Gebäudeschäden Hortensienweg: Gutachten nennt Regen und Wasserpumpen von Anwohnern als Kernursachen

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Die betroffene Häuserreihe von der Rückseite. (Foto c/o RB)

Die teils schwerwiegenden Gebäudeschäden am 30. Dezember am Hortensienweg in Königsborn sind im Kern durch den anhaltenden Regen und private Wasserentlastungspumpen verursacht worden. So stellt es die Stadt Unna dar unter Verweis auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten, das sie jetzt veröffentlicht hat.

Wörtlich teilt die Verwaltung in einer Pressemitteilung vom Freitag (16. 2.) zur Situation am Hortensienweg mit:

„Die Ergebnisse der Bohrungen zur geotechnischen Untersuchung des Bodens im Hortensienweg können jetzt … eingesehen werden.

Die Kreisstadt Unna hat das Gutachten eines externen Fachbüros nach der datenschutzrechtlichen Prüfung auf der Homepage veröffentlicht: www.unna.de. Die Anwohner des betroffenen Wohngebietes haben das Gutachten in digitaler Form bereits erhalten.

Über den Inhalt des Gutachtens wurden die Anwohnern bereits am 29. Januar in einer Informationsveranstaltung in Kenntnis gesetzt.

Gutachten: Bodenentzug führte zur Gefährdung der Standsicherheit

Im Kern nennt das Gutachten den anhaltenden Regen und den damit verbundenen starken Anstieg des ohnehin hohen Grundwasserstands in dem Wohngebiet als Ursache für die Situation am Hortensienweg, die am Silvesterwochenende aufgetreten ist.

In Folge dieser Ereignisse haben einzelne der in einigen Gebäuden installierten Wasserentlastungspumpen nicht nur Wasser, sondern auch Anteile des Bodens abgepumpt. Dieser andauernde Entzug des Bodens unter den Kellergeschossen hat zu der Gefährdung der Standsicherheit einiger Gebäude geführt.

Dies lässt sich laut des Gutachters eindeutig anhand des Schadensbilds in Kombination mit den Messergebnissen erkennen.

Die Untersuchungen haben mit Ausnahme der gesperrten Häuser aktuell keine Hinweise auf weitere Schäden im Baugrund des Wohngebietes ergeben.

Abwasserkanäle untersucht: Keine Schäden festgestellt

Im Nachgang der Informationsveranstaltung am 29. Januar haben sich weitere Anwohner des Wohngebietes Hortensien-/Magnolien-/Hibiskusweg bei der Stadt gemeldet, die Rissbildungen an ihren Gebäuden bemerkt haben. Daher hat die Kreisstadt eine Kamerabefahrung aller Abwasserkanäle in dem Wohngebiet veranlasst, um zu erkunden, ob möglicherweise Kanäle beschädigt sind und dies zu einem Bodenentzug im Wohngebiet geführt hat.

Die Befahrung hat keine Hinweise darauf ergeben, dass durch die Abwasserkanäle ein Bodenentzug stattfindet; die Abwasserkanäle sind dicht.

Unabhängig davon bleibt der Bereich um die Schachtbaugrube eines Abwasserkanals im Hortensienweg/Hibiskusweg weiterhin gesperrt.

Hier war bereits bei einer Kamerabefahrung am 26. Januar festgestellt worden, dass die Schachtbaugrube sich abgesenkt hat. Eine erforderliche Reparatur der Schachtbaugrube kann jedoch erst erfolgen, wenn der Grundwasserspiegel in diesem Bereich auf natürliche Weise deutlich gesunken ist – was erwartungsgemäß mit Einsetzen der Vegetationsperiode geschieht.

Um diesen Zeitpunkt bestimmen zu können, wird im Auftrag der Kreisstadt Unna in den kommenden Tagen ein Messpegel unmittelbar neben der Schachtbaugrube eingelassen.

Abstimmung mit Unterer Wasserbehörde zum weiteren Vorgehen

Das nun veröffentlichte Gutachten (wurde) auch an die Untere Wasserbehörde des Kreises Unna gegeben, um auf dieser Basis gemeinsam weitere Möglichkeiten zum Ausschluss von möglichen Risiken in dem Wohngebiet zu prüfen. Dazu findet in Kürze ein entsprechender Termin statt.

Die Bauordnung steht den Anwohnern weiterhin beratend als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Über das Bürgertelefon unter (02303) 103 -1301 kann hier der Kontakt hergestellt werden.

Gutachten Hortensienweg datenschutzkonform (Copyright: Kreisstadt Unna) – https://www.presse-service.de/medienarchiv.aspx?medien_id=274726

Pressemitteilung: Stadt Unna

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