Kreisumlage sinkt gegenüber Prognose leicht – Doch Fröndenberg und Howi müssen 1,4 Mio. für Rettungsdienst zahlen

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Symbolbiild Rettungsdienst, Unfall - Archiv RB

Mal eine gute Nachricht für die Städte und Gemeinden des Kreises Unna: Ihre Pflichtabgabe an den Kreis sinkt gegenüber dem bisher kalkulierten Betrag leicht. Zwei der kleinsten Kommunen müssen allerdings erhebliche Mehrkosten stemmen – für den Rettungsdienst. Und beide protestieren.

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 23. Juni die Nachtragssatzung für das Haushaltsjahr 2026 beschlossen. Sie wurde nötig, weil sich die Umlagegrundlagen verändert haben, erläutert die Kreispressestelle.

„Der Kreis nimmt Rücksicht auf die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden und gibt finanzielle Spielräume, sie sich ergeben haben, weiter. Wichtig ist zudem auch, eine mögliche Finanzierungslücke zu decken, die sich aus dem Streit um die Kosten des Rettungsdienstes ergeben können.“

Die Umlagegrundlagen für die Kreisumlage haben sich verändert: Sie berechnen sich aus einer Addition der Steuerkraftmesszahlen und der Schlüsselzuweisungen des Landes an die Gemeinden. Im Haushaltsjahr 2026 steigen die Umlagegrundlagen um rund 56,15 Mio. auf rund 837,12 Millionen Euro an; dies ist erneut der bisher höchste Betrag im Zeitreihenvergleich für den Kreis Unna.

Langer Rede, kurzer Sinn: Die Kommunen haben mehr Geld zur Verfügung als erwartet. Der Hebesatz sinkt.

Unter Berücksichtigung aller Veränderungen senkt der Kreis den Teil des Geldes, den er von seinen Kommunen als Umlage einsammelt, auf 42,83 v. H. Die Städte und Gemeinden zahlen damit in diesem Jahr 358,54 Millionen Euro an den Kreis.

Im Vergleich mit dem Nachtragsentwurf vom März sind das rund 3,45 Mio. weniger – aber zugleich sind es 28,66 Mio. mehr als im vorigen Jahr.

„Die positiven Stellungnahmen der Städte und Gemeinden zeigen, dass wir mit Augenmaß auf die Veränderungen reagieren und den Hebesatz reduzieren“, betont Kämmerer Reckermann gleichwohl.

„Das heißt aber nicht, dass sich die Finanzsituation entspannt.“

Nach wie vor sind die kommunalen Kassen stark unter Druck, warnt Reckermann, „und Konsolidierungsnotwendigkeiten entstehen überall. Auch diesen Weg werden wir gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden gehen.“

Im Nachtragshaushalt berücksichtigt der Kreis zudem Kosten, die aus der voraussichtlichen Deckungslücke im Streit um die Rettungsdienstgebühren mit den Krankenkassen entstehen können. Wir berichteten darüber (HIER).

Diese Rechnung über 1,4 Mio. Euro wird Fröndenberg und Holzwickede ausgestellt, da der Kreis dort Rettungsdienstleistungen erbringt.

Dadurch entsteht erstmals eine differenzierte Kreisumlage für diesen Bereich – rund 760.000 € für Fröndenberg, 640.000 € für Holzwickede.

Die Umlage wird zunächst auf Basis einer voraussichtlichen Kostenkalkulation für das Jahr 2026 erhoben. Eine spätere Spitzabrechnung folgt.

Die Stadt Fröndenberg und die Gemeinde Holzwickede haben bereits Einwendungen gegen diese massive Mehrbelastung erhoben und auf ihre angespannte Finanzlage verwiesen. Die Kreisverwaltung betont aber, dass der Umlagebetrag bereits reduziert wurde und zur weiteren Entlastungen das Zahlungsziel ans Jahresende gesetzt worden ist.

Der Beschluss zum Nachtragshaushalt ist zu finden im Bürgerinfoportal unter https://sessionnet.kreis-unna.de in der Drucksache 060/26/2. Er stand auf der Tagesordnung für den Kreistag am 23. Juni. Der Entwurf des Nachtragshaushaltes ist in der Drucksache 060/26 zu finden und stand am 25. März 2026 auf der Tagesordnung. PK | PKU

Quelle: Kreisverwaltung Unna

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