Ärzte und Sozialarbeiter gegen Maske für Kinder – Juristischer Weg nicht ausgeschlossen

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Maske, Mundschutz - Foto RB

Gegen die Maskenpflicht für Kinder machen Ärztinnen und Ärzte erhebliche Bedenken geltend. Sie wenden sich in einem offenen Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und schließen auch juristische Schritte nicht aus.

Initiiert hat den Brief die Oberärztin der Kinderambulanz am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, unterzeichnet haben mehr als 100 Mediziner/innen, Sozialarbeiter/innen und Lehrkräfte.

Ihre Hauptargumente gegen die Maske:

  • Der wichtige Faktor Mimik entfällt – Kinder und Jugendliche „lesen und erleben“ am Gesicht ihres Gegenübers.
  • Die Maske verstärke Angst- und Schlafstörungen (diese hätten seit der Pandemie deutlich zugenommen).
  • Es gebe keine konkreten Nachweise dafür, dass diese Alltagsmasken wirkungsvoll schützten.

 

Der Offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Ministerin Gebauer,

Ihr Erlass zur Maskenpflicht an Schulen bereitet uns große Sorgen in Bezug auf Entwicklung und psychische Gesundheit unserer Kinder und kleinen Patienten!

Kinder bis zur Pubertät sind in ihrer Entwicklung hochgradig abhängig von der emotionalen Beziehung zu Erwachsenen. Lernen in diesem Alter baut intensiv auf der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler auf. Kinder lesen und erleben am Gesicht ihres Gegenübers. Dies gilt neben der Lehrer-Schüler-Beziehung ebenso intensiv auf dem Feld der Entwicklung von Sozialkompetenzen durch den Kontakt mit Mitschülern.

Cyber-Mobbing im frühen Schulalter hat in den letzten Jahren so zugenommen, weil durch das SmartPhone Kindern die lehrreiche Auseinandersetzung von Angesicht zu Angesicht (von Ich zu Du!) in ihrer Sozialentwicklung fehlte. Moralische Erfahrungen und Begriffe wie Würde, Respekt, Integrität oder Anstand entwickeln sich nicht virtuell und werden durch maskierte Kontakte mit fehlender Mimik massiv behindert.

Kindern nun diese fundamentalen Elemente der Erziehung, des Lernens und ihrer Sozialentwicklung durch eine Maskenpflicht in Schulen zu beschneiden, halten wir für entwicklungsgefährdend.

Darüber hinaus verstärken Ihre aktuellen Maßnahmen zum „Infektionsschutz“ bei Kindern massiv die in den letzten Monaten ohnehin in besorgniserregendem Maße entstandenen Angststörungen. Wir erleben in unseren Sprechstunden eine wachsende Zahl von Kindern mit Anzeichen der Überforderung durch die ihnen aufgebürdeten Verhaltensregeln und die Verantwortungslast für das Leben ihrer geliebten Angehörigen.

Sie reagieren mit Angst vor eigenem Erkranken und Sterben ebenso wie vor dem ihrer Lieben, sie entwickeln Schlafstörungen und Verhaltensstörungen wie Waschzwänge. Eine Berührung ist für viele zur Bedrohung geworden! Neben den Auswirkungen auf unsere Untersuchungssituationen hat das verheerende Folgen für ihre gesamte Beziehungsentwicklung und ihr Beziehungsverständnis. Bindungsstörungen liegen auf der Hand.

Nichts haben Kinder in diesen Monaten intensiver gelernt als: Ich bin eine Gefahr für andere und andere sind eine Gefahr für mich!

Nicht zuletzt sind die psychoimmunologischen Folgen und die anhaltende Verwendung von angsterzeugenden Bedrohungsszenarien durch Medien und Politik in dieser Krise für Kinder, Eltern und die Bevölkerung insgesamt katastrophal. Statt gerade Kinder ihre Stärke in Bezug auf diese Erkrankung erleben zu lassen, werden sie geschwächt und verängstigt.

