Neues Schwimmbad Massen: Stadt plant zunächst kein Geld ein – Statt dessen 6,4 Mio. für Sport- und Freizeitpark

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Das Hellwegbad Massen. (Foto Schwimmfreunde Massen e.V.)

Der dringend notwendige Neubau eines Schwimmbads in Massen steht für die SPD-Ratsfraktion Unna im Zentrum der Haushaltsplanberatungen für das Jahr 2026.

Trotz der angespannten finanziellen Lage der Stadt will die Fraktion hier einen entscheidenden Schritt nach vorne machen – ohne den städtischen Haushalt zusätzlich zu belasten.

„Das neue Schwimmbad in Massen ist für uns ein zentrales Zukunftsprojekt. Wir können es uns nicht leisten, hier noch mehr Zeit zu verlieren“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Sebastian Laaser. „Genau deshalb bringt die SPD-Fraktion einen Antrag ein, der keine neuen Ausgaben verursacht, sondern bereits eingeplante Mittel gezielt umschichtet.“

Im Haushaltsplanentwurf für 2026 sind bislang keinerlei Gelder für die konkrete Planung eines Schwimmbad-Neubaus auf dem Gelände des ehemaligen Freizeitbads in Massen vorgesehen.

Stattdessen sind dort für das laufende Jahr 200.000 Euro für die Planung eines Sport- und Freizeitparks eingeplant, ergänzt durch weitere 6,2 Millionen Euro in den Folgejahren für dessen Umsetzung.

Die SPD-Fraktion fordert nun, 100.000 Euro dieser Planungskosten in 2026 verbindlich für die Realisierung des neuen Schwimmbads zu reservieren. Hintergrund ist der wachsende Zeitdruck.

Das Lehrschwimmbecken in Massen war nach seiner Schließung im Sommer 2022 aufgrund technischer Mängel nur befristet wieder in Betrieb genommen worden. Fachleute gehen davon aus, dass seine Restlebensdauer lediglich fünf bis sieben Jahre beträgt.

„Fällt das Becken weg, ohne dass ein Neubau bereitsteht, wäre der Schwimmunterricht für viele Schülerinnen und Schüler in Unna kaum noch sicherzustellen.“

Auch Angebote wie Wassergymnastik für Seniorinnen und Senioren sowie Trainingszeiten für Wassersportvereine wären massiv gefährdet. „Die Reparatur des alten Beckens ist nur eine Übergangslösung. Wir brauchen jetzt Tempo für den Neubau“, so Laaser.

Der Hinweis des Kämmerers, der Schwimmbad-Neubau falle in die Zuständigkeit der Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU), überzeugt die SPD-Fraktion nur bedingt. Es sei allgemein bekannt, dass die WBU ein solches Großprojekt aus eigener Kraft kaum stemmen könnten.

Das Ziel des Bürgermeisters, Schwimmbad und den geplanten Sport- und Freizeitpark gemeinsam zu entwickeln, trägt die SPD-Fraktion bis zu einem gewissen Grad mit. Für sie ist jedoch klar: Das Schwimmbad muss Vorrang haben.

„Schwimmunterricht ist eine Pflichtaufgabe der Stadt – kein freiwilliges Zusatzangebot.“

Zudem ist die Stadt beim Schwimmbad bereits deutlich weiter als beim Sport- und Freizeitpark. Ein Gutachterbüro hat mehrere konkrete Varianten für einen Neubau vorgelegt.

„Jetzt ist der Rat gefordert, eine Entscheidung zu treffen. Dann können wir endlich in die Umsetzung gehen“, erklärt die SPD-Fraktion. „Mit der Umverteilung vorhandener Mittel schaffen wir dafür die notwendige Grundlage – ohne den Haushalt zusätzlich zu belasten.“

Gleichzeitig macht die SPD-Fraktion deutlich, dass sie die schwierige Haushaltslage der Stadt sehr ernst nimmt. Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen will sie bewusst keine Anträge stellen, die zusätzlich hohe Kosten verursachen.

„Wir handeln finanziell verantwortungsvoll“, so die Fraktion. Sie verweist zugleich auf den gemeinsam mit der CDU durchgesetzten Beschluss zur Abschaffung der Kita-Gebühren, mit dem bereits Ende vergangenen Jahres ein wichtiger Beitrag zur Entlastung von Familien in Unna erreicht worden sei. Diese jährlich fehlenden rund 2 Mio. Euro zahlen jetzt indirekt alle Steuerzahler.

PM: SPD-Fraktion Unna, weitere Quellen: Archiv RB

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