Langfristsperrung im Kreuz DO/Unna: Sprecherin betont „leistungsstarke Umleitung“ und ständigen Austausch mit Stadt Unna

2
496
Die gesperrte Anschlusstelle sorgt seit dem 5. Oktober aufgrund zahlreicher zeitgleicher Baustellen rund ums Kreuz Dortmund/Unna für Rekordstaus. ´(Fotos: RB)

Die Vollsperrung der Unnaer A1-Anschlusstelle in Richtung Köln seit Montag (5. 10.) sorgte und sorgt weiterhin für kilometerlange Staus und bringt in Kombination mit einer Reihe weiterer zeitgleicher Baustellen den Verkehr rund ums Kreuz Dortmund/Unna phasenweise komplett zum Erliegen.

Besonders verärgert kommentierten betroffenen Pendler und Berufskraftfahrer die mangelnde Kommunikation durch die beteiligten Straßenbaubehörden und die Stadt Unna sowie die teils verwirrenden Beschilderungen.

Auch zur Dauer dieser gravierenden Vollsperrung im Zuge des Ausbaus des Kreuzes Dortmund/Unna gab es zunächst nirgendwo eine Auskunft.

So war auf der Website der Behörde in einer Mitteilung vom 25. September lediglich der Beginn der Vollsperrung terminiert, nicht jedoch die Dauer. Die entsprechende Meldung wurde zwischenzeitlich geändert. Jetzt heißt es dort in einer offenbar eilig verfassten neuen Meldung (Übeschriftenfehler) zu den verschiedenen Baustellen:

Unsere Redaktion musste sich zuvor einen halben Tag durch Zuständigkeiten telefonieren, bevor schließlich Mirko Holping, Sprecher der Autobahngesellschaft, erreichbar war und den Zeitrahmen nannte:

„Die Zufahrt von der B1 auf die A1 in Richtung Dortmund ist bis Ende 2028 nicht möglich. Es gilt die Umleitung U 51.“

Diese Umleitung schickt den Verkehr über die B1 von Unna nach Dortmund bzw. durchs Kreuz Unna-Ost. Heißt, mitten in und durch den Stau.

Die SPD-Fraktion Unna kritisierte in einer Pressemitteilung das Zuständigkeitswirrwarr und sieht auch die Stadt Unna in der Pflicht, über die Baustellen, die Unna betreffen, zu informieren und ggfalls Ausweichstrecken vorzuschlagen.

Auf eine weitere umfangreiche Anfrage unserer Redaktion auch die mangelnde Informationspraxis und die zugestaute Umleitung betreffend kam am Freitag, 9. Oktober, per Mail Antwort von einer anderen Sprecherin der Autobahn Westfalen, Renée Trippler. Sie bezeichnet die ausgeschilderte Ausweichstrecke als „leistungsstark“ und betont, man sei mit der Stadt Unna „im ständigen Austausch“.

„Die Autobahn Westfalen hat den Ausbau im westlichen Teil des Autobahnkreuzes Dortmund/Unna (A1/A44) priorisiert, um den Verkehrsfluss auf der Autobahn während der weiteren Umbaumaßnahmen trotz notweniger Einschränkungen zu gewährleisten“, argumentiert die Sprecherin.

So sollen die Auswirkungen auf den Verkehr angesichts der ohnehin starken Belastung in Fahrtrichtung Köln künftig „mit Blick auf den weiteren Ausbau so gering wie möglich“ gehalten werden.  

Trippler weiter:

„Eine leistungsfähige Ausweichroute …ist die mit allen Straßenbaulastträgern abgestimmte Umleitung über die B1 zur Anschlussstelle Unna-Ost (A44) und weiter über die A44/B236 in Richtung Dortmund/Köln.“

Diese Ausweichroute werde durch eine „weiträumige Hinweis- und Umleitungsbeschilderung“ mehrmals angekündigt.

„Um möglichst zu verhindern, dass Verkehrsteilnehmer statt der ausgewiesenen Umleitung den vermeintlich kürzeren Weg über die Anschlussstelle Holzwickede nehmen, sind bereits zusätzliche wegweisende Schilder aufgestellt worden“, ergänzt Trippler.

„Wir haben die Situation im Blick und sind im ständigen Austausch mit der Stadt Unna.“

Wieso gleichzeitig noch der Neubau der Brücke an der Unnaer Straße in Massen und des Kreuzungsbauwerks A1/B1 geplant wurden? Diese Parallelität soll die Bauzeit und die daraus resultierenden Verkehrseinschränkungen auf der A1 minimieren, so die Autobahnsprecherin.

„Diese Route wäre als Umleitung auch nicht geeignet, weil die angesprochene Brücke nicht für die Belastung durch entsprechenden Umleitungsverkehr ausgelegt ist bzw. war.“

Zukünftige Baumaßnahmen auf den Umleitungsstrecken würden „kontinuierlich mit den zuständigen Straßenbaulastträgern abgestimmt“.

Unsere weitergehende Fragen – etwa wieso die zukünftige Anschlussstelle „Oelpfad“ nicht zuerst fertiggestellt und danach die Anschlusstelle Unna gesperrt wurde – hat Renée Trippler an die dafür zuständige Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH (DEGES) weitergeleitet.

Wir berichten dann nach.

2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here