, Leiter der kreiskirchlichen Bauabteilung.

Schulte: „Wir können aber nur verbauen, was wir haben und müssen, Stand heute, ca. 20 Meter über dem Boden die Sanierung zunächst unterbrechen.“

Dies würde bedeuten, dass die Kirche dann hinter einem Schutznest oder Gerüst aus Sicherheitsgründen dort verhüllt bleibe, bis der nächste Bauabschnitt finanziert ist.

Verbinden mit den Informationen über die Bauarbeiten war deshalb der Appell und die Hoffnung, doch noch diese Mittel zu bekommen – sowohl über weitere öffentliche Förderung wie auch über Spenden aus der Stadtgesellschaft.

Ein besonderes Beispiel hierfür brachte Hans-Peter Wigger, Vorsitzender des Vereines zur Erhaltung der Ev. Stadtkirche, mit. In diesen Tagen überweist der Förderverein 300.000 Euro an die Kirchengemeinde. Dieser Betrag wurde allein durch Spenden aufgebracht. Hierfür erhielt er, ebenso wie all, die sich in der Vergangenheit mit engagierten, den herzlichen Dank von Pfarrerin Barbara Dietrich und Superintendent Dr. Karsten Schneider.

Zunächst gehen die Arbeiten jedoch weiter. Am 2. September um 10 Uhr werden zwei Zeitkapseln wieder im Turmkreuz eingebracht: die alte, die dort seit 1862 bereits war und eine neue mit Zeitdokumenten von heute. Ab dem 7. September wird das Gerüst abgebaut, dann wird auch der Hahn wieder an seiner alten Stelle und weithin sichtbar sein.

Quelle: Pressemitteilung Ev. Kirchenkreis Unna

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