Emotionale Lesung: Zwei Exil-Iranerinnen berichten über Erlebnisse in iranischen Frauengefängnissen

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Foto Stadt Unna

Wäre eine Stecknadel gefallen, hätte man es hören können:

Die eindrucksvollen Schilderungen der Haft in einem Frauengefängnis im Iran fesselten am Montag, 4. März, gut 60 Besucher in der Bibliothek im zib.

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Im Vorfeld des Weltfrauentages hatten dort die VHS mit der Amnesty International Gruppe Unna und dem Gleichstellungsbüro Unna zwei Exil-Iranerinnen zu einer Lesung mit Gespräch eingeladen. Wir berichteten.

Nach einer kurzen Vorstellung von Amnesty International und der Erläuterung des politischen Systems im Iran las die Autorin Monireh Baradaran aus ihrem autobiografischen Buch „Erwachen aus dem Albtraum. Meine Jahre in den Gefängnissen von Teheran“.

Packend schilderte sie ihre Erlebnisse und Emotionen während der Haft im Evin-Gefängnis in Teheran in den 1970er und 1980er Jahren. Wie aktuell dieses Thema nach wie vor ist, zeigt das 2023 im Rowohlt Verlag erschienene Buch „Frauen! Leben! Freiheit!“ der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi, an dessen Übersetzung Baradaran maßgeblich beteiligt war.

Hier berichten 13 inhaftierte Frauen von Beleidigungen, Demütigungen, Einzelhaft, Verhören und Folter. Mohammadi ist es gelungen, diese Aufzeichnungen aus dem Gefängnis heraus öffentlich zu machen.

Hellen Nosrat, die ebenfalls an der Übersetzung des Buches beteiligt war, brachte diese Zeugnisse eines solidarischen Widerstands der Frauen, die sich nicht vom System brechen lassen wollen, an diesem Abend mit kurzen Portraits nahe.

Neben der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi sind in dem Buch vertreten: die Menschen- und Kinderrechtsaktivistin Atena Daemi, die Journalistin und Aktivistin für Frauenrechte und Pressefreiheit Hengameh Shahidi sowie die Journalistin und Studentin der Sozialwissenschaft Marzieh Amiri.

Nach diesen emotionalen Berichten kam das Publikum mit Baradaran und Nosrat ins Gespräch und erfuhr unter anderem, wie das Leben nach den Gefängnisaufenthalten für Baradaran weiterging und wie die beiden im Exil lebenden Iranerinnen die aktuelle Situation in ihrem Heimatland einschätzen.

Abschließend konnten sich alle Beteiligten an der Petition von Amnesty International für die Freilassung von Narges Mohammadi beteiligen.

Die beiden handsignierten Bücher sind im Bibliotheksbestand verfügbar und im örtlichen Buchhandel erhältlich.

Pressemitteilung: Stadt Unna

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