Mindestlohn geklettert: Gewerkschaft: Kontrolldruck auf Betriebe erhöhen – Mitarbeiter sollen Umgehungen melden

0
31
Zoll - Finanzkontrolle, Symbolbild, Quelle NGG

„Damit Chefs im Kreis Unna keinen Bogen um 13,90 Euro machen: Kontrolldruck auf Betriebe erhöhen“, das fordert die Gewerkschaft NGG. Und sie fordert die Beschäftigten auf, ihre Abrechnungen jetzt besonders gut zu checken und Verstöße gegen den Mindestlohn zu melden.

Die „Lohn-Latte“ hängt höher: Die meisten der rund 33.700 Mini-Jobber im Kreis Unna dürften jetzt eine „dickere Lohnabrechnung“ bekommen. Sie profitieren vom neuen gesetzlichen Mindestlohn. Der liegt ab Januar bei 13,90 Euro pro Stunde.

„Aber ob alle Chefs im Kreis Unna tatsächlich 1,08 Euro beim Stundenlohn im Januar draufzahlen, das ist die große Frage“, sagt Torsten Gebehart von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Es werde „ganz sicher schwarze Schafe geben“: „Arbeitgeber also, die versuchen, um den neuen gesetzlichen Mindestlohn einen Bogen zu schlagen. Deshalb ist der Check der Januar-Lohnabrechnung, die im Februar kommt, so wichtig. Vor allem für viele Mini-Jobber. Aber genauso auch für die Beschäftigten, die einen regulären Job haben und trotzdem nur an der untersten Lohnkante bezahlt werden“, so der Geschäftsführer der NGG Dortmund.

Wer dabei Hilfe brauche und im Kreis Unna in der Lebensmittelherstellung oder in der Gastronomie arbeite, könne sich mit der Kontrolle des Lohnzettels an die NGG wenden: (0231) 55 79 79-0 | region.dortmund@ngg.net. Entscheidend beim Lohn-Check sei es, auch die Arbeitszeit im Blick zu haben:

„Die Zahl der tatsächlich geleisteten Stunden muss stimmen. Wenn Arbeitgeber die Arbeitszeit auf dem Papier nach unten schrauben, um den Stundenlohn passend zu machen, dann können sie so den Mindestlohn umgehen. Das ist aber ein klarer Verstoß gegen das Gesetz“, so Torsten Gebehart.

Die Zahl der Mindestlohn-Kontrollen sei viel zu niedrig.

„Das Risiko für Mindestlohnbetrüger, erwischt zu werden, ist auch im Kreis Unna viel zu gering.“

Deshalb müsse der Mindestlohn im Kreis Unna konsequent kontrolliert werden – von den Beschäftigten selbst, aber auch vom Staat. Der Bund brauche dringend effektivere Kontrollen, um Missbrauch und Lohntrickserei einen Riegel vorzuschieben.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls könne dies mit ihren bisherigen Kapazitäten nicht leisten. „Was jetzt kommen muss, ist ein deutliches Signal des Bundesfinanzministers an die Wirtschaft: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit muss personell aufgestockt werden. Nur so kann es mehr und intensivere Kontrollen überhaupt geben. Der Kontrolldruck muss bei den Betrieben im Kreis Unna steigen“, so Torsten Gebehart. Der NGG-Geschäftsführer richtet seine Forderung auch an die Adresse der Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, die den Kreis Unna und die Region in Berlin vertreten. Kriminelle Mindestlohn-Verweigerer unter den Arbeitgebern dürften keine Chance mehr haben.

Außerdem sei es wichtig, einen Punkt beim Lohn immer wieder deutlich zu machen: „Wirklich fair ist nur der Tariflohn. Der Mindestlohn ist immer nur die Notlösung – ein ‚Trostpflaster‘ bei der Bezahlung“, so Torsten Gebehart. Schon deshalb sollten sich die heimischen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD möglichst rasch für ein Bundestariftreuegesetz stark machen.

Quelle NGG Dortmund

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here