Überlastete Straßen, Staus zur Autobahnauffahrt, mangelhafte ÖPNV-Anbindung, zugeparkte Seitenstreifen, Vermüllung.
Viel Gesprächsbedarf rund um den Verkehr: Geplanter Ausbau der B63 war Kernthema beim IHK-Wirtschaftsgespräch in Bönen
Der Verkehr im Allgemeinen und vor allen Dingen die Anbindung der Gewerbegebiete InlogParc und Am Mersch: Das war das beherrschende Thema des diesjährigen Wirtschaftsgesprächs Bönen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund.
Und der Abend machte eines deutlich: Insbesondere zum geplanten Ausbau der B63 zwischen Hamm und Bönen besteht noch viel Gesprächsbedarf.
Die rund 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Kompetenzzentrum Bio-Security wurden begrüßt von Christian Zurbrüggen (Chef des gleichnamigen Wohnzentrums und IHK-Vizepräsidnet), dem Vize-IHK-Hauptgeschäftsführer Wulf-Christian Ehrich und dem Regionalbetreuer Mario Oleschko.
„Bönen profitiert zwar von seiner guten Anbindung und seiner Lage“, sagte Zurbrüggen. „Zugleich stehen weitere Entwicklungen an, die neue Fragen aufwerfen: Wie werden sich die Verkehrsströme in der Region künftig entwickeln – Stichwort Multi-HUB in Hamm? Welche Infrastruktur brauchen wir dafür? Und was kann eine Gemeinde wie Bönen selbst tun oder Entwicklungen beeinflussen?“
Kernstück des Wirtschaftsgesprächs war eine lebhafte Podiumsdiskussion zur Verkehrssituation. Nicole de Witt, Leiterin der Regionalniederlassung von Straßen.NRW, argumentiere für den Neubau der B63n zwischen Hamm und Bönen:
„Die B63n bündelt die Verkehre auf dem Weg zur Autobahn. Davon profitiert nicht nur der Wirtschaftsverkehr. Der Neubau entlastet auch viele Anwohner entlang der bisherigen Routen.“ Die gute Nachricht für die Unternehmer im Gewerbegebiet „Am Mersch“ war, dass mit dem Ausbau auch der Verkehrsfluss an der Anschlussstelle verbessert werden soll. Dazu übernimmt Straßen NRW die Verantwortung von der Autobahn GmbH.
Aus dem Publikum kam unter anderem der Wunsch nach einer Verbesserung der Ampelanlage, um den Rückstau auf die Autobahn zu vermeiden. In eine konzeptionelle Betrachtung der Anschlussstelle Bönen gehören nach Einschätzung von de Witt sowohl die kleinteilige Betrachtung von Ampeln als auch großräumige Lösungen. Der Neubau der L667 schaffe einen zweiten A2-Anschluss für das Gewerbegebiet und entzerre damit das Nadelöhr an der bisherigen Anschlussstelle.
Bönens Bürgermeister Nils Böckmann betonte, dass die Gemeinde den Ausbau der B 63n auch in Zukunft unterstützen könne, wenn die offenen Fragen für Unternehmen und Anwohner geklärt werden. „Das Wirtschaftsgespräch hat neue Informationen geliefert und einen direkten Draht zum Landesbetrieb.” In diesem Sinne sei die aktuelle Ratsvorlage auch kein Veto gegen den Ausbau, sondern der Auftrag, die Interessen der Gemeinde im Kontext der neuen Sachlage zu bewerten.
IHK-Verkehrsexperte Stefan Peltzer legte Zahlen des Verkehrsdienstleisters Infralytics vor. Danach fahren täglich mehr als 2000 Pendler aus Hamm nach Bönen.
„Die Unternehmen sind auf das Arbeitskräftepotenzial der Nachbarstadt angewiesen. Dieses Verkehrsaufkommen ist mit einem wirtschaftlichen Gegenwert verbunden.
Unsere Position als IHK ist, dass auch Bönen vom Neubau der B63n und einem Ausbau der L667 klar profitieren würde. Für Bönen müssen beide Maßnahmen zusammen betrachtet werden.“
Wie hoch der Handlungsbedarf im Gewerbegebiet InlogParc aus Sicht der Unternehmen ist, brachte Daniela Krefting von der in Bönen ansässigen Welser Profile Deutschland GmbH zum Ausdruck.
„Überlastete Straßen und Staus zur Autobahnauffahrt, eine unzureichende Anbindung an den ÖPNV, zugeparkte Seitenstreifen, Müll und andere Hinterlassenschaften – ich könnte hier noch lange stehen,“
sagte Krefting, die an dieser Stelle auch gleich alle Unternehmen in den beiden Gewerbegebieten einlud, sich mit Welser Profile zu vernetzen.
Am 18. November soll ein Austausch stattfinden darüber, was die Unternehmen vor Ort in Eigenregie in Angriff nehmen können, um die Situation zu verbessern.
PM IHK zu Dortmund
