Gesunde Kinder könnten mit dem Durchleben dieser Erkrankung relevant zum Schutz ihrer Mitmenschen beitragen. Gleichzeitig könnte man wirklich gefährdete LehrerInnen, einzelne Kinder oder Familien isolieren, wo das einen nachvollziehbaren medizinischen Vorteil hätte.

Was können die unprofessionellen Mund-Nasen-Bedeckungen wirklich bewirken?

In den Hinweisen des BfArM zur Verwendung von Mund–Nasen-Bedeckungen (z.B. selbst hergestellten Masken, „Community- oder DIY-Masken“) steht folgender Satz:
„Träger der beschriebenen Mund-Nasen-Bedeckungen können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde.“

(https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html)

Es fehlt also der Nachweis eines positiven Effektes Ihrer Maßnahmen und damit jede
Verhältnismäßigkeit, wissenschaftliche Begründung und Rechtsgrundlage für Ihr Vorgehen. Ihre
Argumentation, man könne ja bis Ende des Monats eine Evaluation der Situation vornehmen und dann neu entscheiden, ist nicht zulässig. Keine Studie und keine Erhebung darf auf so dünnem Eis begonnen werden!

Wir fordern daher eine sofortige Umkehrung Ihres Vorgehens:

Erbringen Sie zuerst stichhaltige Nachweise für die Verhältnismäßigkeit, begrenzen Sie Ihre Vorsichtsmaßnahmen auf möglichst klare Situationen und gefährdete Gruppen! Kinder sind keine Versuchsobjekte!

Wir möchten Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir parallel zu diesem Schreiben die Möglichkeiten für eine juristische Intervention prüfen.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Karin Michael, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kindergarten- und Schulärztin

