Spedition Huckschlag will im „Innovationspark Fröndenberg“ 150 Arbeitsplätze schaffen – Doch Stadtrat legt Pläne auf Eis

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Interessiert verfolgten die Mitglieder der MIT Fröndenberg in den Büroräumen der Spedition Huckschlag die Präsentation der geplanten Erweiterung. (Foto MIT Fröndenberg)

150 neue Arbeitsplätze möchte die Fröndenberger Spedition Huckschlag im neuen Gewerbegebiet Schürenfeld – dem „Innovationspark“ – im Westen der Stadt schaffen, indem sie dort expandiert.

Doch das Begehren liegt auf Eis. Denn die Spedition passt nicht in den Kritierienkatalog des „Innovationsparks“.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU (MIT) Fröndenberg findet das ein absolutes No Go. Sie fordert den Stadtrat auf, schnellstens Planungssicherheit herzustellen.

Die MIT war zu ihrem jüngsten Stammtisch zu Gast bei Thomas Huckschlag, dem Inhaber der Spedition im Stadtteil Warmen. Zahlreiche Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsunion nutzten bei der Zusammenkunft in den Büroräumen die Gelegenheit, sich vor Ort über die Zukunftspläne des traditionsreichen Logistikbetriebs zu informieren.

„In einer eindrucksvollen Präsentation stellte Thomas Huckschlag das geplante Neubauprojekt im Schürenfeld vor“, berichtet Dr. Andreas Hennemann, CDU-Ratsherr und MIT-Vorstand.

„Mit der Erweiterung sollen 150 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen – ein starkes Signal für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt Fröndenberg.

Das Kerngeschäft Logistik bleibt am bisherigen Standort in Warmen bestehen, jedoch künftig mit deutlich reduziertem Lkw-Verkehr, wie Huckschlag betonte.“

Umso größer sei die Verwunderung der Anwesenden darüber gewesen, dass das Bauvorhaben derzeit vom alten Stadtrat auf Eis gelegt wurde. Im neuen, der sich Ende November konstituiert, ist die CDU stärkste Fraktion.

Eine Spedition passt auf den ersten Blick nicht wirklich zum Anforderungsprofil, das Stadt und WFG Kreis Unna (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) gemeinsam entwickelten.

Für die Grundstücksvergabe wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, bei dem neben Finanzkraft, Umsatzwachstum und prognostizierter Gewerbesteuer auch die Zahl und Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze eine Rolle spielen, außerdem Innovationen, Vernetzung mit anderen Unternehmen aus der Region sowie ein ökologisches Bau-, Energie- und Mobilitätskonzept.

Ist dies alles für eine traditionelle Spedition eine zu hohe Hürde?

Tatsächlich bestätigte MIT-Vorstand Dr. Andreas Hennemann diese Vermutung.

„Der Kriterienkatalog schließt für das neue Gewerbegebiet Schürenfeld Logistikbetriebe aus. Das wird man jetzt wohl überdenken!“

Im wesentlichen aus drei Gründen, betont Hennemann:

  • – Das Interesse anderer Investoren hält sich stark in Grenzen,
  • – Wo findet man schon Neuansiedlungen mit zusätzlichen 150 Arbeitsplätzen? 
  • – Wenn das bestehende Unternehmen Huckschlag GmbH nicht bei uns bauen darf besteht die Gefahr, dass es langfristig woanders hin zieht und damit ein weiterer Gewerbesteuerzahler verloren geht.“

In der lebhaften Diskussion machten die MIT-Mitglieder jedenfalls deutlich, dass die geplante Ansiedlung ein wichtiger Schritt für die Sicherung und Stärkung des Wirtschaftsstandortes Fröndenberg sei.

„Dieses Investitionsvorhaben schafft neue Arbeitsplätze, stärkt bestehende Strukturen und trägt entscheidend zur Zukunftssicherung unserer Stadt bei“,

so das Fazit der MIT-Mitglieder.

Die MIT Fröndenberg hält die Realisierung des Projekts für absolut notwendig und fordert den neuen Stadtrat auf, das Vorhaben zeitnah zu unterstützen und aktiv zu fördern.

Rückblick: Umstrittenes Gewerbegebiet im Westen der Stadt

Nach vielen Jahren politischen Diskussionen und Streit ums Gewerbegebiet Schürenfeld im Westen Fröndenbergs fiel vor etwas mehr als einem Jahr, am 23. September 2024, der symbolische Startschuss für die Vermarktung des 18 Hektar großen „Innovationsparks Fröndenberg“.

