Gedenkgasse für Künstler Friedrich Seidenstücker: Stadt prüft WfU-Antrag seit zweieinhalb Jahren

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Eine Friedrich-Seidenstücker-Gasse in Erinnerung an einen berühmten Unnaer Mitbürger: Vor fast 3 Jahren schon hat Wir für Unna diesen Antrag gestellt. Auf eine Entscheidung wartet die Fraktion immer noch.

Das in der März-Ratssitzung einstimmig erfolgte Votum für eine „Anne-Frank-Allee“ an der Stadthalle begrüßt die Fraktion WfU nachdrücklich.

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„Die Schüler der Ernst-Barlach-Gymnasium haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, an wichtige Menschen zu erinnern und ihnen aus diesem Grund einen Weg widmen zu wollen. Diese Absicht fand in der Beschlussfassung im Rat eine Einstimmigkeit, wie sie in diesem Rat selten geworden ist.

Es hat uns (WfU) daran erinnert, dass auch wir einem bedeutenden ehemaligen Unnaer Bürger eine Gasse und Gedenktafel widmen wollen. Es geht um Friedrich Seitenstücker, nach dem die Gasse zwischen Krummfuß und Ullrichswall benannt werden soll. An seinem Geburtshaus am Krummfuß 9 soll ihm zu Ehren eine Gedenkplatte angebracht werden.

Bereits vor zweieinhalb Jahren, am 16. Juli 2020, hatten wir diesen Vorschlag dem Bürgermeister vorgestellt. Der Antrag wurde in der Kulturausschuss-Sitzung am 14. 9.20 beraten und wie folgt beschieden: Die Änderung der Straßenbenennung solle durch die Verwaltung geprüft werden. 

Das ist jetzt zweieinhalb Jahre her. Bis heute bekamen wir leider keinerlei Rückmeldung.

Friedrich Seidenstücker wurde am 26.09.1882 in Unna, Krummfuß 9, als Sohn des Geheimjustizrates und Amtsgerichtsrates Friedrich Seidenstücker sowie dessen Ehefrau Emma Wilhelmine, geb. von der Becke, geboren und wuchs in Unna auf. Von 1901 bis 1912 absolvierte er eine Ingenieurausbildung in Hagen und Berlin.

Seidenstücker baute seinen eigenen Fotoapparat und stellte seine Fotografien in renommierten Galerien aus.

Am 26.12.1966 stirbt er in einem Berliner Pflegeheim. Er wird anschließend in der Familiengruft auf dem Südfriedhof in Unna beigesetzt, das allerdings 1999 eingeebnet wurde. Zeitgleich verschwand auch die dort befindliche von ihm geschaffene Skulptur eines Rehkitzes.

„Friedrich Seidenstücker war ein freischaffender Künstler und weit über die Stadtgrenzen Unna hinaus bekannt und berühmt“, erklärt WfU. „Seine Fotografien wurden in zahlreichen renommierten Kunstgalerien ausgestellt. 

Neben seiner darstellenden Kunst muss auch erwähnt werden, dass Seidenstücker mit Beginn des 2. Weltkrieges jüdische Mitbürger versteckte und finanziell unterstützte.

Pressemitteilung WfU

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