Nicola Fels, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin
Dr. med. Bart Maris, Facharzt für Frauenheilkunde
Lena Zipperle, Lehrerin Primar- und Sekundarstufe I
Dr. med. Michael Knoch, Schul- und Kindergartenarzt
Dr. med. Michaela Glöckler, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kindergarten- und Schulärztin
Dr. med. Jens Edrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Dr. med. Bernd Labonte, Facharzt für Innere Medizin
Dr. med. Tillman Fellmer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Facharzt für Allgemeinmedizin
Martine Runge-Rustenbeck, Ärztin
Prof. Dr. med. Ingo Rustenbeck, Pharmakologie und Toxikologie
Dr. Stefan Schindler, Facharzt für Chirurgie, Notfallmedizin
Johannes Siebicke, Facharzt für Allgemeinmedizin
Christina Siebicke, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Peter Zimmermann, Diplom-Psychologe
Dr. Karl-Reinhard Kummer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Michael Fischer, Sozialarbeiter
Prof. Dr. med. Sven Hildebrandt, Facharzt Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Justine Büchler, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Michael Seefried, Kinderarzt, Allgemeinmediziner
Dr. med. Marion Debus, Fachärztin Hämatologie/Internistische Onkologie
Rüdiger Lunkeit, Priester und Seelsorger
Dr. med. Martina Franziska Schmidt, Kindergarten- und Schulärztin, Allgemeinärztin, Wissenschaftlerin.
Dr. med. Franz Josef Müller, Facharzt für Innere Medizin
Marly Joosten, Grundschullehrerin, Krankenschwester, Palliativ Care, Bestatterin
Jutta Jolly, Heilpädagogin
Simone Lesacher-Jolly, Sonderpädagogin
Marina Kayser-Springorum, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Kindergarten- und Schulärztin
Antje Bek, Dozentin für Waldorfpädagogik
Dr. med. Andreas J. Grüner, Facharzt für Allgemeinmedizin
Dr. Michael Dönig, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Dr. med. Hannes Wieting, Kindergarten- und Schularzt
Dr. med. Andrea Seemann, Ärztin
Dr. med. Isabelle Zuzak-Siegrist, Funktionsoberärztin Psychosomatik für Kinder und Jugendliche
Prof. Dr. Tomáš Zdražil, Professur für schulische Gesundheitsförderung
Cornelia Ruhnau, Lehrerin und Forscherin (Pädiatrische Praxisforschung)
Dr. med. Yvonne Heidenreich, Fachärztin f. Kinder- und Jugendmedizin, Psychotherapeutin, Kindergartenund Schulärztin
Dr. med. Ulrike Tabien, Kinder- und Jugendärztin
Theresa Bauer, Waldorflehrerin für die Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung
Dr. Kyra Menz- von Studnitz, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
Uwe Momsen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Susanne Momsen, Pädagogin, Mediatorin
Dr. med. Christine Decker, Oberärztin Neuropädiatrie
Dr. med. Martin Wassermeyer, Arzt
Dr. med. Andreas Stein, Facharzt für Allgemeinmedizin
Eduard Sadzakov, Systemischer Therapeut, Familientherapeut
Dr. med. Maria Bovelet, Hausärztin
Helena Artmann, Ärztin
Dr. med. Thengis Tsouloukidse, Arzt für Allgemeinmedizin, Arzt für Nervenheilkunde
Aurelia Haas, Studentin der Humanmedizin
Dr. med. Christina Sanwald, Internistin
Vanita Voß, Assistenzärztin Pädiatrie
Dr. med. Annemarie Balliel, Schulärztin
Iris Taggert, Lehrerin, Dozentin
Anita Krause, Schulärztin
Dr. med. Christof Braun, Facharzt für Innere Medizin und Notfallmedizin
Sibylle Stiller, Eurythmietherapeutin
Julia Veil, Internistin und Kardiologin
Dr. med. Tobias Daumüller, Facharzt für Innere Medizin
Bettina Schulz, Fachärztin Gynäkologie und Psychotherapie
Dr. Eberhard Urban, Arzt
Dr. med. Antje Oppermann, Gynäkologin
Susanne Rivoir, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Dr. med. Johann Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin
Peter Frommherz, Arzt
Alexandra Bolender, Dipl.-Pädagogin, Mediatorin
Dr. Inka Goddon, Zahnärztin
Dr. med. Norbert Disterheft, Facharzt für Allgemeinmedizin
Michaela Jaschinski, Sozialpädagogin und Erzieherin
Dr. med. Klaus Thies, Kinderarzt
Dr. med. Silke Schwarz, Ärztin
Dr. med. Gunda Kohl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Schul-und Kindergartenärztin
Dr. Wolfgang Herrmann, Studiendirektor i. R.
Dr.med. Clemens Hoppe, Allgemeinmediziner
Bert Raderschatt, Arzt
Dr. med. Andreas Weichert, Arzt
Dr. med. Udo Kamentz, Hautarzt Allergologie Umweltmedizin
Martha Koelman, Ärztin in Weiterbildung FA Psychiatrie
Matthias Koelman, Facharzt für Allgemeinmedizin, Schularzt.
Dr. med. Christoph Bernhardt, Arzt
Dr. med. Juliane Rüchel, Allgemeinmedizin
Frank Noetzel, Landwirt.
Dr. med. Maria Nattermann, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dagmar Terwyen, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dres. med. Susanne Lindenmayer und Renate Reul, Gemeinschaftspraxis Allgemeinmedizin
Roswitha Beckmann, Ärztin für Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie
Klaus Lesacher, Facharzt für Allgemeinmedizin, Schul- und Kindergartenarzt
Gesa Sitaras, Ärztin
Avril Jennifer Drew, Heileurythmistin
Dr. med. Irene Stiltz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Anthroposophische Medizin (GAÄD), Palliativmedizin
Leo Busse, Finanzwirt, Vater
Annette Kaufmann, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
Ruben Reifenberg, Dipl. Math (FH)
Doris Schneider, Mutter
Marion Antonio, Lehrerin
Olga Schumacher
Claudia Wessendorf, Lehrerin, Primarstufe
Dr.med.univ.Stefan Rohrer, Arzt
Anna Lena Rohrer, Ärztin
Julia Seidl
Petra Stüer, Grundschullehrerin
Dr. med. Christian Haffner, Facharzt für Allgemeinmedizin
Dr. Christian Schroer, Kinder-und Jugendarzt, Kinderkardiologe
Dr. med. Andrea Blässing, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dr. med. Dorothea Veltkamp, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dr. med. Gabriele Schaefermeyer , Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dr. med. Sven Ehart, Facharzt Allgemeinmedizin, Kindergarten- und Schularzt
Katharina Schlüter, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dr. med. Wolfram Faber, Facharzt für Allgemeinmedizin
Susanne Schadde, Ärztin für Praktische Medizin
Dr. med. Daniel Moos, Arzt für Allgemeinmedizin
Natascha Rakhimi, Schulärztin
Uwe Meinecke, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie
Dr. med. Pia Feldmann, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde
Christoph Junge, Arzt für Allgemeinmedizin
Dr. med. Marc-André Wulf, MA (phil.)
Keke Rischke, Ärztin
Gottfried Klemp, Arzt
Sara Vardaxis, Sozialarbeiterin
Uwe Vardaxis, Postangestellter
Dr. med. Helbe Margarete Notemann, Ärztin
Marcus Bohnen, Mediator, Krefeld
Bettina Köhnke, Rechtsanwältin
Thomas Sutor, Wildnispädagoge
Iris Reeder, Orchestermusikerin und Mutter
Dr. Martin Schlüter, Diplomphysiker, Dozent für Waldorfpädagogik
Dr. med. Barbara Czech, Ärztin für Allgemeinmedizin
Dr. med. Renate Karutz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Kindergarten- und Schulärztin
Susanne Schulenburg, Hausärztin
Dr.med. Birgit Steuernagel, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Dr. med. Henry Bruch, Facharzt für Allgemeinmedizin
Claudia Bellgart – Giesmann, Schulische Lehrkraft
Dr. med. Cornelia Buldmann, Ärztin für Allgemeinmedizin
Jörn Buldmann, Arzt für Allgemeinmedizin
Renate Schweigert, Fachärztin für Innere Medizin
Dr. med. Tobias Flemming, HNO-Arzt
Sonja Flemming, Geschäftsführung Ersatzschule
Annette Bopp, Diplom-Biologin und Journalistin für Medizin und Kultur