Eine Bürgerinitiative hatte bis zuletzt vergeblich versucht, die Erschließung dieses angeblichen „Millionengrabes“ zu verhindern.

„Direkt an der Bundesstraße B233 gelegen, nur vier Kilometer vom Kreuz Dortmund/Unna mit den Autobahnen A1 und A44 entfernt, an der Schnittstelle von Metropole Ruhr und der Technologieregion Südwestfalen, warten im Innovationspark Fröndenberg 12 Hektar vermarktbare Fläche auf Unternehmen.

Das Flächenangebot richtet sich in erster Linie an innovative produzierende Unternehmen, Handwerksbetriebe und produktionsorientierte Dienstleister mit dem Fokus auf intelligente Produktion“,

warb Bürgermeisterin Sabina Müller (SPD) damals für eine Ansiedlung.

„Mit der Vermarktung der Grundstücke im Innovationspark Fröndenberg streben wir die Transformation zu einem nachhaltigen, wissens- und innovationsbasierten Wirtschaftsstandort an.

Deshalb favorisieren wir gemeinsam mit der Kommune die Ansiedlung von technologieorientierten Unternehmen, die sowohl der Kommune als auch dem Kreis Unna Wachstumsimpulse geben“,

so WFG-Chef Sascha Dorday.

Für die vorangegangene Planung, Erschließung und nun beginnende Vermarktung des Gebietes ist die WFG verantwortlich, die diese Aufgabe treuhänderisch für die Stadt Fröndenberg übernimmt. Erste Ansiedlungen sollten voraussichtlich ab Ende 2025/Anfang 2026 möglich sein.

Für die Grundstücksvergabe wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, „denn Industrie- und Gewerbeflächen sind im Kreis Unna ein knappes Gut“, betonen die Akteure.

Neben Finanzkraft, Umsatzwachstum und prognostizierter Gewerbesteuer spielen unter anderem die Zahl und die Qualität der durch die Ansiedlung geschaffenen Arbeitsplätze, Innovationen, Vernetzung mit anderen Unternehmen aus der Region sowie ein ökologisches Bau-, Energie- und Mobilitätskonzept eine Rolle.

Interessierte Unternehmen wenden sich für die Grundstücksvergabe an Anna Wehrmann als Wirtschaftsförderin der Stadt Fröndenberg oder an Dr. Petra Bergmann von der WFG: www.wfg-kreis-unna.de.

Über die MIT Fröndenberg

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU  vertritt die Interessen von Unternehmerinnen, Unternehmern, Selbstständigen und leitenden Angestellten in Politik und Gesellschaft. Ziel ist die Förderung unternehmerischer Freiheit, die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Fröndenberg.

5 KOMMENTARE

  1. Die Dörfer Strickherdicke und Langschede leiden eh schon extrem durch die LKWs, vor allem die Kipper, die von früh morgens bis spät Abends die B233 entlangdonnern.
    Mit viel Drehzahl voll beladen laut bergauf und rumpelnd und polternd leer und dröhnend bergab.
    Fußgängerampeln gibt es nur ganz oben am Wasserspeicher und ganz unten an der Brücke.
    Ich weiß, wovon ich rede, ich habe dort über 10 Jahre lang gewohnt. Man freute sich auf die hin- und wieder rasenden Motorradfahrer am Wochenende, für die es in Eifel- und Weserberglanddörfern Durchfahrtsverbote gibt. Jammern auf hohem Niveau pur…
    Die Bewohner von Strickherdicke und Langschede würden gerne mal LKWs gegen Motorräder tauschen… . Ja, da freuen sich alle dann auf die Spedition, deren LKWs dann zwischen den Dörfern auch noch eingepflegt werden sollen.
    Per Ampel, die das morgendliche und abendliche Chaos durch die Ampel an der Wilhelmshöhe nochmal potenzieren wird.

