
Das verflixte siebte Jahr wird seinem Namen positiv gerecht. Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr hat am heutigen Donnerstag, 27. August, die L821n in Bergkamen nachs siebeneinhalb Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegeben.
Die 1,8 Kilometer lange Ortsumgehung verbindet die L654 (Lünener Straße) im Süden mit der Erich-Ollenhauer-Straße (K16) im Norden. Sie soll künftig insbesondere die Stadtteile Oberaden und Weddinghofen nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Kosten beziffert der Landesstraßenbaulastträger mit 18,6 Millionen Euro.
Mit der Freigabe der neuen Umgehungsstraße ist für die CDU der nächste Schritt klar: Der Schwerlast-Durchgangsverkehr soll konsequent über die L821n geführt und aus Jahnstraße, Kampstraße und Schulstraße herausgehalten werden. Als sichtbares Symbol für diese Forderung überreicht die CDU Bergkamen Bürgermeister Thomas Heinzel ein Schild für ein Lkw-Durchfahrtsverbot.
„Die neue Straße ist kein Selbstzweck. Sie soll die Menschen in Oberaden und Weddinghofen vom Durchgangsverkehr entlasten. Deshalb muss der Schwerverkehr jetzt konsequent auf die L821n gelenkt werden. Wir haben die klare Erwartung, dass die notwendigen Schritte dafür zügig umgesetzt werden.“
CDU-Fraktion fordert deshalb, unmittelbar das Lkw-Durchfahrtsverbot umzusetzen. Parallel sollen die weiteren Schritte zur Umstufung der bisherigen Landesstraßen zügig mit dem Land abgeschlossen werden. Das Ziel: weniger Durchgangsverkehr, sichere Verbindungen für den Rad- und Fußverkehr und mehr Lebensqualität in Oberaden und Weddinghofen.

Straßen.NRW schickte am Nachmittag eine ausführliche Pressemitteilung.
Mit der neuen Trasse wird der Durchgangsverkehr östlich am Ortskern Bergkamen-Oberaden vorbeigeführt. Damit wird das Verkehrsaufkommen auf der Jahnstraße, der Schulstraße und der Landwehrstraße verringert – ein Gewinn für Verkehrssicherheit, Wohnqualität und städtebauliche Entwicklung.
Die Entlastung der Ortsdurchfahrten und Umwidmung zur städtischen Straße eröffnet der Stadt Bergkamen Möglichkeiten für eine attraktivere Gestaltung des öffentlichen Raums und eine Stärkung des Fuß- und Radverkehrs. So lässt sich die Lebensqualität in den Stadtteilen nachhaltig verbessern.
Parallel zur Verkehrsfreigabe der neuen Strecke wird das Abstufungsverfahren für die alte L821 (Jahnstraße, Schulstraße, Landwehrstraße) eingeleitet, um den verbleibenden lokalen Verkehr entsprechend zu regeln.
Für die Anwohner in den Ortskernen bedeutet das weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Staus und stattdessen mehr Aufenthaltsqualität in ihren Stadtteilen. Für viele Pendler bedeutet die Freigabe der L821n kürzere Fahrzeiten und einen flüssigeren Verkehrsablauf.
„Die Freigabe der L821n ist ein wichtiger Meilenstein für die Verkehrssicherheit und die städtebauliche Entwicklung in Bergkamen-Oberaden“, so Dirk Heidermann, Abteilungsleitung Bau der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr. Und ergänzt: „Die neue Straße ist ein wichtiger Baustein für die regionale Verkehrsplanung und entlastet das bestehende Netz nachhaltig.“
Auch Bürgermeister Thomas Heinzel freut sich über die Freigabe der neuen Ortsumgehung: „Das Warten hat nun ein Ende, und die Stadt ist nun gefordert, die Verkehrsberuhigungen in den Ortsteilen Weddinghofen und Oberaden weiterzuentwickeln.“
Zwei Kreisverkehre am jeweils nördlichen und südlichen Ende der neuen Ortsumgehung sorgen für einen leichten und sicheren Verkehrsfluss.
Zwei neue Brücken überspannen den Heidegraben und den Kuhbach. Bei der Brücke über den Kuhbach, die im August 2025 durch einen Brand beschädigt wurde, wird Straßen.NRW zu einem späteren Zeitpunkt die beschädigten Lager austauschen. Dafür sind voraussichtlich keine größeren Verkehrseingriffe nötig.
