Polizei Unna warnte fälschlicherweise vor falschen Polizistinnen – Sie waren echt, es gab keine perfide Masche

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Symbolbild, Quelle RB

UPDATE!!!!

Pannen-Verwirrung bei der Kreispolizeibehörde Unna: Eine am Donnerstagabend (7. 11.) eilig herausgegebene umfangreiche Warnung vor einer „perfiden neuen Betrugsmasche“ in Bergkamen hat sich als behördlicher Irrtum herausgestellt.

Die Ermittler zogen ihre Warnmeldung am Freitagmorgen vollständig zurück.

Wie es zu der falschen Warnung kam

Einer 85-jährigen Seniorin war am Donnerstagmittag (5. November 2026) in einem Discounter an der Geschwister-Scholl-Straße die Handtasche gestohlen worden. Direkt vor Ort sprachen eine Polizeibeamtin und eine Regierungsbeschäftigte in Zivil die bestohlene Frau an, um die Strafanzeige aufzunehmen.

Da die Seniorin am Abend erneut die Wache kontaktierte und die erste Anzeige systemintern noch nicht zeitnah erfasst war, konnte die Polizei den Einsatz bei einer Überprüfung zunächst nicht zuordnen. Die Behörde ging fälschlicherweise davon aus, dass Hochstaplerinnen das Vertrauen des Opfers erschleichen wollten, und löste öffentlich Alarm aus.

Keine Betrugsmasche – Einsatz war echt

Die Polizei Unna stellt klar, dass es sich um einen völlig regulären Polizeieinsatz gehandelt hat und keinerlei Hinweise auf Betrügerinnen vorliegen.


Das war die Ursprungsmeldung:

Eine 85-jährige Bergkamenerin ist am Donnerstag (05.11.2026) Opfer eines Handtaschendiebstahls geworden.

Besonders dreist: Kurz nach der Tat gaben sich zwei bislang unbekannte Frauen als Polizeibeamtinnen aus und täuschten die Aufnahme einer Strafanzeige vor.

Die Polizei warnt vor dieser bislang nicht bekannten Vorgehensweise.

Die 85-Jährige hielt sich am Donnerstag zwischen 11.30 Uhr und 11.45 Uhr mit ihrem Rollator zum Einkaufen in einem Discounter an der Geschwister-Scholl-Straße in Bergkamen auf.

Während ihres Einkaufs wurde ihr die Handtasche entwendet. Kurz nach dem Diebstahl wurde die Seniorin von zwei zivil gekleideten Frauen angesprochen.

Die Unbekannten gaben sich als Polizeibeamtinnen aus und erklärten, eine Strafanzeige wegen des Handtaschendiebstahls aufzunehmen.

Im Verlauf des Gesprächs erkundigten sie sich unter anderem nach der Wohnanschrift der 85-Jährigen. Die Seniorin wurde jedoch misstrauisch. Am Donnerstagabend wandte sie sich an die Polizei und erstattete Anzeige.

Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden Frauen keineswegs um Polizeibeamtinnen gehandelt hatte. Eine polizeiliche Anzeigenaufnahme hatte zuvor nicht stattgefunden.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Identität der beiden Frauen ist bislang unbekannt.

Polizei warnt vor besonders dreister Masche

Die Polizei Unna nimmt diesen Vorfall zum Anlass, vor einer ungewöhnlichen Vorgehensweise zu warnen.

Dass sich Unbekannte unmittelbar nach einem Diebstahl als Polizeibeamtinnen ausgeben, um das Vertrauen der Geschädigten auszunutzen und persönliche Informationen zu erlangen, ist eine besonders perfide Masche, die der Kreispolizeibehörde Unna in dieser Form bislang nicht bekannt ist.

Die Täterinnen nutzten offenbar gezielt die Situation der 85-Jährigen aus. Gerade nach einer Straftat sind Betroffene häufig verunsichert und möglicherweise besonders empfänglich für vermeintliche Hilfe.

Die Polizei gibt deshalb folgende Hinweise:

  • Achten Sie auf ungewöhnliche Situationen: Werden Sie nach einer
    Straftat unvermittelt von Personen angesprochen, die sich als
    Polizeibeamte ausgeben, dürfen Sie bei Zweifeln nachfragen. – Lassen
    Sie sich im Zweifelsfall den Dienstausweis zeigen: Insbesondere
    Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in Zivil können sich durch ihren
    Dienstausweis legitimieren. – Vertrauen Sie Ihrem Gefühl: Kommt Ihnen
    eine Situation merkwürdig vor oder bestehen konkrete Zweifel an der
    Echtheit eines Polizeikontakts, können Sie sich über die 110 bei der
    Polizei rückversichern. – Tragen Sie Ihre Handtasche möglichst eng am
    Körper: Bewahren Sie Wertsachen in verschlossenen, möglichst
    körpernah getragenen Taschen auf. – Lassen Sie Taschen nicht
    unbeaufsichtigt: Handtaschen sollten weder ungesichert im
    Einkaufswagen noch leicht zugänglich am Rollator aufbewahrt werden. –
    Schützen Sie Ihre Wertsachen: Nehmen Sie möglichst nur benötigtes
    Bargeld mit und bewahren Sie wichtige Dokumente und Zahlungsmittel
    sicher auf.

  • Die Polizei appelliert insbesondere auch an Angehörige älterer Menschen, über diese Vorgehensweise zu sprechen und für die Gefahren zu sensibilisieren. Grundsätzlich gilt: Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sind vertrauenswürdige Ansprechpartner, insbesondere für Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind.
  • Wer jedoch konkrete Zweifel an der Echtheit eines Polizeikontakts hat, darf und sollte diese ansprechen und gegebenenfalls über die 110 klären lassen.

Polizei sucht Zeugen

Wer am Donnerstag (05.11.2026) zwischen 11.30 Uhr und 11.45 Uhr in dem Discounter an der Geschwister-Scholl-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise auf die beiden unbekannten Frauen geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Kamen unter 02307 921-3220 oder unter 02307 921-0 zu melden.

Quelle Kreispolizeibehörde Unna

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