Unna im Baustellenchaos – SPD sieht Stadt in Informationspflicht und kritisiert Zuständigkeitswirrwarr

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Stau auf der B1, Archivbild RB

„Für die Menschen zählen keine Zuständigkeitsgrenzen!“ 

Die Unnaer SPD sieht Unna im Baustellenchaos versinken. Spätestens seit der Vollsperrung der Zufahrt von Unna aus auf die A1 Richtung Köln am 5. Oktober (wir berichteten – sie soll bis 2028 dauern) brach der Verkehr rund ums Kreuz Dortmund/Unna seit Montag nahezu vollständig zusammen.

Die Unnaer Sozialdemokraten zählen auf:

„Mindestens acht verkehrsrelevante Baustellen und Sperrungen betreffen allein im Oktober das Unnaer Stadtgebiet und sein unmittelbares Umfeld.“ Besonders die gleichzeitigen Einschränkungen an A1 und A44, an Unnaer Straße und Dortmunder Straße lähmten vor allem zu Stoßzeiten den Verkehr bis zum Stillstand.

„Wir werden inzwischen regelmäßig von Menschen angesprochen, die morgens oder nachmittags lange im Stau stehen“,

dies erklärt (wenig überraschend) Sebastian Laaser, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion und Ratsmitglied für den Bereich rund um den Hallohweg in Königsborn. „Der Ausweichverkehr landet dann zunehmend auf Straßen, die dafür eigentlich nicht gedacht sind.“ 

Die SPD-Ratsfraktion hat deshalb eine Anfrage an die Stadtverwaltung geschickt. 

Unterstützung erhält sie von Maik Luhmann, Vorsitzendem der SPD-Kreistagsfraktion, Kreistagsmitglied für Königsborn und Afferde und Landtagskandidat für die Wahl im April 2027.

„Uns ist völlig klar, dass nicht jede Baustelle von der Stadt Unna geplant oder gesteuert wird. Aber für die Menschen zählt am Ende nicht, ob Stadt, Straßen.NRW oder Autobahn GmbH zuständig sind. Wenn mehrere große Maßnahmen gleichzeitig stattfinden, muss die Abstimmung über Zuständigkeitsgrenzen hinweg funktionieren.“ 

Die SPD möchte deshalb wissen, wie die verschiedenen Baulastträger ihre Planungen abstimmen, welche Erkenntnisse über Ausweichverkehre vorliegen und ob die Information der Bevölkerung noch stärker gebündelt werden kann. Zur langfristigen und weitreichenden Sperrung der A1-Zufahrt gab es seitens der Autobahn-GmbH lediglich eine kurze Mitteilung des Starttermins – nicht aber, wie lange das ganze dauern wird. Dies erfuhr unsere Redaktion erst nach langwieriger Recherche bei der Autobahngesellschaft. Zur Frage der Ausweichrouten verwies der Autobahnsprecher lediglich lapidar auf die Umleitung U51 – mitten durch den Dauerstau auf der B1 bei Unna.

Aus dem Unnaer Rathaus kam bis zur Wochenmitte kein Wort zu dem Chaos. Weder ankündigend vorab noch erklärend, über welche Ausweichrouten denn jetzt am sinnvollsten zu fahren ist.

Die bestehende Baustellenübersicht auf der Homepage der Stadt Unna sehen die Sozialdemokraten jedoch als gute Grundlage für gebündelte Informationen.

„Was uns bei einer solchen Ausnahmesituation fehlt, ist der Gesamtblick: Welche Sperrungen treffen gleichzeitig aufeinander? Wo entstehen die größten Engpässe? Und wo müssen sich Pendler auf besondere Belastungen einstellen?“, so Laaser. 

Maik Luhmann ergänzt: „Baustellen lassen sich wegen nötiger Sanierungen nicht vermeiden. Aber man kann versuchen, sie besser aufeinander einzutakten – und vor allem dafür sorgen, dass die Menschen frühzeitig erfahren, was auf sie zukommt.“ 

Die entsprechende Anfrage können Sie der Anlage entnehmen.

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