Grüne Unna: Radler, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer bringen der City mehr Umsatz als Autofahrer

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Parkhaus Neue Mühle - Foto Privat

Nur ein kleiner Teil der Innenstadtbesucher komme mit dem Auto, behaupteten Unnas Bündnisgrüne in ihrer Stellungnahme zum geplanten Parkkonzept (wir berichteten HIER).

+++ Lesen Sie zum Thema auch unseren Meinungsbeitrag: „Unnas Arroganz den kleinen Nachbarn gegenüber“ +++

Wie kommen die Grünen zu dieser Behauptung? Dies fragten sich zahlreiche Leser, so dass wir die Frage an die Grünen weiterleiteten. Fraktionsgeschäftsführer Carsten Hellmann schickte uns am Wochenende die folgende Erläuterung zu:

„Wir beziehen uns mit unserer Aussage einerseits auf wissenschaftliche Studien, hier sei die Studie des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam erwähnt.

Die Studie offenbart einen deutlich höheren Anteil des Umweltverbunds am Einkaufsverhalten in den Innenstädten.

Da die Anteile im Ergebnis sehr eindeutig sind, lässt sich die Studie auch mit Betrachtung lokaler Besonderheiten auf Unna übertragen, da wir uns zusätzlich auf Auslastungszahlen der Parkhäuser in der Unnaer Innenstadt beziehen.

Trotz gut gefüllter Innenstadt sind in den Parkhäusern auch an Markttagen noch umfangreiche Kapazitäten vorhanden.

Hierzu verweise ich auf die Beantwortung der schriftlichen Anfrage der grünen Fraktion im Rat der Kreisstadt Unna am 22.09.2022 Anlage 3 [Beantwortung Anfrage Grüne EBG].

Betrachtet man im Übrigen die Kaufkraft der einzelnen Verkehrsarten, zeigen Studien, dass der Umweltverbund, also zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV Anreisende, mehr Umsatz in die Innenstädte bringen, da sie die Innenstadt häufiger besuchen. Hier verweise ich auf den Endbericht zum Forschungsprojekt „Mit dem Rad zum Einkauf in die Innenstadt“ der Fachhochschule Erfurt.

Hieraus ergibt sich, dass Menschen die mit dem Kfz anreisen, zwar pro Einkauf mehr Geld ausgeben, jedoch nicht so häufig in die Innenstadt kommen wie Menschen die zu Fuß, per ÖPNV oder dem Rad anreisen. Damit steht das Auto als Verkehrsart an letzter Stelle, wenn man die Wirtschaftlichkeit mit in die Rechnung einbezieht.

Im Vorfeld der Konzeptentwicklung haben wir uns sehr viele Gedanken über die Umsätze von Handel und Gastronomie in der Innenstadt gemacht und welche Herausforderungen sich in der Zukunft für die Unnaer Innenstadt ergeben.

Der von Ihnen erwähnte Gebührenpreis von 3,60 € bezieht sich auf die in Relation zu den Parkhäusern wenigen Stellflächen im oberirdischen Bereich der Unnaer Innenstadt. Ziel des Konzepts ist für uns eine Lenkungswirkung in die Parkhäuser, welche deutlich günstiger sind. Daher ist eine Gebührenerhöhung auch nur auf diesen Stellflächen im Sinne der grünen Fraktion.

Eine Erhöhung über 3,60 € hinaus würde aus Sicht der Grünen keine weitere Lenkungswirkung erzeugen, da die Differenz zwischen den unterschiedlichen Angeboten ausreichend erscheint.

Im weiteren Verlauf der Diskussion in den entsprechenden Fachausschüssen wollen wir gemeinsam mit allen Beteiligten konstruktiv über das Konzept sprechen.“

Carsten Hellmann, Fraktionsgeschäftsführer

3 KOMMENTARE

  1. Ist ja interessant. Selbst lese ich etwas anderes.
    In der Studie Erfurt geht es im Wesentlichen ja um die Öffnung von Fußgängerzonen für den Radverkehr und die damit einhergehende Problematik. Es gibt allerdings tatsächlich Aussagen zum Einkaufsverhalten wie folgt.
    Zitate aus der Studie.
    These 10
    Die These, dass Kunden des Einzelhandels in der Innenstadt nach der Öffnung der Fußgängerzone für den Radverkehr häufiger mit dem Rad anreisen, kann nicht bestätigt werden. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen bezüglich einer häufigeren Nutzung des Rades zur Anreise in die Innenstadt keine Effekte.

    Beurteilung der 11. These: Die These, dass radfahrende Kunden häufiger einkaufen, wenn die Fußgängerzone für den Radverkehr freigegeben ist, kann nicht bestätigt werden. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen bezüglich einer höheren Einkaufshäufigkeit radfahrender Kunden in der Innenstadt keine einheitlichen Effekte.
    Zitat Ende. Aber immer schön darlegen wie es zu der eigenen Ideologie passt

    • Stark idiologisierte Menschen reden sich selbst oft ein, das es vertretbar ist, für die „Gute Sache“ zu lügen. Insider nennen das „schwarze Rhetorik“ oder noch einen Schritt weitergehend „Satanische Umkehrung“. (Krieg ist Frieden, Impfen ist Nächstenliebe, Isolation ist sozial, Frühsexualisierung ist Selbstbestimmung, Munitionslieferungen sind Hilfsgüter, Smartphoneabhängigkeit ist Freiheit, Frieren ist Solidarität, etc.)

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