Kita-Schließungen vermeiden: Klinikum stellt Konzept vor

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Archivbild: Sehnsüchtige Botschaft am Zaun einer Kita - häufig zu sehen seit der Schließung der Einrichtungen am 16. März: Hier vermisst ein Kindergartenteam heftig seine kleinen Schützlinge. - Fotografiert von einer Leserin.

Das Klinikum Dortmund hat ein Konzept erarbeitet, das Eltern und Erzieher/-innen zur Orientierung in der Corona-Pandemie dienen soll, um Schließungen von Kitas zu vermeiden.

  • Sollte jedes nur leicht erkältete Kind zuhause bleiben?
  • Was muss getan werden, sobald Fieber eintritt?
  • Und wie ist die Vorgehensweise, wenn ein Corona-Abstrich positiv ausfällt?

Ein Experten-Team aus Kinder- und Jugendärzt/-innen, Gesundheitsamt und FaBiDo (Familienergänzende Bildungseinrichtung für Kinder in Dortmund) hat  zum Start der Kita-Öffnungen ein Konzept erarbeitet, um Erzieher/-innen und Eltern
Orientierung zu bieten.

Ziel ist vor allem, komplette Schließungen von Tagesstätten zu vermeiden.

Prof. Dr. Dominik Schneider (Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin) hat den Leitfaden miterarbeitet und appelliert vor allem an eine gute Kommunikation zwischen Eltern, Erzieher/-innen und Ärzt/-innen.

Nicht jedes Kind mit laufender Nase braucht einen Corona-Abstrich“, sagt Prof.
Schneider. Bei leichten Symptomen wie Schnupfen – also ohne Fieber – müsse
man auch nicht gleich zum Arzt. „Ist das Kind nach 24 Stunden wieder fit und
treten keine weiteren Symptome auf, dann kann man den Nachwuchs ohne eine
weitere ärztliche Abklärung wieder in die Kita-Gruppe schicken.

Falls doch Fieber auftritt, solle man sich vorerst telefonisch beim Kinderarzt melden. Telefonisch kann besprochen werden, ob und wann das Kind in die Praxis kommen
sollte. Dort erhalte man auch Informationen darüber, ob ein Abstrich sinnvoll ist.

„Wird ein Kind tatsächlich positiv getestet, ist das Gesundheitsamt zuständig für
weitere Schritte wie etwa Testungen innerhalb der Familie sowie von Kontaktpersonen oder Quarantänemaßnahmen“, so Prof. Schneider.

Maskenpflicht nicht für Kita-Kinder.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat die Empfehlung
ausgesprochen, dass Kita-Kinder keinen Mundnasenschutz tragen sollen und
müssen – die Erwachsenen im Umgang untereinander hingegen schon.

Das Interessante ist ja, dass Kinder nie am Anfang von Infektionsketten stehen. Das sind eher die Erwachsenen“, so Prof. Schneider. „Kinder sind auch keine sogenannten Superspreader, insbesondere Kleinkinder nicht.“

Daher würden z.B. bei internen Besprechungen der Erzieher/-innen oder für Eltern bei Betreten der Tagesstätte weiterhin die Abstandsregelung und Mundschutz-Pflicht gelten. Im direkten Umgang mit den Kindern müsse das erzieherische Personal allerdings
keine Masken tragen, so Prof. Schneider.

„Die Kinder brauchen Nähe zu ihren Bezugs- und Betreuungspersonen, und zwar ohne Maske. Maske und pädagogische Förderung in dem jungen Alter gehen nicht zusammen.“

Möglichst viele Aktivitäten an der frischen Luft anbieten

Zusätzlich zu allen Vorsichtsmaßnahmen solle das Personal den Sommer nutzen
und so viele Angebote wie möglich nach draußen verlagern, da das Infektionsrisiko dort am geringsten sei. „Falls sich die Infektionslage in Dortmund ändert, kann es natürlich sein, dass auch unser Konzept angepasst werden muss“, so Prof. Schneider.

Bei steigenden Infektionszahlen in Dortmund müssten bspw. wieder strenge Gruppenbildungen geplant werden. „Entscheidend ist aber schon jetzt und auch zukünftig eine gute Kommunikation zwischen Eltern, Erziehern und Ärzten“, so Prof. Schneider.

Damit wichtige Informationen wie diese so leicht wie möglich verbreitet werden
können, bietet das Klinikum Dortmund einen neuen WhatsApp-Service an: Die
Sprachnachricht von Prof. Schneider zum Thema Kita-Öffnungen gibt es für alle
kostenlos durch eine kurze Nachricht an 01522 2987675 oder auch alternativ hier
auf der Homepage des Klinikums.

Quelle: Klinikum Dortmund

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