Patienten können jetzt mit Postkarten die Proteste ihrer Apotheken vor Ort unterstützen

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Foto Apothekenverband


Patienten können nun ihre Apothekenteams unterstützen und so die Politik dazu bewegen, das flächendeckende Apothekennetz zu sichern:

Der Apothekenprotest geht im Kreis Unna weiter. Im Juni blieben die Apotheken für einen Tag geschlossen, damit die Teams gegen die zunehmenden Missstände in der Arzneimittelversorgung demonstrieren konnten. Nun können die Patienten ihre Apotheken unterstützen: In den kommenden Tagen werden ihnen Postkarten ausgehändigt.

„Auf den Karten haben die Menschen die Gelegenheit, ganz kurz aufzuschreiben, warum sie ihre Apotheke vor Ort
brauchen“, erklärt Sarah Doll, Vorsitzende der Bezirksgruppe Unna im Apothekerverband WestfalenLippe (AVWL). Die Karten werden eingesammelt, an die Bundesregierung weitergeben und die Aussagen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Postkartenaktion ist angestoßen worden von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Denn die Apotheken stehen laut ihrer Verbände weiterhin unter enormem Druck. Nach einer dreijährigen Pandemie, mitten in einer Lieferengpass-Krise und mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel werde es für die
Apotheken immer schwieriger, ihre Patienten zuverlässig mit Arzneimitteln zu versorgen.

Hinzu kommt, dass weder die Bundesregierung noch der Bundestag bislang anerkannt haben, dass die Apotheken vor Ort nach zehn Jahren Stillstand nun endlich eine Honorarerhöhung benötigen.

„Unser bundesweiter Protesttag am 14. Juni hat gezeigt, wie groß die Not im Berufsstand ist“, sagt Sarah Doll.
„Im ganzen Land waren die Apothekenteams auf der Straße, um der Politik zu signalisieren, dass die
flächendeckende Arzneimittelversorgung unserer Patienten in Gefahr ist. Der Zuspruch der Bevölkerung war dabei riesig.

Die Menschen in diesem Land brauchen ihre Apotheke vor Ort – für unsere Protestmaßnahmen zeigten die Patienten großes Verständnis.

Da sich die Politik nach wie vor weigert, den wirtschaftlichen Druck in unserer Branche auszugleichen, werden wir nun die Patienten zu Wort kommen lassen.“

Seit 11 Jahren gingen die Gesundheitspolitiker nun der Frage einer Erhöhung der Apothekenvergütung
aus dem Weg.

„Während die Inflation, die Personalkosten und die Ausgaben für den Wareneinsatz in
diesen Jahren rasant gestiegen sind, mussten die Apotheken zuletzt sogar eine Honorarkürzung akzeptieren. Es kann nicht im Sinne unserer Patienten sein, diese Entwicklung und somit ein weiteres Ausdünnen des Apothekennetzes in Kauf zu nehmen. Deswegen rufen wir die Kollegen und die Bevölkerung dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen“, sagt Sarah Doll.


Die Apotheken in Westfalen-Lippe versorgen die Bevölkerung mit lebenswichtigen Arzneimitteln, sie beraten die
Menschen kompetent und vertraulich und erbringen wohnortnah pharmazeutische Dienstleistungen. Der AVWL
vertritt die Interessen von rund 1.300 Apothekeninhabern mit mehr als 1700 Haupt- und Filialapotheken. Er
versteht sich als Zweckverband für die wirtschaftlichen, rechtlichen und berufspolitischen Interessen seiner
Mitglieder und vertritt diese nach außen.

PM und weitere Informationen: www.apothekerverband.de

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