Ein kombinierter Geh- und Radweg entlang der Lünener Straße verbessert die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Zur Freigabe der L821n wurde auch der Kuhbachradweg wiederhergestellt. Feuchtbiotope und Amphibienleiteinrichtungen sorgen ebenso wie Hecken und Baumpflanzungen dafür, dass Verkehrsinfrastruktur und Naturschutz miteinander in Einklang gebracht werden. Begrünte Lärmschutzwälle sorgen an der Lünener Straße für mehr Ruhe auf den anliegenden Wohngrundstücken.
„Damit ist die L821n ein perfektes Beispiel dafür, wie wir als Straßen.NRW nicht nur Infrastruktur bauen, sondern Lebensqualität verbessern. Trotz Rückschlägen im Projekt wie der Insolvenz eines Bauunternehmens haben wir die Arbeiten zielgerichtet vorangetrieben. Jetzt freuen wir uns über die Fertigstellung – ein großer Moment für uns, für die Bürger in Bergkamen und für die gesamte Region,“ erklärte Abteilungsleiter Dirk Heidermann während einer Pressekonferenz zur Freigabe der L821n für den Verkehr.
Fotogalerie aus den Jahren des Baus – Quelle Straßen.NRW






















Zahlen, Daten, Fakten
Länge der Neubaustrecke: 1,8 Kilometer
Fahrspuren: zweistreifige Kraftfahrstraße
Gesamtkosten: 18,6 Millionen Euro
Baubeginn: Februar 2019
Verkehrsfreigabe: September 2026
Planung und Durchführung: Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW), Regionalniederlassung Ruhr
Bauwerke
- Brücke über den Heidegraben: Länge 20 Meter, Höhe bis zu vier Meter
- Brücke über den Kuhbach: Länge 100 Meter, Höhe bis zu 5,5 Meter
- Vier Amphibiendurchlässe im Nordabschnitt der L821n
- circa 1.200 Meter dauerhafte Amphibienleiteinrichtungen
Gewässerschutz
In dem für die L821n hergestellten Rückhaltemuldensystem sammeln Mulden und unterirdische Rigolen das Regen- und Oberflächenwasser. Das Oberflächenwasser versickert in den Mulden durch die belebte Bodenzone und wird dadurch gereinigt. Das Wasser wird dann aus den kaskadenförmig angelegten Entwässerungsgräben und unterirdischen Speicherblöcken zeitlich versetzt in den Heidegraben, den Kuhbach und das Kanalnetz der Stadt Bergkamen abgegeben. Das System ist auch für Starkregenereignisse geeignet, da es Wasser nur gedrosselt abgibt und als eine Art „Zwischenspeicher“ für das Oberflächenwasser dient.
Natur und Umwelt
Auf rund 25.000 Quadratmetern wird eine kleine Waldfläche mit Hochstämmen und Sträuchern entstehen. Gepflanzt werden u.a. Feldahorn und Hainbuche sowie Rosen und Schlehen.
Zusätzlich werden knapp 750 Hochstämme wie Vogelbeere, Esskastanie und Ulme gepflanzt. Dazu zählen auch acht Linden, die entlang der L654 (Lünener Straße) den Alleecharakter der Straße ergänzen sowie rund 500 Eichen, die eine Streuobstwiese östlich der L821n säumen. Auf circa 8.000 Quadratmetern werden heimische Wildsträucher und Gehölze wie Holunder, Schneeball und Spindelstrauch gepflanzt. Ausgewählt wurden diese vor allem danach, dass sie möglichst vielen Kleintieren wie Vögeln und Insekten ganzjährig als Nahrungsquelle dienen können. Zusätzlich entstehen dichte Hecken entlang der Straße auf einer Fläche von knapp 6.000 Quadratmetern.
Für Amphibien und andere wassernah lebende Tiere werden zwei Kleingewässer mit einer Gesamtfläche von 11.000 Quadratmetern angelegt. Darüber hinaus sorgen dauerhafte Leiteinrichtungen und Durchlässe für sichere Wanderungs- und Querungsmöglichkeiten. Als zusätzliche Habitatelemente werden Stein- und Totholzhaufen geschaffen.
Auf rund 50.000 Quadratmetern entstehen Wiesenflächen mit regionalem Saatgut, die künftig extensiv bewirtschaftet werden.
Quelle: PM Straßen.NRW































