Die mögliche Ansiedlung des bekanntesten deutschen Tuning-Unternehmens JP Kraemer in Schwerte an der A1 sorgt für Diskussionen – auch um die Grundsatzfrage: Inwieweit sollte sich eine Stadt und die Politik in Entscheidungen eines privaten Unternehmens einmischen?
Der Dortmunder Unternehmer und Influencer hatte zuvor angekündigt, JP Performance am bisherigen Standort nicht weiterführen zu wollen. Man fühle sich von der Dortmunder Stadtverwaltung nicht ausreichend wertgeschätzt, hieß es in den Ruhrnachrichten.
Die Pläne für Schwerte gingen bereits vor mehreren Wochen durch die lokale Presse. Kraemer soll demnach rund 40.000 Quadratmeter an der A1 gekauft haben. Als mutmaßlicher Kaufpreis wurden 12 Mio. Euro genannt.
In der „JP World“ sollten demnach unter anderem das Automuseum PACE, Big Boost Burger, Werkstätten, Büros und die T-Shirt-Produktion zusammengeführt werden. Das würde einen tiefen schmerzlichen Einschnitt in den Wirtschaftsstandort Dortmund bedeuten.
Wann welche Dortmunder Standorte umziehen könnten, ist offen. Das Firmenimpressum von JP Performance nennt weiterhin die Klönnestraße 89 in Dortmund.
Als Hintergrund der Umzugspläne wird ein seit längerer Zeit angespanntes Verhältnis zur Dortmunder Stadtverwaltung genannt. Einem RN-Bericht zufolge soll sich Kraemer mit seinem Unternehmen in Dortmund nicht ausreichend wertgeschätzt fühlen. Statt seiner wirtschaftlichen Bedeutung stünden häufig die Schattenseiten der Tuning-Szene im Mittelpunkt.
Für die Schwerter AfD-Fraktion stellt sich anlässlich dieser Diskussion grundsätzlich die Frage, in welchem Umfang sich eine Kommune überhaupt in private unternehmerische Entscheidungen einmischen sollte.
„Aus wirtschaftlicher Sicht gilt: Private Investitionen sind in der aktuellen Lage ein wichtiges Signal. Viele Unternehmen zögern angesichts hoher Kosten, unsicherer Märkte und komplexer Rahmenbedingungen. Umso bedeutsamer ist es, wenn sich ein Investor bereit erklärt, Kapital, Arbeitsleistung und Risiko in eine lokale Entwicklung einzubringen“, erklärt die Fraktion um Hans-Otto Dinse.
„Wo Waren oder Dienstleistungen hergestellt oder verkauft werden, entstehen zwangsläufig Transportbewegungen. Kommunen stehen hier vor der Aufgabe, diese Prozesse zu organisieren – nicht sie zu verhindern.
Die Diskussion über die Person des Unternehmers betrifft einen anderen Bereich. Die Bewertung privater Lebensführung kann nicht Grundlage für kommunale Standortpolitik sein.“
Zusammenfassend erklärt die AfD zur aktuellen Ansiedlungsdebatte: „Eine Kommune sollte im Sinne einer liberalen und wirtschaftsfreundlichen Grundhaltung darauf achten, Rahmenbedingungen zu setzen und unternehmerische Entscheidungen nicht unnötig zu erschweren. Staat und Verwaltung haben die Aufgabe, Infrastruktur bereitzustellen und Verfahren korrekt durchzuführen. Die wirtschaftliche Initiative jedoch entsteht im privaten Sektor.
Die geplante Ansiedlung der „JP World“ bietet die Chance, Schwerte als Wirtschaftsstandort zu stärken. Eine sachliche Bewertung sollte sich an Fakten, wirtschaftlichen Effekten und rechtlichen Verfahren orientieren – nicht an persönlichen Vorbehalten.“
Quellen: Radio 91,2, Stadt Dortmund, PM AfD-Fraktion Schwerte
