7 KOMMENTARE

  1. Der Aufruf der Ärzte richtet sich gegen die Maskenpflicht für vorpubertäre Kinder im allgemeinen, also nicht nur im Unterricht, sondern überall in der Schule. Das Wort Unterricht kommt dort nicht vor. Es geht also auch und im besonderen um die Maskenpflicht für Grundschulkinder.

  2. Wie wohltuend ist es solche Artikel zu lesen. Der Hass, der gegen Gegner der Coronamaßnahmen in der Qualitätspresse verbreitet wird ist unerträglich. Diese Kritiker werden als Verschwörungstheoretiker, unsolidarische Spinner und Omamörder diffamiert. Aber ich habe das Gefühl, die Stimmung kippt. Und es wird auch höchste Zeit. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass diese Coronamaßnahmen viele Kinder beschädigen werden. Psychische Störungen werden zunehmen. Auch dafür kann die Qualitätspresse die Verantwortung übernehmen. Die Kinder leiden wohl am stärksten. Aber auch viele Erwachsene werden durch diese Situation psychisch geschädigt. Und man darf nicht den Hass vergessen, der durch diese dauernde Panikmache hervorgerufen wird. Es gibt doch keinen normalen Meinungsaustausch mehr. Ist man gegen die Maßnahmen, schlägt einem der blanke Hass entgegen. Wo soll das noch enden? Ich glaube, viele Leute merken überhaupt nicht wie sehr die Angst sie verändert. Wie viel Wut sie entwickeln und auch Traurigkeit. Ich denke, diese Maßnahmen haben jedes Maß und jede wissenschaftliche Begründung verloren. Und die Anzahl der Opfer dieser Maßnahmen war groß und wird mit jedem Tag größer.

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