„Können uns das schlicht nicht leisten“: WfU fordert sofortiges Aus für 6,4 Mio. teuren Sport- und Freizeitpark Massen

1
131
Archivbild vom Abriss des Massener Freizeitbades, Foto aus dem Jahr 2012. (Rundblick Unna)

Nachdem sich zu Wochenbeginn die Unnaer SPD-Fraktion mit dem Antrag zu Wort gemeldet hatte, von den Planungskosten für den eventuellen Sport- und Freizeitpark in Massen auf jeden Fall Planungsgeld für ein neues Bad abzuzweigen – dies sei dringender -, meldet sich heute Wir für Unna zu Wort.

Ihr geht es ebenfalls um den von Schwarzgrün in die Planung gebrachten Sport- und Freizeitpark auf dem früheren Freizeitbadgelände, für den bereits mehrere Hunderttausend Euro Planungsgelder im Haushalt eingestellt sind und der perspektivisch 6,4 Mio. Euro kosten soll. Wir berichteten.

Ein Wahnsinn aus Sicht der WfU-Ratsfraktion.

Sie fordert die unverzügliche Einstellung aller weiteren Planungen und ein Aus für dieses Großprojekt.

Entsprechendes Geld soll im Haushaltsjahr 2026 nicht weiter verausgabt werden.

„Angesichts der dramatisch angespannten Haushaltslage der Stadt Unna und der absehbaren Haushaltssicherung ist das Projekt aus Sicht der WfU politisch wie finanziell nicht zu verantworten.

Der Park stellt ein überdimensioniertes und kostenintensives Prestigeprojekt dar, dessen Investitions- und Folgekosten in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen.“

In Zeiten drohender Haushaltssicherung sei es den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, an einem solchen Großprojekt festzuhalten.

„Unna kann sich diesen Sport- und Freizeitpark schlicht nicht leisten“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Sven Arnt. „Wir müssen Prioritäten setzen:

Pflichtaufgaben, Infrastruktur und soziale Leistungen haben Vorrang vor Projekten mit begrenztem gesamtstädtischem Nutzen.“

Der geplante Park – mit Multifunktionssporthalle, Mountainbike-Anlage, umfangreichen Außenflächen und weiteren Maßnahmen – wäre im Wesentlichen auf den Ortsteil Massen ausgerichtet, so WfU. Eine gesamtstädtische Bedeutung oder eine faire Kosten-Nutzen-Verteilung für alle Unnaer Bürger ist aus Sicht der WfU nicht gegeben.

Bereits in der Debatte um den Erhalt der Eissporthalle in Königsborn habe die Verwaltung selbst deutlich gemacht, dass weitere Großprojekte die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt überschritten.

„Lediglich der Ersatzneubau des Lehrschwimmbeckens in Massen, der sich bereits in der Planungsphase befindet, soll und muss von der Einstellung unberührt bleiben“, betont Arnt. Dem Antrag der SPD wird WfU daher auf jeden Fall zustimmen.

Die WfU-Fraktion fordert Verwaltung und Rat auf, verantwortungsvoll zu handeln und die knappen finanziellen und personellen Ressourcen der Stadt auf das zwingend Notwendige zu konzentrieren.

Quelle PM WfU

1 KOMMENTAR

  1. Wie dramatisch kann die Haushaltslage schon sein, wenn man sich so manche Radwegeneubauten ansieht, oder wenn sogar noch Geld ausgegeben werden kann, um vorhandene Parkplätze durch Gras zu ersetzen, welches zudem noch Folgekosten durch regelmäßiges Mähen und Unkrautbeseitigung im Nahbereich nach sich zieht.
    Wenn für solchen Mumpitz Geld da ist, wird für wichtige Erhaltungsmaßnahmen oder Ersatzbauten doch erst recht genug Geld vorhanden sein.

    Alles andere wäre ja Verschwörungstheorie und würde unterstellen, daß die Regierenden entweder völlig unfähig sind, oder aus ideologischen Gründen das Steuergeld zum Schaden des Bürgers und damit der Stadt zum Fenster rauswerfen würden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here