Ladenmiete sponsorte der Steuerzahler – Zwei Jahre später ist an der Bahnhofstraße 4 in Unnas City wieder Schluss

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Der temporär durch Steuergelder gefüllte Laden an der Bahnhofstraße 4 in Unna Bummelzone ist wieder leer. (Foto RB)

Vor knapp zwei Jahren mit viel Vorschusslorbeer und ordentlich Steuergeld neu eröffnet, ist der „Schippe Frischluft“ an der Bahnhofstraße 4 in Unnas Fußgängerzone schon wieder die Luft ausgegangen.

Das Kalkül der Stadt, einem neuen Geschäft mit einer Anschubfinanzierung aus Steuergeldern auf eigene Beine und zum Selberlaufen zu helfen, ist in Unna ebenso wenig aufgegangen wie bisher in ähnlichen Förder-Fällen in Kamen oder Fröndenberg.

Der kleine Laden auf der Bahnhofstraße in Unna, in den Anfang 2024 der Outdoorladen „Schippe Frischluft“ eingezogen war, ist wieder ausgeräumt und reiht sich in die wachsende Zahl sich verfestigender Leerstände in Unnas Fußgängerzone ein.


Im Januar 2024 verkündeten Bürgermeister Dirk Wigant, Marketingchef Horst Bresan (re.) und Wirtschaftsförderer Martin Bick in Wort und Bild den Einstieg in eine neues Förderprogramm, das steuerfinanziert leere Läden füllen soll. Das Aus für die Schippe Frischluft kam sang-, klanglos und ohne begleitendes Pressefoto. Screenshot unseres damaligen Berichts.

Im Februar 2024 verkündete die Stadt einen neuen Ansatz, leere Geschäfte in der City mit Leben zu füllen:

Bis zu zwei Jahre lang übernimmt die Allgemeinheit die Ladenmiete oder zumindest einen Großteil davon – in dieser Zeit kann sich der Geschäftsinhaber vor Ort etablieren.

Existenzgründungen erleichtern und gleichzeitig die Innenstadt attraktiver machen: Diese beiden Ziele verknüpft das Landesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“.

Unnas Nachbarstädte Kamen und Fröndenberg füllen bereits seit vielen Jahren mit Hilfe dieses Förderprogramms immer wieder mal Leerstände, bisher allerdings nicht dauerhaft.

In Fröndenberg wurde zuletzt anderthalb Jahre lang ein „Unverpackt-Laden“ gegenüber Aldi über dieses Landesprogramm gefördert, musste jedoch noch vor dem Ende der Förderfrist wieder aufgeben, weil einfach zu wenige Kunden kamen.

Die Kreisstadt nimmt seit Beginn dieses Jahres 2024 an der Förderung teil, nachdem sie sich zuvor beim Land NRW erfolgreich um die Aufnahme ins Programm beworben hatte. Fördergeld in Höhe von 295.764 Euro bekam Unna bewilligt.

Aufgestockt um 200.000 € Haushaltsmittel steht nun noch bis Ende 2027 knapp eine halbe Million Steuergeld zur Verfügung – Geld, von dem die Stadt leerstehende Ladenlokale anmieten kann.

Das Förderprogramm richtet sich an alle, die ein Gewerbe gründen oder eine Filiale eröffnen wollen und nach einem passenden Ladenlokal suchen. Ebenso angesprochen sind Vermieter leerstehender Ladenlokale.

Voraussetzung ist, dass die Immobilieneigentümer dazu bereit sind, ihr Ladenlokal für bis zu zwei Jahre leicht mietvergünstigt an die Stadt zu vermieten. Diese überlässt den Laden sodann interessierten Gewerbekunden.

Um die Vorgaben des Fördergebers zu erfüllen, müssen die Ladenbesitzer auf mindestens 30 Prozent der zuletzt erzielten Kaltmiete verzichten.

„Möglich ist eine Förderung für frequenzbringende Angebote in der Innenstadt, also vor allem Einzelhandelsnutzungen und Gastronomie“, erläuterte die Stadt seinerzeit die Fördermodalitäten weiter.

Mietflächen sind bis zu einer Größe von 300 Quadratmetern förderfähig.

„Für Existenzgründer ist das Programm ein attraktiver Türöffner. Sie müssen sich nicht für 5 oder 10 Jahre binden und erhalten zudem günstigere Mietkonditionen. Das senkt die Markteintrittsbarriere“, hoffte damals Bürgermeister Dirk Wigant.
 
Die erste Vermittlung im Zuge des Förderprogramms gelang Wirtschaftsförderer Martin Bick an der Bahnhofstraße 4. In dem Ladenlokal, das seit der Schließung einer Telekom-Filiale leer stand, eröffnete 2024 die „Schippe Frischluft“ mit Outdoor-Bekleidung.

„Das ist eine innovative Bereicherung des Angebots“, freute sich Bick im Januar 2024 in die Kamera der städtischen Pressesprecher lächelnd.

Jetzt steht der frühere Leerstand wieder leer.

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