    Natürlich wird das Schürenfeld zu einem Millionengrab. Wenn sich das Interesse der avisierten Wirtschaftsbereiche jetzt, nach fast zehn Jahren Werbung dafür, noch „in Grenzen hält“, ist es das eigentlich schon, war die Erschließung am Hang auf der archäologischen Fläche mit Prospektion und neuer Wasserhaltung sicher kein Schnäppchen.
    Noch bevor das Gewerbegebiet der Stadt unterm Strich Geld einbringt, werden die ersten Instandhaltungsmaßnahmen nötig werden. Vor allem, wenn dann jetzt doch noch massiver LKW-Verkehr dazukommt.
    Ich kann mich noch gut an die Begründung für das Gewerbegebiet erinnern:
    „Natürlich könnte man es so lassen, dann bleibt Fröndenberg eine Stadt, in der die Menschen leben und auswärtig arbeiten. Aber das will die Politik nicht“.
    Mein Vorschlag war damals, diese Politiker zu ersetzen, dies hätte Fröndenberg dann Geld gespart und den Bewohnern von Strickherdicke und Langschede Nerven.
    Es wurden auch Verkehrszählungen gemacht….in den Osterferien.
    Aber heutzutage braucht ja jedes Dorf ein eigenes Gewerbegebiet.

    Ich halte eine Spedition in DIESEM Gewerbegebiet, ebenso wie zum Beispiel oben in Rhynern für ungeeignet. Die Straßen dort sind bereits am Limit und die Bewohner dieser Gegenden wandern ob dieses Dauerverkehrschaosses bereits ab.
    Kleinere Unternehmen ohne großen zusätzlichen LKW-Verkehr wären für die Anwohner deutlich erträglicher.

  2. Meine persönliche Einschätzung:
    Huckschlag wird dort wie geplant sein großes Logistikzentrum mitten in die wunderschöne Natur hinasphaltieren. Vorfinanziert mit über 10 Millionen Steuergelder der Einwohner.

    Dieses ganze Gelaber der Stadt Fröndenberg von Januar 2024, das man bereits mehr Interessenten (30) als Grundstücke hat, hat sich als Lüge herausgestellt.

    Herr Freck als der eigendliche Kopf der Fröndenberger Politik von damals hat nun anstatt einer Steuerfachangestellten einen Bürgermeister mit einer Lehre als Chemikant neben sich.
    An der Politik wird sich nichts sonderlich ändern.

    Neugierig bin ich auch, wer sich letztendlich das sehr wertvolle Baugrundstück in der nahegelegenen grünen Dorfmitte von Strickherdicke schnappen wird, nachdem es für die Zukunft mit temporäre häßliche Asylantenbaucontainer (über 4000 Euro/qm) zerstört worden ist und gleichzeitig für das Bürgerhaus dahinter der Sanierungsbedarf zu hoch geworden ist.

    Durch Bekannte habe ich tiefere interne Einblicke in den Kampf um die sehr lukrativen Grundstücke dort.

  3. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU hat übrigens während der Coronamaßnahmezeit gefordert, das jeder Ungeimpfte sofort seinen Kündigungsschutz und seine Arbeitnehmerrechte verliert, egal wie lange er beschäftigt ist.

    • Nun will die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU brutal die Natur im Westen der Stadt zerstören, damit eine einzelne Spedition auf Kosten der Steuerzahler Arbeitsplätze vom Osten in den Westen umverlagern kann. Um durch eine etwas nähere Anbindung an den Ruhrpott mehr Reibach zu machen. Das ganze mit über 10 Millionen Euro Steuergelder auf Schuldenbasis der Einwohner von Fröndenberg finanziert.

      Der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU sind die Einwohner von Fröndenberg oder die betroffenen Dörfer um das Gewerbegebiet vollkommen egal.

      Man sollte sich mal vorstellen, welche Millionen Gewinne die Stadt Fröndenberg gemacht hätte, wenn sie diese begehrte Wohnlage mit Ruhrhangblick als Wohngebiet ausgeschrieben hätte. Da hätte man auch wenigstens noch etwas Grün auf der Fläche gehabt.

      • Es ist sehr wahrscheinlich, dass Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen bei der Spedition Huckschlag in Fröndenberg arbeiten, da viele Stellenanzeigen von Huckschlag (z.B. für Lagerlogistik) über Jobportale laufen, die oft auch Zeitarbeitsfirmen als Arbeitgeber nennen, um Personal zu finden.
        Durch eine nähere Anbindung an das Ballungsgebiet Ruhrgebiet kann man auch besser aus dessen Arbeitskräftepotential für prekäre befristete Lagerjobs schöpfen, was den Einwohnern von Fröndenberg nicht viel bringen wird.

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