Scheinfirma zog bei Unnaerin 99 Euro ein – Bankkundin erfuhr: Sie war nicht die einzige Betroffene

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Eine mehr als unangenehme Überraschung erlebte am Donnerstag dieser Woche eine Leserin aus Unna-Lünern.

„Ich habe heute , wie ich es regelmäßig mache, mein Konto kontrolliert. Dabei musste ich feststellen, dass am heutigen Tag Geld in betrügerischer Weise abgebucht wurde – und zwar genau 99 Euro.“

Die Firma „oder was es auch immer darstellen soll“ kannte Bettina W. nicht. Deshalb forschte die Kontoinhaberin im Internet nach und versuchte herauszufinden, von wem diese Abbuchung getätigt worden war.

Ausfindig machen konnte die Unnaerin die Scheinfirma nicht. Dafür stieß sie bei ihrer Recherche auf eine Website, auf der eindringlich vor dieser Betrugsmasche gewarnt wurde.

„Es waren schon mehrere Menschen betroffen, und die Verbraucherzentrale weiß wohl auch schon Bescheid.“

Bettina W. rief sofort bei ihrer Hausbank an, der Sparkasse. „Auch hier teilte man mir sofort mit, dass ich heute nicht die erste bin, die wegen genau dieser angeblichen Firma anruft. Natürlich würde mir mein Geld sofort zurückgebucht.“

Um vor dieser „Firma“ zu warnen, bat uns die Leserin, den Namen zu veröffentlichen, was wir gern tun:

Lenoxal Limited EOOD

12 ulitsa Georgi S,Rakovski
dK608900 0000 022730

Abgebucht wurden exakt 99 Euro unter dem Verwendungszweck:
wpcacare.com

Gläubiger ID BE35ZZZ008D000000636

MANDATSREFERENTZ f08e8bc131dc45393f6a0383e4b219

……………..

Eine leider schon verbreitete Masche: Können Fremde einfach Geld abbuchen lassen? 

Eine Lastschrift kann jeder veranlassen, der Daten wie die IBAN und den Namen des Kontoinhabers hat. Die Daten werden z. B. von Hackern im Darknet verkauft.

Eigentlich muss der Kontoinhaber der Lastschrift zustimmen. Die Bank überprüft aber üblicherweise nicht den Verwendungszweck. In aktuellen Fällen lautet er oft „Walnusspatenschaft“ oder kurz, wie bei der Leserin aus Unna, „wp.cacare“. Das Geld wird einfach abgebucht.  

Wo landet das abgebuchte Geld? 

Bei einer Abbuchung vom Konto eines Betroffenen aus Norddeutschland ging das Geld auf ein Konto bei der Hamburger Sparkasse. Auf Nachfrage teilt das Institut der recherchierenden Redaktkon von Marktcheck mit, dass man die Geschäftsverbindung zu dem abbuchenden Kunden bereits vor einiger Zeit beendet habe – und weiter: „Ganz generell wird eine Überprüfung der Geschäftsverbindung vorgenommen, wenn intern festgelegte Lastschrift-Retourenquoten überschritten werden.“ Das erklärt die vergleichsweise geringen Beträge knapp unter der Dreistelligkeit.

Abbuchungen anderer Betroffener liefen über einen Zahlungsdienstleister mit Sitz auf Malta. In der Regel landen Nachforschende bei weiteren Recherchen bei Briefkastenfirmen.

Der Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK) erklärt, das Problem sei die Masse an Betrugsfällen, die die Kriminalpolizei überlaste.

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